Fahrbericht

Fahrbericht Cupra Leon: mit spanischem Feuer durch das Nahetal.

Von Tim Westermann

Ein praktisches, sportlich anmutendes Auto für den Alltag? Ein familientauglicher Kombi mit genug Stauraum für Einkäufe, den Kinderwagen und das Golfbag? Oder soll es doch das agile Raubein mit ordentlich „Bumms“ unter der Haube sein? Mit der Léon-Familie hat die spanische Volkswagen-Tochter Seat für jeden etwas zu bieten. Das erfolgreichste Modell der Marke kam in der Phase von Corona im Jahr 2020 in der neuesten Generation auf den Markt und setzt die Léon-Erfolgsgeschichte fort. Der kompakte Spanier trägt maßgeblich zum steten Wachstum der Marke Seat bei. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet Seat eine Steigerung von 24,5 Prozent. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei nunmehr 4,6 Prozent. „Der Kurs geht weiter voran“, konstatiert Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Seat Deutschland und verweist mit einem Lächeln auf die Seat-Tochter Cupra. Der sportliche Ableger aus Barcelona wuchs um 165 Prozent. Geschuldet ist dies dem durchschlagenden Erfolg des Cupra Formentor. Das erste eigenständig entwickelte Cupra-Modell wurde schnell zum Verkaufsschlager. Doch auch ohne den Formentor als Treiber hätte die neue sportliche Marke noch ein Wachstum von 22 Prozent.

Doch zurück zum Léon. Der spanische Bruder des Golf besticht auf den ersten Blick mit einem sportlich-progressiven Design und scharfen Linien. Ob nun als Kombi – Seat nennt es ST – oder als kompakter Viertürer. Beide Versionen stehen „fett auf dem Rad“ wie die Designer zu sagen pflegen und halten, was sie mit ihrem Aussehen versprechen. Puren Fahrspaß, gepaart mit Komfort. Das Konzept scheint besonders bei den jüngeren Autofahrern aufzugehen. Der Léon hat den höchsten Marktanteil der unter 29-jährigen Kunden. 

Während sich die Wolken im rheinlandpfälzischen Nahetal verdichten und leichter Regen vom Himmel fällt, wirken die Weinberge dennoch nicht trist. Der Landstrich mit seinen Erhebungen, Senken und Tälern besticht für den ambitionierten Autofahrer ebenso mit serpentinenreichen Strassen inmitten von Wäldern, Feldern und verschlafenen Weiden. Es ist das perfekte Refugium für den Cupra Léon. Der sportliche Spanier bringt mit 310 PS bei gerade einmal 1,6 Tonnen genug Leistung mit, um unter Einhaltung der Verkehrsregeln mit ungeahnter Agilität die Landstrasse zu erobern. Dank Allradantrieb und sportlich abgestimmtem Fahrwerk transferiert dieser Katalane 400 Newtonmeter (Nm) Drehmoment auf die Strasse. Diesen maximalen Durchzug hält der Cupra im Drehzahlbereich zwischen 2.000 und 5.400 aufrecht, so dass in nahezu jeder Situation das volle Potenzial des 2,0 Liter TSI-Motors ausgeschöpft wird. Der Standardsprint aus dem Stand absolviert er in 4,9 Sekunden. Der Topspeed wird bei Tempo 250 automatisch abgeriegelt. Aber das ist eher zweitrangig, denn die Kurvenhatz im Nahetal ist mit solch einem potenten Begleiter eine wahre Freude. Im Interieur ist schnell zu erkennen, dass die Spanier auf Wertigkeit setzen. Sei es das sportliche und griffige Lenkrad mit Ziernähten oder das mit aufgeschäumten Materialien verbaute Armaturenbrett nebst Türverkleidung. Im Infotainmentbereich und bei den Fahrassistenzsystemen haben sich die Konstrukteure aus dem allseits bekannten „VW-Regal“ bedient. Die neuesten technischen Generationen lassen dabei wenig Fragen offen.

Das gleiche gilt im Übrigen auch für die „normalen“ Seat-Typen. Léon und Léon ST sind, teilweise auch optional, mit allen komfortablen Annehmlichkeiten und elektronischen Helfern ausgestattet. Die Brüder des Cupra Léon verfügen zudem über Leistungen von 90 PS bis 190 PS bei den Benzinern und 115 PS oder 150 PS bei den Selbstzündern. Für den Alltag ist das komplett ausreichend, denn auch diese Kompakten sind sportlich agil und zudem dank neuester TSI-Technik äußerst Verbrauchsarm. Der kleine Diesel verbraucht im 100-Kilometer-Drittelmix gerade einmal 3,4 Liter, während der größte Benziner sich mit 6,1 Liter begnügt. Aber ob sportlich im Nahetal oder im normalen Alltag. Was alle kompakten Spanier aus Martorell gemeinsam haben ist zusammenfassend gesagt „viel Auto bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis“. Das Einstiegsmodell Seat Léon Reference startet bei 20.570 Euro.

Die Léon-Baureihe legte die Basis für den heutigen Erfolg von Seat. Die spanische Marke ist aktuell in der größten Produktoffensive der Unternehmensgeschichte und wächst im Vergleich zum Vorjahreszeitraum doppelt so schnell. Die Gründung der sportlichen Tochter Cupra gibt dem in Martorell ansässigen Unternehmen seit 2018 zusätzlichen Schub. Mit dem Cupra Born wird bereits im kommenden Herbst ein rein elektrisch angetriebenes Modell auf die Strassen geschickt.

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