KOMMENTAR

Lamborghini: Mit einem Elektroantrieb vom Aldebaran in die Zukunft.

Das Wappentier von Lamborghini ist der Stier. Nach dem hellsten Stern im Sternbild Stier benannte der italienische Supersportwagenbauer nun seine Dekarbonisierungsstrategie. Lamborghini CEO Stephan Winkelmann stellte die Leitlinie für die nächsten zehn Jahre vor. „Direzione Cor Tauri“ heißt diese auf italienisch. Direkt übersetzt hieße das wohl „Richtung des Stierherzens“. Ein Wortspiel, das allerdings nur auf italienisch funktioniert. Denn auf deutsch heißt der Stern Aldebaran und ist vor allem für seine Beliebtheit bei Verschwörungstheoretikern und vermeintlichen UFO-Forschern bekannt. Eine der unzähligen Geschichten dabei beinhaltet beispielsweise, dass die Aldebaraner für die Nazis diverse Hochtechnologie entwickelten – Stichwort Reichsflugscheibe. Auch ist die Erde nur ein Strafplanet, den die Aldebaraner beherrschen. Muss man wissen, wie schon der bekannteste deutsche Verschwörungstheoretiker Dr. Axel Stoll zu sagen pflegte.

Direzione Cor Tauri – oder auf deutsch: Richtung Aldebaran. Klingt mehr nach SciFi-Buch als nach einer Dekarbonisierungsstrategie eines Supersportwagenherstellers. Foto: Lamborghini.

Doch was steht hinter der etwas holprigen Ankündigung, die Lamborghini selbst einen Nachhaltigkeitsfahrplan von epochaler Tragweite nennt? Grundsätzlich etwas heute nicht mehr wirklich revolutionäres. Lamborghini hat – wie der Rest der Branche zuvor – die Zeichen der Zeit erkannt und seine Roadmap für den Weg zur Elektromobilität ausgelegt. Die Volkswagentochter aus Sant’Agata Bolognese will in diesem Bereich nun nachziehen. Lamborghini-Vostand Stephan Winkelmann beschreibt den Schritt mit: „Wir wollen nicht die Ersten sein, sondern wir müssen die Besten sein.“ In Zahlen übersetzt bedeutet seine Ankündigung eine Halbierung der CO2-Bilanz des Unternehmens sowie ein Investment von 1,5 Milliarden Euro bis 2025. Danach soll auch das erste vollelektrische Modell der Marke mit dem Stier präsentiert werden. Mit dem Sian wurde bereits ein erster Schritt in Richtung Hybridisierung gemacht. Bis 2024 soll die Hybridisierung des gesamten Portfolios abgeschlossen sein. Der Stromer, der in der zweiten Hälfte des Jahrzehntes vorgestellt werden soll, wäre damit das vierte Modell, dass dann bei Lamborghini im Angebot wäre. Der Stammsitz von Lamborghini arbeitet dabei bereits seit 2015 komplett CO2-neutral. 

Lamborghini stellt seine DNA als Herzstück und Orientierungsgeber bei den „Direzione-Cor-Tauri“-Plänen heraus. Dabei geht es um die Fähigkeit Herausforderungen als Chancen zu nutzen. Wie die Anstrengungen und Investitionen sich auswirken, wird sich zeigen. Ob Hochtechnologie vom Aldebaran zu Einsatz kommt, darf dennoch bezweifelt werden.

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