Driving Times SERIE

Ein Polizeiwagen wird von der Polizei verfolgt – der 1974er Dodge Monaco

Manche sind Kult und viele werden zu Ikonen – Automobile und Filmproduktionen stehen oftmals in einer Symbiose zueinander. Driving Times hat sich deshalb 36 automobile Klassiker herausgesucht, die nicht zuletzt durch ihre Auftritte in Kinohits, Blockbustern und TV-Serien enorme Bekanntheit oder gar Kultstatus erlangt haben. Heute im Programm das Bluesmobile aus Blues Brothers

Von Fynn Göttsche

Jake und Elwood Blues sind Brüder. Ihr Auto ist das „Bluesmobile“. Die drei sind die Hauptfiguren des 1980er Kult-Filmes Blues Brothers. Als der von John Belushi dargestellte Jake nach drei Jahren aus dem Knast entlassen wird, holt ihn sein von Dan Akroyd gespielter Bruder Elwood, mit dem „Bluesmobile“ ab. Die beiden besuchen sodann das katholische Kinderheim in dem sie aufwuchsen. Schnell wird klar, dass das die Nonnen innerhalb von nur elf Tagen, 5.000 Dollar benötigen, um Steuerschulden zu bezahlen. Sonst droht die Schließung des Heims. Die Blues Brothers versuchen deshalb ihre alte Band zusammenzubekommen, um das Geld mit Auftritten zu verdienen und die Schulden zu begleichen. Diese „göttliche Mission“ ist leichter als gedacht. Während des turbulenten Roadtrips mit dem „Bluesmobile“ durch Chicago, verarbeiten sie nicht nur zahlreiche andere Autos und Gebäude zu Schrott, sondern bringen auch so Manchen gegen sich auf. Egal ob eine Ex-Verlobte mit Flammen- und Raketenwerfern, die Ortsgruppe der lokalen Nazi-Partei, eine Country-Band oder die gesamte Polizei, Feuerwehr und Nationalgarde von Illinois. Sie rücken mit Panzern, Hubschraubern, Schiffen und Pferden gegen die Brüder vor. Alle sind hinter ihnen her. Letztlich gelingt es den Blues Brothers doch noch, die Steuerschulden mit dem Gewinn eines großen Gigs auszugleichen, bevor sie wieder in den Knast gehen. 

Die Blues Brothers und das Bluesmobile auf dem Filmplakat. Foto: Universal Pictures.

Die Brüder Jake und Elwood tragen während des gesamten Films das gleiche Outfit. Ein schwarzer Anzug, mit schwarzer Krawatte, schwarzem Hut und weißem Hemd, abgerundet durch eine dunkle Sonnenbrille. Das „Bluesmobile“ tut es den beiden gleich. Schwarze Front, schwarzes Heck, weißes Dach und weiße Türen. Das Trio ist komplett. Bevor er zum„Bluesmobile“ wurde, war der 1974er Dodge Monaco ein Polizeiwagen, den Elwood sehr günstig auf einer Auktion erstand. Die Aufschriften wurden nur spärlich abgekratzt und innen stapelt sich der Müll. Der äußere Zustand des Wagens passt gut zum äußeren Zustand der Brüder. Das weiße Hemd ist meistens so dreckig wie das Auto, der Lack so zerkratzt wie der Anzug löchrig. Doch unter der Haube des Wagens lauert ein 350 PS „Bullenmotor“. Hinzu kommen „Bullenreifen“, „Bullengetriebe“, „Bullenstoßdämpfer“ und der „Bullenfänger“ des Polizeiwagens. Genauso lauert in den Blues Brothers deren enormes musikalisches Talent. Letztlich ist es das „Bluesmobile“ was die Flucht der Blues Brothers vor allen Verfolgern erst möglich macht, bis es bei der Ankunft vor der Steuerbehörde komplett auseinanderfällt. Mit diesem letzten Wagen wurden im Film insgesamt 103 Autos zerstört. Ein  Weltrekord, der erst vom Nachfolger „Blues Brothers 2000“, 18 Jahre später um eines übertroffen wurde. 

Der Trailer des Films Blues Brothers von 1980.

Für den Film benutzten die Produzenten dreizehn ehemalige Polizeiwagen als „Bluesmobile“. Diese wurden für die zahlreichen Stunts und Sprünge einzeln hergerichtet. Sieben davon wurden dabei regelrecht hingerichtet. Das 1974er Modell stellt die zweite Generation des von 1965 bis 1977 und von 1990 bis 1992 hergestellten Monaco dar. Es war stets Dodges Spitzenmodell. Serienmäßig wurde der mehr als 200.000 Mal verkaufte 1974er Monaco bereits als Polizeiauto angeboten. Das Herzstück der Polizeiversion war ein 7,2 Liter V8-Chryslermotor, vom Typ 440 Magnum. Diese Motorisierung war nicht nur für die Ansprüche an Verfolgungsfahrten notwendig, sondern schlicht aufgrund der enormen Größe des Monaco. Denn er ist ein Full-Size-Car. Ein Wagen mit Ausstattung der Mittelklasse aber Ausmaßen der Oberklasse. So konnten die Blues Brothers trotz ihrer sehr spärlichen finanziellen Mittel mit einem bis zu 5,75 Meter langen und mehr als zwei Tonnen schweren Straßenkreuzer durch Chicago brettern. 

Das Bluesmobile und die Bluesbrothers.

Der Film Blues Brothers ist bis heute enorm populär. Dies liegt nicht etwa an der äußerst kostengünstigen Möglichkeit der Blues-Brothers-Verkleidung als Last-Minute- Karnevalskostüm. Die Verbindung von Musik, Action und Humor, unterstützt von einem Staraufgebot in den Nebenrollen, machten das Flair dieses Streifens aus. Obwohl Steven Spielberg, Carrie Fisher, James Brown, Aretha Franklin und viele weitere Film- und Musikstars sich die Klinke in die Hand drückten, blieb der wirkliche Star allerdings das Bluesmobile.

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