Klassiker

Mini: Seit zwanzig Jahren bei BMW.

Auf den Tag genau zwanzig Jahre ist es her, dass der neue Mini in der Universitätsstadt Oxford vom Band lief. Doch warum neu? Die Geschichte des britischen Kultautos mit dem äußerst zutreffenden Namen endete eigentlich im Jahr 2000. Die Hersteller beendeten nach 5.387.862 Einheiten die Fertigung des kleinen, britischen Nationalsymbols. Marken und Designrechte erwarb BMW. Die Münchner unterzogen den Kleinwagen sodann einer Modernisierungskur und schufen die Marke MINI. Anders als der sparsame und günstige klassische Mini, wurde der neue MINI mit ab 3,6 Meter nicht nur weit länger als das nur drei Meter messende Original, sondern ein regelrechtes Lifestylefahrzeug. Auch bei Leistung und Hubraum legten die neuen Eigentümer zu.

Die Geschichte des Mini beginnt bereits Mitte des letzten Jahrhunderts. Der erstmals im Jahr 1959 vom Band gelaufene Kleinwagen entstand als Reaktion auf die Ölkrise der 1950er Jahre. Der Ingenieur Sir Alec Issigonis entwickelte das günstige, kleine und sparsame Modell für den Hersteller British Motor Corporation (BMC) im Alleingang. Das Auto wurde so für die breite Masse erschwinglich und trug zur Mobilisierung Großbritanniens bei. Anfang der 1960er Jahre kam bereits der Rennfahrer John Cooper auf BMC zu. Dieser schätzte das präzise Handling und das geringe Gewicht des Kleinwagens. Durch ihn entstand das Modell Mini Cooper und wenig später der noch leistungsfähigere Mini Cooper S. Kein Wunder, dass die Starter mit dem Mini Cooper den Sieg der auf Rallye Monte Carlo in den Jahren 1964, 1965, 1966 und 1967 erringen konnten und so zum Kultstatus dieses Klassikers beitrugen.Der Sieg im Jahr 1966 wurde wegen unzulässiger Scheinwerfer zwar aberkannt, den Verkaufszahlen schadete es aber nicht im Geringsten.

Wie die Beatles, die Royals oder Mr. Bean gehört der Mini zu Großbritannien – und das nicht nur weil auch sie alle ihn fuhren. Und so wird der Mini seit nun auch 20 Jahren wieder in Großbritannien gebaut – auch wenn die Anweisungen aus München kommen. In den zwanzig Jahren als Teil der BMW-Group haben die Verkaufszahlen fast das Niveau des Originals erreicht – was dafür fast doppelt so lange brauchte. Mehr als fünf Millionen Mini rollten seit dem Neustart aus den Werkshallen in Oxford und Swindon. Heute arbeiten dort 4500 Angestellte und fertigen den Mini Dreitürer, Fünftürer, Clubman sowie seit 2020 den vollelektrischen Cooper SE. Bis zu 1000 Mini werden am Tag gebaut, alle 67 Sekunden einer. 2025 soll der letzte Mini mit Verbrennungsmotor vorgestellt werden. Und schließlich will die Marke ab 2030 nur noch reinelektrische Fahrzeuge bauen. Damit wäre sie die erste innerhalb der BMW-Group, die nur noch Stromer fertigt.

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