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Festival der Vielfalt – Weltpremiere des neuen T7 Multivan – der siebten Generation des „Bulli“.

Von Alexander Voigt

Das war offensichtlich anders geplant worden: Am Donnerstagabend präsentierte die Mannschaft von Volkswagen Nutzfahrzeuge nicht etwa aus Hannover, sondern aus München den neuen „Bulli“ T7 Multivan im Rahmen einer Online-Weltpremiere. Die siebte Generation der legendären Volkswagen „Typ 2“ Ikone ist auf jeden Fall ein herausragender Meilenstein der Verbrenner getriebenen über 70-jährigen Traditionslinie: Der T1 als ein Motor des Wirtschaftswunders, mit dem T2 auf dem Hippie-Trail durch Europa und Asien oder der erste Frontmotor im T4. Jede „Bulli“-Fahrer-Generation hat ihre eigenen Erinnerungen an und Erlebnisse mit ihrem ersten sowie allen folgenden VW Transportern.

Foto: VWN

Im Jahr 2021 – und damit im Vorfeld der anstehenden Veränderungen durch die fortschreitende Elektrifizierung der Mobilität – wird es ein wenig unübersichtlich. Das ist aber kein Grund, den neuen T7 Multivan herabzuwürdigen, wie im Vorfeld der Premiere vorschnell geunkt wurde: VWN plant voraussichtlich noch bis Ende 2024, den T6.1 insbesondere in den Versionen für gewerbliche Kunden weiterhin zu produzieren. Primär für Privatkunden steht im laufenden Jahr der T7 Multivan bei den Händlern: Erstmals auf Basis des MQB, womit nun auch endlich eine Plug-in-Hybrid-Version zur Verfügung steht. 2022 soll dann der von vielen langersehnte vollelektrische ID.Buzz auf den Markt kommen, wobei dessen Raummaße noch unbekannt sind.

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Dank der mit einem Energiegehalt von 13 Kilowattstunden ausgestatteten Lithium-Ionen- Batterie kann der T7 Multivan eHybrid nun typische Tagesdistanzen von unter 50 Kilometern rein elektrisch meistern. Die Systemleistung der E-Maschine plus TSI-Turbobenziner liegt bei 160 kW / 218 PS. Erst ab einer Geschwindigkeit von 130 km/h schaltet sich das Benzinaggregat hinzu. Parallel dazu wird es den frontangetriebenen Multivan mit zwei Vierzylinder-Turbobenzinern geben. Sie sind 100 kW / 136 PS und 150 kW / 204 PS stark. Im kommenden Jahr wird ein Vierzylinder-Turbodiesel (TDI) mit einer Leistung von 110 kW / 150 PS das Angebot ergänzen. Alle Antriebsversionen sind serienmäßig an ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gekoppelt. Geschaltet werden die Getriebe erstmals im Multivan „by wire“ und damit über einen kleinen DSG-Schalttaster in der Instrumententafel, wodurch der Zugang des hinteren Bereiches direkt von den Frontsitzen noch komfortabler wird.

Foto: VWN

Der T7 kommt insgesamt flacher als seine Vorgänger daher. Um sieben Zentimeter unterschreitet er die Höhe seines Vorgängers T6.1 deutlich. Erkennbar an der sichtlich flacher gestellten Frontscheibe, die dafür natürlich bei der Reduzierung des cw-Wertes auf 0,30 und damit auch der Verbrauchswerte hilft. Nun aber der Clou: Durch Veränderungen bei den Leitungsbahnen im Innenraum, bleibt dessen Höhe über dem durchlaufenden Boden der Fahrgastzelle mit 131 Zentimetern unverändert und steigt sogar unter dem riesigen (optionalen) Panoramadach-Fenster um vier Zentimeter. Der neuen Front des T7 gefällt es auch: Sie ziert ein sympathisches Lächeln eines Lüftungsschlitzes unterhalb des VW-Zeichens.

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Für das neue Raumgefühl mit einem Stauvolumen zwischen 469 und 4.053 Litern sorgt auch die neue Möblierung: Im Fond gibt es nur noch Einzelsitze – die Rückbank der dritten Reihe wurde abgeschafft. Darüber hinaus sind die Einzelsitze um bis zu 25 Prozent leichter geworden. Sie wiegen je nach Ausstattung und Position im Fond zwischen 23 und 29 Kilogramm und können nun in wenigen Sekunden aus- und eingebaut und via neuem Schienensystem im Innenraum flexibel angeordnet werden. Durch sie ist es zudem erstmals möglich, etwa zum Transport teurer e-Bikes, die Sitze auf einer Fondseite auszubauen. Ferner gibt es einen Multifunktionstisch, der in das Schienensystem der Sitzanlage integriert ist. Er kann sowohl als Mittelkonsole zwischen Fahrer- und Beifahrersitz oder als ausklappbarer Tisch samt Getränkehaltern und Staufächern in der zweiten und dritten Sitzreihe genutzt werden.

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Insgesamt können bis zu 29 Fahrerassistenzsysteme der neuesten Generation aus den Regalen der Wolfsburger Marke und des Konzerns in den T7 Multivan konfiguriert werden. Drei Ausstattungslinien (Multivan, Life und Style) sind im Angebot – wie auch ein 840-Watt-Soundsystem von Harman Kardon. Das „Digital Cockpit“ ist nun serienmäßig. Konkrete Preise wurden im Rahmen der Online-Premiere noch nicht genannt: Weder sie, noch „Corona“ konnten damit das Festival der „Bulli“-Vielfalt schmälern.

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