Motorsport

Bentley Continental GT3: Mit Biosprit zu den Wolken.

156 Kurven hat die Straße auf den Gipfel des Pikes Peak. Knapp zwanzig Kilometer ist sie lang und überwindet 1439 Höhenmeter. Der 4301 Meter hohe Hausberg der Stadt Colorado Springs ist seit mehr als 100 Jahren der Austragungsort des „Pikes Peak International Hill Climb“ (PPIHC). Im kommenden Sommer konkurrieren bereits zum 99. Mal die besten Fahrer der Welt darum, wer das „Rennen zu den Wolken“ am schnellsten absolviert. 

In mehreren Klassen kämpfen Mann und Maschine gegen den Berg. Der Rekord für die 19,9 Kilometer liegt zur Zeit bei 7:57 Minuten und wurde vom Franzosen Romain Dumas in der Klasse „Electric prototype“ aufgestellt. In der Kategorie „Time Attack“ liegt das Ziel bei 9:46 Minuten. Dort will der Nobelkarossenbauer Bentley nun erneut angreifen, nachdem die Briten den Jahren 2018 und 2019 bereits Siege in den Kategorien „Production SUV“ und „Production Car“ errangen. Ein Exemplar des Modell Continental GT3 wurde deshalb auf diesen Einsatz umgerüstet.  Am 27. Juni soll es soweit sein. Dann steigt der bisherige Rekordhalter der Kategorie „Electric Vehicle“ Rhys Millen in das Cockpit des Continental GT3. 

Hochleistungsrennfahrten mit Spritschluckern und PS-Schleudern sind zwar überaus beliebt. Doch passt es nicht so recht zum Bekenntnis der Volkswagen-Tochter Bentley, bis 2030 nur noch Elektroautos zu bauen und entsprechend klimaneutral zu werden. Für diese neun Jahre des Übergangs wird in Crewe nicht nur die Brückentechnologie der Hybridantriebe genutzt. Für den Verbrennungsmotor nutzt Bentley Bio-Kraftstoffe. Deren CO2-Bilanz liegt 85 Prozent unter der ihrer konventionellen Pendants. Die Nutzung der Bio-Kraftstoffe am Pikes Peak ist der Startschuss für das Programm Beyond100. Dieses soll e-Fuels und Bio-Fuels für die Bentleykunden nutzbar machen. So könnten Klassiker, Übergangs- und Bestandsmodelle mit den nachhaltigeren Kraftstoffen angetrieben werden. Der Start am Pikes Peak soll zudem beweisen, dass Motorsport auch verantwortungsvoll stattfinden kann.

Der Continental GT3, der sich die Serpentinen zum Gipfel hinaufkämpfen wird, ist vor allem optisch als Teilnehmer zu erkennen. Denn: Bei einem Durchschnittstempo von 125 Kilometern pro Stunde wirken ungeheure Kräfte. Wenn etwa alle 125 Meter eine Kurve lauert, der Luftdruck um ein Drittel gegenüber Meereshöhe sinkt und der Fahrer um jedes Hundertstel kämpft ist klar, was wichtig ist. Spoiler, Flügel und Diffusoren – und zwar große. Denn wenn der Bergsteigerbolide nicht mit aller Kraft auf die Straße gepresst wird, verliert er die Ideallinie und damit die Aussicht neuer König des Berges zu werden. Der GT3 ist daher der Bentley mit dem bisher größten Heckspoiler, der jemals auf einem Modell der Marke angebracht wurde. 

Weitere technische Details gibt Bentley noch nicht Preis. Es bleibt abzuwarten, was die Briten für das Rennen zu den Wolken unter der Haube des Continental GT3 verstecken.

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