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Carbon Air: Innovative Luftfederung dank Aktivkohle

Britisches Technologieunternehmen Carbon Air verbessert Luftfederung dank Aktivkohle und baut Angebot auf Schalldämmung aus.

Das britische Technologieunternehmen Carbon Air ist Zulieferer für die Luftfederungen der aktuellen Audi A6 und A7 Modelle. Diese basieren erstmals auf Aktivkohle. Aufgrund der erfolgreichen Serienproduktion der Audi-Modelle will Carbon Air sein Angebot künftig auf andere Bereiche ausbauen.

Aktivkohle ist bisher zumeist als Filtermaterial für Wasser oder Lebensmittel bekannt. Doch sie ermöglicht auch die Speicherung von Luftmolekülen. Die äußerst feinporige Struktur macht es möglich. Durch einen Prozess namens Adsorption können bis zu sechs mal mehr Moleküle als in einem leeren Raum gehalten werden. Die Aktivkohle führt ebenso zu einer gleichmäßigen Abgabe der Luft ohne dabei abzunutzen. Dadurch ermöglichen die Stoßdämpfer ein geradlinigeres Ansprechverhalten, eine weichere Federrate sowie eine größere Laufruhe. Im Vergleich mit konventionellen Luftfedern ist die Federsteifigkeit halbiert. Hinzu kommt, dass die Größe der Federn und somit deren Gewicht sinkt.

Die Nutzung von Aktivkohle in Luftfedern geht auf die Forschung von Carbon Air zurück. Die Wurzeln liegen in der Abteilung für Akustikforschung der britischen Universität Salford im Jahr 2011. Das erweiterte Angebot von Carbon Air soll im Bereich der Akustik neue Produkte präsentieren. Etwa Geräuschdämmung für Kraftfahrzeuge durch Aktivkohle. Diese reduziert den Schall weit stärker als sonst übliche Dämmstoffe und nimmt zudem weit weniger Platz und Gewicht ein. Auch bei der Schallabgabe, wie etwa bei Lautsprechern im Auto, ist Carbon Air tätig. Die Forschung ermöglicht es kleinere und dennoch leistungsfähigere Modelle zu bauen. Da auf engem Raum durch Aktivkohle mehr Luft bewegt werden kann, ist bei kleinen Lautsprechern, mehr Leistung möglich. Besonders bei Bassboxen führt dies zu enormen Platzeinsparungen. 

Bei der Federtechnik kooperiert Carbon Air mit Auto-, Motor- und Fahrrad-Herstellern. Ziel sind Konzepte für Luftfedern, Gabeln, Gasdruck- und konventionelle Stoßdämpfer, die kleiner und leistungsfähiger sind. Weitere Anwendungsgebiete sind luftgefederte Sitz in Bussen, Lastwagen und Zügen, die den Komfort der Fahrer erhöhen und deren Stress zu verringern. 

Die Vorteile der Aktivkohle liegen in der verringerten Größe im Vergleich zu konventionellen Federungen oder Schallisolierungen. Hinzu kommt, dass diese sich nicht abnutzen oder verbraucht werden. Neben der Zusammenarbeit mit Audi will Carbon Air weitere Bereiche der Automobilindustrie für sich erschließen.

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