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Wolfsburger Hauptgewinn: Hilmar Schimenas ist der neue Leiter des Volkswagen Automuseums.

Von Alexander Voigt

Gebürtiger Wolfsburger, aufgewachsenen in Vorsfelde und seit 34 Jahren bei Volkswagen beschäftigt. Das sind beste Voraussetzungen für die Zukunft des Volkswagen Automuseums an der Dieselstraße. Als neuer Vorstand der entsprechenden Stiftung hat Hilmar Schimenas zu Beginn des Jahres auch die Leitung des traditionsreichen Museums der Marke Volkswagen übernommen. Der 50-Jährige begann seine Karriere mit einer Ausbildung in der Produktion des Stammwerkes am Mittellandkanal. Über den zweiten Bildungsweg erreichte Schimenas mit Erfolg die Führungsebenen und leitete zuletzt mit seinem Team den operativen Fahrzeug-Leitstand. Diese Erfahrungen hätte er gerne ab März 2020 zum Wohle von Volkswagen in China eingesetzt – dann kam die Corona-Pandemie und statt der Steuerung von Tausenden von Neufahrzeugen am Tag verantwortet Schimenas nun rund 300 automobile Kronjuwelen der Volkswagen Historie. Und das mit „Loyalität und Leidenschaft“, wie er die Maxime seines bisherigen Berufslebens pointiert zusammenfasst.

Holger Schimenas an einem 1983er „Pirelli“ Golf GTI – einer Ikone der Volkswagen Historie.

„Wir haben Visionen für die Zukunft!“, bringt Schimenas seine Aufgabe für das Automuseum auf den Punkt. Dabei geht es in den kommenden Jahren um eine umfangreiche „Re-Vitalisierung des Standortes an der Dieselstraße“, so Schimenas weiter. Die Ausstellung selbst soll überarbeitet werden; die einzelnen Exponate dabei besser zur Geltung kommen, auch wenn das logischerweise bedeutet, mit einem Besuch weniger zu Gesicht zu bekommen. Themeninseln sollen den Besuch sowohl für drei-, als auch für 99-jährige Besucher zu einem – nicht nur einmaligen – Erlebnis machen. Dafür könnte sich Schimenas mit Beginn des Jahres 2022, also nach der aktuellen Pandemie-Krise, einen regelmäßigen Event-Kalender des Automuseums vorstellen. Mit dem über die üblichen Zielgruppen hinaus alle Generationen angesprochen werden sollen. Auch die VW-Club-Szene soll noch mehr für die Markensammlung begeistert werden. Ferner müsste in das Gebäude und die innere Gestaltung investiert werden. Sogar für das „Drum-herum“ hat Hilmar Schimenas bereits nach den ersten zwölf Wochen seiner Amtszeit erste Ideen parat: Das Automuseum muss sowohl im Eingangsbereich, als auch zur langen Straßenfront hin sichtbarer werden.

Das ist noch Zukunftsmusik. Sobald es die niedersächsischen Corona-Verordnungen wieder zulassen, erklingt zunächst – um im Bild zu bleiben – deutscher Sprechgesang der 1990er Jahre. „4 GEWINNT.“ ist der bezeichnende Titel der neuen Sonderausstellung, die bereits aufgebaut ist und seit dem 26. März 2021 zu sehen sein sollte. Sie zeigt einen Querschnitt der langjährigen Allradkompetenz von Volkswagen. Dabei werden die verschiedenen Systeme von dem zuschaltbaren Allradantrieb und der Viscokupplung, Haldex und Torsen bis hin zur elektrischen Kardanwelle an ausgewählten Exponaten und Antriebseinheiten gezeigt. Die Highlights der Schau sind der Prototyp des Allrad-Busses, mit dem in den 1970er Jahren der Grundstein für die Vierrad-Technologie bei Volkswagen gelegt wurde und die Studie „VW BUDD-e“ aus dem Jahr 2016 – einem der Wegweiser des kommenden vollelektrischen ID.Buzz. Nach ihrer Finissage am 31.10.2021 freut sich der neue Museumsleiter, Gastgeber von zahlreichen Exponaten aus der gesamten Region zu sein. Voraussichtlich von November 2021 bis April 2022 möchte Hilmar Schimenas herausragende Volkswagen Klassiker privater Leihgeber und Fans der Wolfsburger Marke an der Dieselstraße präsentieren. Ein faires Bewerbungsverfahren ist in Planung. Eine Urkunde, Photos und professionelle Datenblätter sollen die Erinnerung an die Leihgabe an das Museum bewahren. Denn, so Holger Schimenas: „Wir leben von der Leidenschaft!“

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