Aktuelles E-Mobilität

Renault: Mit Militanz zur grünsten Marke im Markt.

Im Rahmen eines ersten „Renault Talk“ stellte die französische Marke ihre Zukunftsvision vor. Moderne Ansprüche und Rückgriffe auf Traditionen gehen Hand in Hand. Im Zentrum steht ein neues Logo.

Im Januar rief Renault-Vorsitzender Luca de Meo zur „Renaulution“ auf. Was diese konkret bedeutet wurde nun im „Renault Talk“ verdeutlicht. Die Stellantis-Tochter will die grünste Marke auf dem Markt werden. Dies bedeutet den Ausbau der Elektromobilität. Bis 2030 sollen neun von zehn verkauften Renault-Autos Stromer sein. Sieben reine Elektro-Autos werden in den kommenden Jahren vorgestellt. Daneben steht ein Ausbau des Hybrid-Angebots. Renault möchte weg vom „Wroom-Wroom-Spirit“ sagte De Meo. Die Marke solle warm und menschlich werden, verantwortungsvoll und nüchtern.

Renault-Vorstand Luca de Meo. Foto: Olivier Martin-Gambier.

Wer sein Leben verändern möchte beginnt meist mit einer neuen Frisur. Bei einer Marke ist es das Logo. So bekommt Renault für seine Strategie „Nouvelle Vague“ zu deutsch, „neue Welle“, auch eine neue Identität. Das seit 1925 bestehende Diamant-Logo bleibt erhalten, doch wurde es modernisiert und zeigt nun zwei ineinander verwobene Karos, statt dem glänzenden Motiv mit 3D-Effekt. Andererseits erinnert es an das aus drei verwobenen Karos bestehende Emblem, das zwischen 1972 und 1992 verwandt wurde. Der Anspruch die modernen Herausforderungen mit gleichzeitigem Erhalt von Tradition zu verbinden, zieht sich durch die neue Markenidentität. Während des „Renault Talk“ laufen mehrfach Cover-Versionen des Musikklassikers „John and Mary“ von Robert Palmer aus dem Jahr 1980. Diese finden in gezeigten Werbespots Verwendung, wie bereits in den 1980ern und 1990ern.

Renault-Vize Arnaud Belloni spricht über Marke und Militanz. Foto: Olivier Martin-Gambier.

Renault-Vizepräsident Arnaud Belloni erläutert die neue Identität. Fünf einfache Worte sollen die Marke verändern. Warm, menschlich, modern, exzellent und militant. Was Belloni mit militant exakt meint, führt er nicht aus. Er sagte „Wir sind Franzosen, wir sind militant.“ Es bleibt abzuwarten, ob Renault nun in Napoleonischer Tradition über Europa rollt und statt neuen Grenzen und Gesetzen Elektroautos bringt. Doch ganz im Gegenteil zum kriegstreibenden Feldherrn, will Renault eine „Love Brand“ werden. Eine Marke, die von ihren Kunden geliebt wird. Die Liebe zur Militanz – zum aggressiv Kämpferischen – klingt wiederum sehr französisch. Für Renault bedeutet dies hingegen, die Menschen sollen sie aus Überzeugung kaufen und sie respektieren – und deren Preis respektieren. Ein wichtiger Aspekt in der Neuausrichtung der Marke. Denn Renault will seinen Umsatz pro Einheit steigern. Ein Baustein hierbei ist der neue Renault Arkana. Dessen Preis von 30.000 Euro ist etwa das Doppelte des bisherigen Markendurchschnitt. Dennoch soll der Coupe-SUV mit Hybridantrieb sein Segment demokratisieren. 

Der Renault Arkana. Foto: Olivier Martin-Gambier.

Neben dem Arkana wurde der neue Renault Kangoo beim „Renault Talk“ präsentiert. Der Klassiker wurde in den vergangenen 20 Jahren mehr als vier Millionen Mal gebaut. Seine neueste Generation soll der perfekte Begleiter für die Familie werden. 775 Liter Kofferraumvolumen, erweiterbar auf 3500 Liter, zusätzlich zu fast 50 Liter Stauräumen im Auto sollen „die Bedürfnisse von heute und morgen erfüllen“. 

Der neue Renault Kangoo. Foto: Olivier Martin-Gambier.

Die Neuausrichtung der Marke Renault setzt vor allem auf einen Imagewechsel zusammen mit der Elektrisierung. In Europa ist das Ziel die Marktführerschaft bei den Stromern und in der Kompaktklasse. Auch bei den Kleinwagen wird Renault angreifen. Der Renault Clio etwa wird im Gegensatz zu seinen Konkurrenten in der Polo-Klasse mit einem (Mild-)Hybridantrieb angeboten. Zusammenfassend will Renault grünere und attraktivere Produkte anbieten und dabei keine Kompromisse eingehen. Die gegenwärtige Krise der Corona-Pandemie will Renault als Chance begreifen.

%d Bloggern gefällt das: