Fahrbericht

Fahrbericht: Subaru Outback – Ein Freund, ein guter Freund

Sich selbst treu zu bleiben, ohne dabei altmodisch oder verbohrt zu wirken, das gelingt bei weitem nicht jedem. Auch bei Automobilen wird das Modische häufig höher geschätzt und schneller umgesetzt, als dass bewährte Tugenden bewahrt und nur verbessert werden. Es gibt aber auch rühmliche Ausnahmen.

Von Peter Eck.

Hand aufs Herz: Jeder hat doch in seinem Freundeskreis noch mindestens ein Exemplar vom Typ „guter Kumpel“. Das ist dieser Kerl, der immer noch Selbstgedrehte raucht, (viel) Bier statt Wein trinkt und mit dem man lieber im alten Currywurst-Imbiss um die Ecke abhängt, anstatt ihm den neuesten Edel-Italiener in der Stadtmitte zu zeigen. Früher fanden ihn die Eltern schon nicht allzu prickelnd – heute die Lebensgefährtin. Aber wenn du mit jemanden auf Weltreise gehen müsstet, oder auch nur auf ein Zeltwochenende in die Eifel – du würdest keinen Moment zögern wer da einzig und allein in Frage käme. 

Im Kern bleibt sich der Subaru Outback auch in seiner sechsten Auflage treu. Foto: Subaru.

So ähnlich wie diesen Kumpel musste man sich auch immer schon den Outback vorstellen: kantig, ehrlich, will nicht jedem gefallen, ist aber ein Freund fürs Leben. Das ist schon seit dessen erster Auflage vor fast 25 Jahren so. Und das ist auch in der sechsten Generation nicht anders, die Subaru jetzt vorgestellt hat. Natürlich präsentiert sich das SUV in vielen Punkten moderner und besser als seine Vorgänger. Aber im Kern bleibt ist er sich doch weiterhin treu geblieben – also immer noch der Typ „Bier statt Wein“. Ehrensache auch, dass man bei einem Kumpel nicht aufs Geld guckt. Mindestens 40.000 Euro muss einem die Freundschaft schon wert sein, dafür gibt es die gut ausgestattete, aber nur zum Marktstart erhältlich Version mit Namen „Edition Trend 40“, was auf das 40jährige Jubiläum der Marke in Deutschland anspielt. Die eigentliche Einstiegsvariante „Trend“ startet dann bei knapp 41.000 Euro. In der höchsten der insgesamt fünf Ausstattungsstufen (Platinum) kostet der Outback knapp 46.000 Euro, und hat dann alles Notwendige an Bord.

Der neue Outback wirkt deutlich stattlicher als der Vorgänger. Foto: Subaru.

So wie wir alle hat sich auch der Outback im Laufe der Zeit verändert. Das neue Modell etwa wirkt deutlich stattlicher als der Vorgänger, anders als etwa wir dabei aber eher fitter. In der Länge hat er um 5 Zentimeter auf 4,87 Meter und in der Breite um 4 Zentimeter auf 1,88 Meter zugelegt. Hinzu kommen markante Radkästen, schwarze Seitenverkleidungen und ein Unterfahrschutz an Front und Heck sowie viel Bodenfreiheit. Insignien eines echten Geländewagens, zu denen wie immer natürlich auch der permanente Allradantrieb gehört. Eher elegant wirkt dagegen die Seitenlinie mit dem nach hinten abfallendem Dach. Und dass der Outback auch richtig chic kann, will er mit dem in glänzendem schwarz gehaltenem Kühlergrill unterstreichen.

Der neue Outback zeichnet sich durch markante Radkästen, schwarze Seitenverkleidungen und ein Unterfahrschutz an Front und Heck sowie viel Bodenfreiheit aus. Foto: Subaru.

Viel wichtiger als das ist dem typischen Kunden dieses Modells allerdings das Platzangebot. Das fällt auch weiterhin auf allen Plätzen ausgesprochen üppig aus, der Kofferraum ist sogar nochmals größer geworden und fasst jetzt 561 Liter. Wer Größeres vorhat, kann den Laderaum durch Umlegen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1.822 Liter erweitern. 

In der Länge hat der neue Outback um 5 Zentimeter auf 4,87 Meter und in der Breite um 4 Zentimeter auf 1,88 Meter zugelegt. Foto: Subaru.

Den vielleicht größten Sprung nach vorne macht die neue Generation des Outback aber beim Bedien- und Infotainmentsystem. Es gibt im jetzt deutlich hochwertigeren Innenraum einen 11,6-Zoll-Touchscreen im trendigen Hochformat, über den sich die Klimaautomatik genauso steuern lässt wie das Infotainment, die Konnektivität und auch alle reichlich vorhandenen Assistenzsysteme. Neu im Paket des verbesserten Sicherheitssystems „Eyesight“ ist etwa nun das Ausweichen und Umfahren von Hindernissen. Die Bedienung: einfach und logisch. Neu ist die digitale Instrumentenanzeige, für eine konservative und eher vorsichtig agierende Marke wie Subaru zusammen mit dem nun deutlich moderneren und technischeren Ambiente ein großer Schritt nach vorne. 

Dass der Outback auch richtig chic kann, will er mit dem in glänzendem schwarz gehaltenem Kühlergrill unterstreichen. Foto: Subaru.

Das lässt sich vom Antrieb allerdings nicht sagen. Im Outback kommt weiterhin ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner zum Einsatz, der zwar laut Subaru „zu 90 Prozent neu entwickelt wurde“, trotzdem aber auf neumodischen Kram wie Turbounterstützung oder auch nur die mildeste Form einer elektrischen Unterstützung verzichtet. Zugunsten eines höheren maximalen Drehmoments, plus 17 auf jetzt 252 Nm, leistet das Aggregat mit 169 PS sogar 6 PS weniger als der Vorgänger. 

Den Trip abseits befestigter Straßen braucht man mit dem Outback keineswegs zu scheuen. Foto: Subaru.

Schon die Fahrwerte von 10,2 Sekunden für den Standardspurt und 193 km/h Höchstgeschwindigkeit deuten darauf hin, dass es Subaru bei diesem Fahrzeug mit einem Leergewicht von immerhin fast 1,7 Tonnen lieber zurückhaltend angeht. Der WLTP-Normverbrauch von 8,6 Litern ist zwar recht hoch, da aber das gesamte Fahrzeug eher zu einer gemütlichen Fahrweise einlädt, haben wir diesen auf der Testfahrt immerhin annähernd erreicht. 

Der Subaru Outback gefällt mit einem wohnlichen Ambiente. Foto: Subaru.

Zudem hat die bei Subaru übliche Bauweise des Motors in Boxerform den Vorteil relativ großer Laufruhe, der Geräuschkomfort auf der Autobahn ist vorbildlich. Deutlich verbessert wurde erneut die von Subaru bevorzugte Automatik in Form eines CVT-Getriebes. Die sogenannte Lineartronic leitet die Motorkraft eigentlich stufenlos an die Räder, allerdings wurden acht Fahrstufen einprogrammiert, um gerade den Fahrern hierzulande das Gefühl zu geben, eine „normale“ Automatik zufahren. Das gelingt aber nur zum Teil, im Vergleich zu einem Wandler bleibt ein CVT-Getriebe weiterhin hinter den Ansprüchen europäischer Fahrer zurück, das Aufheulen bei kräftigerem Gasstritt ist immer noch nicht völlig verschwunden.

Der Fond des Outback ist ebenfalls großzügig geschnitten. Foto: Subaru.

Auch wenn der Outback im Vergleich zu seinem Vorgänger optisch, in Sachen Konnektivität und Infotainment oder auch bei den Assistenzsystemen deutlich zugelegt hat, bleibt er doch ein SUV für ein relativ spezielles Klientel, das zum einen die klassische Kombination aus Boxermotor, stufenlosem Getriebe und permanentem Allradantrieb sowie bis zu 2 Tonnen Anhängelast zu schätzen weiß und zum anderen eine entspannte Fahrweise weitab jeden dynamischen Anspruchs pflegt. Für solche Fahrer ist das Topmodell von Subaru eine echte Alternative zum Mainstream, zumal die Verarbeitungsqualität erneut Langlebigkeit (5 Jahre Garantie) verspricht. Auch der neue Outback hat also alle Anlagen, um ein echter Kumpel zu werden. Aber wie gesagt einer vom Typ „Bier statt Wein“. Sie wissen schon

Es gibt im jetzt deutlich hochwertigeren Innenraum einen 11,6-Zoll-Touchscreen im trendigen Hochformat, über den sich die Klimaautomatik genauso steuern lässt wie das Infotainment, die Konnektivität und auch alle reichlich vorhandenen Assistenzsysteme. Foto: Subaru.

Subaru Outback – Technische Daten:

Fünfsitziges, fünftüriges SUV der gehobenen Mittelklasse; Länge: 4,87 Meter, Breite: 1,88 Meter, Höhe: 1,68 Meter, Radstand: 2,75 Meter, Kofferraumvolumen: 561 – 1.822 Liter

2,5-Liter-Benzinmotor; 124 kW/169 PS, maximales Drehmoment: 252 Nm bei 3.800 U/min, CVT-Automatikgetriebe mit 8 vorprogrammierten Gängen, 0-100 km/h: 10,2 s, Vmax: 193 km/h, Normverbrauch (WLTP): 8,6 Liter, CO-Ausstoß: 193 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM, Effizienzklasse: C

Subaru Outback –  Kurzcharakteristik:

Warum: weil ich die Weltreise plane – oder auch nur ein Zeltwochenende in der Eifel
Warum nicht: weil ich den Edel-Italiener letztlich doch der Currywurst-Bude vorziehe
Was sonst: Toyota Land Cruiser, Ssangyong Rexton, Ford Edge, Kia Sorento
Wann kommt er: ab sofort
Was kommt noch: vielleicht doch mal eine Elektro-Unterstützung für den Boxer

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