Motorsport

25 Jahre Manthey-Racing: Mit Grello durch die Grüne Hölle.

An diesem Wochenende bebt erneut die Grüne Hölle. Das 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring beginnt und auch der Rekordsieger ist wieder dabei. Das Team von Mathey-Racing feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und wird zeigen was es kann.

Zwar bleiben die Besuchermassen in diesem Jahr aus, doch vor heimischen Bildschirmen und Leinwänden werden auch dieses Jahr wieder die Fans jubeln, wenn der Publikumsliebling „Grello“ durchs Bild brettert. „Grello“ ist ein Porsche 911 des Teams Manthey Racing, der in den Farben Knallgelb und Hellgrün über den Asphalt pfeilt. Der Rennstall stammt aus dem nahegelegenen Meuspath. Nicht einmal 3000 Meter sind es bis zur Ziellinie der Nordschleife. Firmengründer Olaf Manthey begann seine Karriere als Rennfahrer und seit 25 Jahren optimiert sein Unternehmen Porschemodelle für den Renneinsatz. Seit dem Jahr 2013 hält die Porsche AG 51 Prozent an Manthey. Damit reihen sich die Spezialisten aus der Eifel in eine Gruppe von erlesenen Veredlern und Rennställen ein, wie Alpine und AMG. Diese waren so erfolgreich, dass sie von den Herstellern ihres „automobilen Rohmaterials“ übernommen wurden. 

„Grello“, der Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing sollte eigentlich wie gewohnt vor hunderttausenden Fans zeigen, was in ihm steckt. Doch 2021 fehlt die Volksfeststimmung am Nürburgring. Die Einzigartigkeit dieses Events wird meist im Vergleich deutlich. Mekka des Motorsports, Eifel-Woodstock oder Auto-Wacken nannte manch Besucher das 24-Stunden-Rennen bereits. Dieses lebt nicht nur vom motorisierten Treiben auf der Nordschleife, sondern ganz besonders von der Fankultur drumherum. Anders als in Le Mans oder anderen Langstreckenrennen, treten auf dem Nürburgring nicht einfach die Hersteller mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten gegeneinander an, sondern Kundenteams messen sich in diversen Klassen. Ob die Königsklasse GT3 oder der kleine Markenpokal, mehr als 160 Boliden brettern über den Asphalt – gleichzeitig. Überholmanöver in blinden Kurven mit mehr als 100 km/h Unterschied sind keine Seltenheit. Die Strecke vergibt hingegen keine Fehler. Keine langen Auslaufzonen oder Schotterbetten bremsen die Autos ab. Es lauern Leitplanken und Betonmauern, die ein ums andere Mal mit einem Wimpernschlag vor das Auto eines unaufmerksamen Fahrers springen. Die „Grüne Hölle“ trennt die Spreu vom Weizen und verspricht 24 Stunden höchsten Adrenalins und Aufregung für die Fans. Wer schläft verliert. Doch nur die wenigsten Zuschauer denken ohnehin daran, zu schlafen und den Blick vom Asphalt abzuwenden. Dafür reisen die Fans regelmäßig eine Woche zuvor an und können es kaum erwarten, dass es losgeht. Ein gewaltiges Rahmenprogramm mit der Qualifikation sowie Autos und Fahrern zum anfassen verkürzt die Wartezeit. Bis am Samstag die 24 Stunden beginnen, die für nicht wenige das Highlight ihres Jahres sind. In 1440 Minuten spüren manche mehr Emotionen als in einem Monat. 86.400 Sekunden, die die Welt bedeuten. 

Und Grello? Der wird dieses Jahr erneut die Ruhe der Eifel stören. Das Fahrerteam tritt an, um den Titel des Rekordmeisters zu halten. Auch wenn der gelb-grüne-Giftzwerg mit gewohnter Grandesse durch den Wald knallt, so wird doch der Jubel fehlen. Ein kleiner Trost bleibt den Fans dennoch. Nichts trübt den Klang aus den Motoren. Und wer möchte kann auch in kleiner Runde am heimischen Grill jubeln.

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