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Volkswagen Nutzfahrzeuge: Systemrelevanz und eine halbe Milliarde Verlust.

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) aus Hannover bündelt das Gewerbegeschäft des Volkswagen Konzerns. Der Stillstand der Wirtschaft war für die „Nutzis“ ein Schlag ins Kontor. Vorstandsvorsitzender Prof. Carsten Intra präsentierte nun die Zahlen des Jahres 2020.

„Wir verkaufen keine Autos, wir verkaufen ein Lebensgefühl“ sagte CEO Carsten Intra über Volkswagen Nutzfahrzeuge. Da das Leben in vielen Bereichen des Corona-Jahres zum Erliegen kam, brach auch der Absatz ein. 24,4 Prozent weniger Auslieferungen als im Vorjahr stehen auf dem Resümee. 2019 waren es noch 456.000 Einheiten, 2020 nur 371.700. Der Umsatz fiel entsprechend von 11,5 Milliarden auf 9,4 Milliarden Euro. Ein Minus von 18 Prozent. Intra betonte, dass VWN systemrelevant sei: „Wir erleben, wie wichtig unsere Produkte für Kunden und die Gesellschaft sind“. Dennoch reichte dies nicht für einen positiven Jahresabschluss und so liegt das Jahresergebnis mit einem Verlust von 454 Millionen Euro um eine Milliarde geringer als der vorjährige Gewinn von 510 Millionen Euro.

Finanzvorstand Holger Kintscher nannte neben der Pandemie-Lage noch weitere Gründe für das Minus. So waren die Jahre 2020 und 2021 ohnehin für ein „Durchtauchen“ eingeplant. VWN will Zukunftsinvestition vornehmen, um die Transformation der Automobilindustrie – besonders hin zu Elektrisierung und autonomen Fahrsystemen – anzugehen. Hinzu kamen die Lenkungsabgaben an die EU in Höhe von 340 Millionen Euro, aufgrund der nicht eingehaltenen CO2-Obergrenzen. Als Nutzfahrzeughersteller war VWN entsprechend stark getroffen. Durch den Ausbau der Elektroflotte, besonders des ID.Buzz sollen diese Effekte künftig abgemildert werden. Der ID.Buzz, der vollelektrische Nachfolger des Bulli kommt ab 2022 zu den Kunden. Nach langer Zeit ist dann auch wieder ein Bulli in den USA erhältlich. Daneben wird der Multivan T 6.1 künftig auch als Plug-In-Hybrid angeboten, zudem kommt bald der neue T7. Diese Verbreiterung des klassischen Bulli-Segmentes ersetzt den Grundsatz „Einer für Alles“ durch „für Jeden der Richtige“. Der ID.Buzz soll zudem Vorreiter in der autonomen Mobilität werden. Die Arbeiten am ID.Buzz AD (autonomous driving) gehen voran und noch im Jahr 2021 soll dieser in die Praxistests gehen. Zum Kunden kommt das Modell voraussichtlich 2025. Darüber hinaus kündigte CEO Intra die Neuauflage des zwischenzeitlich eingestellten Pick-Up Amarok an, die zusammen mit Ford entwickelt und 2022 auf den Markt kommen soll. Das „Schweizer Taschenmesser von VWN“, der Caddy, von dem im Jahr 2020 eine neue Generation in den Verkauf ging, konnte aufgrund eines erneuten Lockdowns nicht so richtig durchstarten. Die Bestellungen für 2021 deuten aber bereits eine positive Entwicklung an, wie CEO Intra betont.

Wie die gesamte Automobilwelt betont auch VWN die Nachhaltigkeit und spricht ihr sogar die höchste Priorität zu. Bis spätestens 2050 wollen die Hannoveraner CO2-neutral sein. Energieverbrauch, Müll-Mengen und Emissionen wurden im Vergleich zu 2010 bereits um 39 Prozent gesenkt. Die Entwicklung der Marke trägt den Namen: „Erfolg – Freiheit – Zukunft“. Unter diesem Titel will VWN die Mobilität des nächsten Jahrzehnts entscheidend prägen.

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