E-Mobilität

Renault Eways Electropop: neunzig Prozent Stromer in neun Jahren.

Es war eine Revolution. Oder besser: Renaultion. Im Frühjahr 2021 verkündete Renault Chef Luca de Meo, dass der französische Traditionshersteller bei der Elektromobilität vorangehen will. Die ambitionierten Ziele im Umbau zu einem reinen Hersteller von Elektroautos nannte die Firma „Renaulution“. In der zweiten Ausgabe des Onlineformats „Renault-Eways“ gab de Meo nun ganz konkrete Wegmarken vor. Die Ausgabe trug den Titel „Electropop“. Inspiriert von der gleichnamigen Musikrichtung, die in den 1980er Jahren beliebt wurde. Schon der klassische Renault Werbesong „Johnny and Mary“ von Robert Palmer gehörte zu diesem Genre. Diesen griff der Autobauer bereits in der ersten Ausgabe von Eways wieder auf und verwendet ihn in aktuellen Werbesports. Doch der Name „Electropop“ steht bei Renault auch für die Popularisierung des Elektroautos, wie Luca de Meo betont. Und populär sollten die Stromer sein, denn bereits 2030 will Renault, dass 90 Prozent der verkauften Autos nur über einen Elektroantrieb verfügen. Unter den großen Autobauern ist dies der anspruchsvollste Ansatz. 

Renault CEO Luca de Meo mag Electropop. Foto: Renault.

Die drei größten Hürden der Elektromobilität betonen de Meo und sein Team und versprechen Lösungen. Bei Batteriepreis, Reichweite und Umweltproblemen präsentiert der Renaultvorstand seine Strategie. Im Zentrum auf dem Weg zur erschwinglichen Elektromobilität steht eine Batterie-Megafactory, die im französischen Douai entstehen soll. Durch die Batterien „Made in France“ sollen die Kosten bis 2030 um bis zu 60 Prozent sinken. Bis dahin soll das jährliche Batterienvolumen auf 24 Gigawattstunden gesteigert werden. Der Zielpreis ist unter 100 Dollar pro Kilowattstunde im Jahr 2025 und unter 80 Dollar bis 2030. Grundlage ist eine neu Feststoffbatterie aus Nickel, Kobalt und Mangan, welche die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi gemeinsam entwickelt. 

Die neue Megafactory und drei weitere Renaultwerke in Nordfrankreich werden die „ElectriCity“ bilden. Die Werke in Douai, Maubeuge und Ruitz sollen unter diesem Dach ab 2025 mehr als 400.000 Autos im Jahr bauen.

Der Antriebsstrang der Stromer soll ebenso optimiert werden und etwa 30 Prozent günstiger produziert werden. Besonders ist dabei der Verzicht auf Seltene Erden. Diese werden zumeist unter prekären politischen und ökologischen Rahmenbedingungen abgebaut. Stattdessen will Renault auf einen elektrisch erregten Synchronmotor (EESM) zurückgegriffen werden, die ohne Dauermagnete auskommen. Der neue Antriebsstrang soll kompakter und sparsamer sein und bis zu 45 Prozent weniger Energie nach WLTP verbrauchen.

Renault kündigt an, bis 2025 zehn neue Stromer auf den Markt zu bringen. Die jüngst neuerweckte Performancetochter Alpine erhält ihren Sport-Stromer im Jahr 2024.

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