Aktuelles E-Mobilität

Am Freitag übernahmen die ersten Kunden in Deutschland ihren neuen Volkswagen ID.4.

Von Alexander Voigt und Tim Westermann

Großer Bahnhof für ein echtes „Weltauto“ in Dresden und Wolfsburg: Parallel im Auslieferungszentrum der Gläsernen Manufaktur und der Autostadt haben am Freitag Vormittag die ersten Privatkunden in Deutschland ihren neuen ID.4 in Empfang genommen. Das vollelektrisches SUV ist das erste Volkswagen-E-Modell, das – anders als der ID.3 – auch in den USA und in Asien im weltweit größten Marktsegment antreten wird. Bis Ende Februar lagen allein europaweit bereits 23.500 Auftragseingänge für das Fahrzeug vor – trotz vielfach geschlossener Autohäuser und bereits vor der offiziellen Markteinführung in Deutschland.

Fahrzeugübergabe ID.4 an Jacqueline Heyer-Mertens (2.v.r) und Mario Heyer (3.v.r) aus Suhl (Thüringen) vor der Gläsernen Manufaktur Dresden. Foto: Volkswagen.

Volkswagen Vertriebsvorstand Klaus Zellmer sagte anlässlich der ersten ID.4 Auslieferungen: „Das Fahrzeug kommt gut an bei den Kunden. Und wir haben uns noch viel vorgenommen: Vom ID.4 wollen wir allein in diesem Jahr weltweit rund 150.000 Stück ausliefern.“ Zellmer verdeutlicht die Relevanz des Modells: „Das ist etwa ein Drittel unserer für 2021 geplanten 450.000 Fahrzeuge mit E-Antrieb. Der ID.4 ist damit eine wesentliche Säule unserer E-Offensive.“

ID.4 Euphorie beim Team der Gläsernen Manufaktur in Dresden inklusive Holger Santel (3.v.r.), Leiter Volkswagen Deutschland und Dr. Stefan Loth (4.v.l.), Vorsitzender der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen. Foto: Volkswagen.

Das Besondere an den ersten Übergaben in Dresden und Wolfsburg waren die Erstkunden: Sowohl Mario Heyer aus Suhl, als auch Matthias Hoeper aus Oyten bei Bremen fahren bereits einen ID.3 und haben jetzt den ID.4 gekauft: „Ich bin so begeistert von der neuen ID-Familie, dass ich gleich noch einmal zugeschlagen habe“, so Heyer in Dresden. Nach dem obligatorischen Fototermin im Bereich der Ausfahrt der Wolfsburger Autostadt bekannte Hoeper: „Ich bin ein großer Fan der Elektromobilität. An ihr führt kein Weg mehr vorbei.“ Der 54-Jährige fuhr schon vor seinem ID.3, von dem er trotz des angekündigten und ohne Probleme durchgeführten Software-Updates immer noch begeistert ist, mit einem E-Up und einem E-Golf rein elektrisch. Jetzt freut er sich über den ID.4 als „Familienzuwachs“ und wird darüber hinaus bald in eine 300 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses investieren, die dann seine bereits vorhandene Volkswagen „Elli“-Wallbox mit Solarenergie versorgen wird. Hoeper ist sich sicher: „Die Zukunft ist elektrisch“ und kündigt bereits an: „Sobald es geht, wird auch der ID.Buzz bestellt!“

Nach ID.3 jetzt auch ID.4: Jacqueline Heyer-Mertens (l. Mitte) und Mario Heyer (r. Mitte) aus Suhl (Thüringen) mit ihrem neuen Volkswagen ID.4 inmitten des Volkswagen Teams. Foto: Volkswagen.

Aus Hötzum vor den Toren Braunschweigs ist Konrad Baumann in die Autostadt gekommen. Der Maschinenbau-Ingenieur war bereits ID.3 Pre-Booker, musste dann aber aufgrund von Verzögerungen kurzfristig auf ein anderes Modell ausweichen. Der ID.4 ist somit als insgesamt neunzehnter sein erster vollelektrischer Volkswagen. Der 58-Jährige freut sich sichtlich, nun gleich mit dem größeren Modell starten zu können. Seine „Elli Charger Connect“-Wallbox wartet noch auf den nächsten freien Termin seines Elektrikers. Bis dahin will Baumann die Ladeinfrastrukturen bei passenden Vertriebspartnern des gesamten Volkswagen Konzerns nutzen.

Auslieferung der ersten Volkswagen ID.4 an Kunden in Wolfsburg (v.l.n.r.): Konrad Baumann (Fahrzeugabholer), Francesco Forte (Leiter Kundenmanagement der Marke Volkswagen Pkw), Familie Hoeper (Fahrzeugabholer), Mandy Sobetzko (Geschäftsführerin der Autostadt), Adrian Becker (Fahrzeugabholer). Foto: Volkswagen.

In Wolfsburg wurden jeweils zwei ID.4 „1st“ und „1st Max“ (mit einem höheren Ausstattungsgrad, so zum Beispiel 21 Zoll-Rädern, einem größeren Multifunktionsdisplay und vor allem mit dem beeindruckenden „Augmented-Reality-Head-up-Display“) übergeben. Beide Versionen verfügen über eine WLTP-Reichweite von rund 500 Kilometer und die identische Antriebsvariante: Zum Einsatz kommt jeweils die „große“ Variante mit Heckantrieb per 150 kW-Motor. Das maximale Drehmoment der permanent-erregten Synchron-E-Maschine liegt bei 310 Newtonmeter. Die Batterie besitzt eine Netto-Kapazität von 77 kWh (brutto 82 kWh). Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 haken der ID.4 1st und 1st Max in 8,3 Sekunden ab; die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 Stundenkilometer begrenzt. Ab Sommer 2021 erfolgen „Over-The-Air-Updates“, so dass die Software des neuen Volkswagen Stromers stets auf dem aktuellen und damit bestmöglichen Stand bleibt.

Der ID.4 wird – wie der ID.3 – im Volkswagen Werk Zwickau bilanziell CO2-neutral produziert und zumindest in Dresden sowie in Wolfsburg entsprechend ausgeliefert. Die sächsische Fabrik hat jüngst auch auf der zweiten Montagelinie eine dritte Schicht für die Produktion der ID-Familie gestartet. Ziel ist es, mehr als 1.400 Fahrzeuge pro Arbeitstag zu fertigen. Volkswagen Deutschland-Chef Holger B. Santel unterstrich bei den ersten Übergaben des E-SUV in Dresden: „Unsere umfassend vorbereiteten Autohäuser bieten ein sicheres Hygienekonzept mit individueller Terminvergabe. Kunden können den ID.4 jetzt endlich anfassen, sich reinsetzen, Probe fahren und auch gleich bestellen.“

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