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Bugatti Chiron Sport gegen Dassault Rafale Marine: Duell der Superlative

Im Jahr 2007 steig der Top-Gear Moderator Richard Hammond hinter das Steuer eines Bugatti Veyron. Um dessen Leistung zu prüfen maß sich der Hypersportwagen mit niemandem Geringeren, als einem Eurofighter der Royal Air Force. Zwar unterlag Hammond knapp, doch einfach machte er es dem Kampfjet nicht. 14 Jahre später trat ein Bugatti erneut gegen ein Jagdflugzeug an.

Der Bugatti Veyron gegen den Eurofighter der RAF.

Auf dem Marinestützpunkt des Örtchens Landivisiau trafen ein Bugatti Chiron Sport und eine Dassault Rafale Marine aufeinander. Landivisiau ist bekannt als Hauptstadt des bretonischen Pferdes – und Pferdestärken sind in diesem Duell mehr als genug vertreten. Beide werden sich in Beschleunigung und Bremsleistung messen. Der Bugatti Chiron Sport gehört zu Sonderedition „Les Legendes Du Ciel“ – Legenden des Himmels. Diese knapp drei Millionen Euro teure Ausführung ist auf zwanzig Stück limitiert und zitiert die Luftfahrtvergangenheit der Marke Bugatti. Mehrere Designelemente sind aus der frühen Avionik übernommen. Auf der Innenverkleidung der Tür prangt ein handskizziertes Vorbild des aktuellen Duells. Ein Rennen zwischen dem Doppeldeckerflugzeug Nieuport 17 und einem Bugatti Type 13 ist dort abgebildet. Angetrieben wird der Chiron Sport vom ikonischen Bugatti W16-Motor. Mit Acht Litern Hubraum, 1500 PS und 1600 Newtonmeter Drehmoment geht der Hypersportwagen an den Start. Pilotiert wird der Bolide vom Motorsportveteranen Pierre-Henri Raphanel. Dem Mann, der mit Tempo 431,072, einst in einem Bugatti Veyron den Rekord für die höchste Geschwindigkeit eines Straßenfahrzeugs aufstellte.

Der Bugatti Chiron Sport „Les Legendes du Ciel“ gegen den Dassault Rafale Marine.

Die Dassault Rafale Marine wird vom „Chef des Operations“ des Stützpunktes geflogen. Der Pilot, Fregatten-Kapitän Etienne kennt das Flugzeug wie seine Westentasche und wird sich Rapahnel entgegenstellen. Die Rafale Marine wurde von der Firma Dassault entwickelt, nachdem Frankreich aus dem Eurofighter-Konsortium ausstieg und ist seit dem Jahr 2000 im Einsatz. Die Marineversion ist zudem für kurze Landebahnen und den Einsatz auf Flugzeugträgern optimiert. Die zwei Triebwerke des Kampfjets leisten 58.550 Newton Schub. Das entspricht 5727 PS. Der 10,3-Tonnen-Koloss erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 1,6, also 1975 km/h. Etwa 200 Rafale wurden bereits gebaut, 46 davon in der Version Marine. Der überwiegende Großteil wird von den französischen Streitkräften genutzt.

Kurz nach dem Startschuss geht der Bugatti in Führung. Von 0 auf Tempo 100 beschleunigt der Hypersportwagen in 2,4 Sekunden, die doppelte Geschwindigkeit ist schon in 6,1 Sekunden erreicht. Bis 300 km/h sind es 13,1 Sekunden, bis die Tachonadel die 400 passiert sind nur 32,6 Sekunden vergangen. Bei dieser Geschwindigkeit ist die Rafale Marine längst in der Luft. Sie erreicht nach 150 Metern 165 km/h, nach 250 Metern 210 km/h und steigt nach 450 Metern bereits auf. Da ist sie 260 km/h schnell. Nach etwa 1,5 Kilometern ließ die Rafale den Bugatti längst hinter sich und dieser muss bremsen. 

Für den Vergleich der Bremskraft bei Höchstgeschwindigkeit reicht die Länge der Landebahn nicht aus. Der Bugatti bräuchte allein 491 Meter um von Tempo 400 herunterzubremsen. So beschleunigt der Bugatti „nur“ auf 210 km/h, die Rafale tritt mit 260 km/h an. Der Kampfjet nutzt zur Bremsung die Fangseile wie auf einem Flugzeugträger. Ein Fanghaken am Heck bringt die Rafale nach nur 150 Metern zum stehen. Der Bremsweg des Bugatti ist nur wenig kürzer. Nicht nur seine Hochleistungsbremsen sorgen dafür, dass der Hypersportwagen so schnell verlangsamt, auch der Heckflügel wird von drei auf 49 Grad steilgestellt und unterstützt den Bremsprozess.

Es gehört zu Historie von Bugatti sich regelmäßig nur mit den Besten zu messen. Auch im Duell mit einem der leistungsfähigsten Kampfflugzeuge der Welt muss sich der Bugatti Chiron Sport nicht verstecken, auch wenn er unterlag. Es bleibt die Faszination dessen, was technisch überhaupt möglich ist und die Erwartung darauf, das Duell Hypersportwagen gegen Kampfjet in ein paar Jahren erneut zu betrachten. Denn sicher werden die Ingenieure in Molsheim nicht stillsitzen, sondern weiter versuchen, die Grenzen des technisch möglichen zu überwinden. Und wer weiß, vielleicht werden einst wieder Bugatti durch die Luft fliegen.

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