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Trotz eines blauen Auges gestärkt durch die Covid-19-Krise – Seat S.A. Jahrespressekonferenz 2021

Spanien wurde besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen. An der Volkswagentochter Seat ging dies nicht spurlos vorbei. In der Jahrespressekonferenz präsentierten der Vorstandsvorsitzende Wayne Griffiths und Finanzvorstand Carsten Isensee die Zahlen des Krisenjahres.

Von Tim Westermann

Insgesamt verkauften Seat und die Tochter Cupra im vergangenen Jahr 427.000 Autos und damit rund 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Da die Pandemie den globalen Automobilmarkt traf, blieben die Marktanteile in den jeweiligen Ländern stabil. In einzelnen Absatzregionen wie Deutschland war hingegen sogar eine Steigerung des Anteils möglich. Insgesamt erzielten Seat und Cupra im Jahr 2020 einen Umsatz von 8,784 Milliarden Euro. 2019 waren es noch 11,157 Milliarden. Am Ende des Jahres steht die Seat S.A. mit einem operativen Ergebnis von minus 418 Millionen Euro da. Nach Steuern entspricht dies immer noch einem Verlust von 194 Millionen Euro. 

Der neue Cupra Tavascan. Foto: Cupra.

Trotz der Umsatz- und Absatzrückgänge blieb der Verlust jedoch überschaubar, denn der Ertrag pro verkauftem Auto stieg auf inzwischen 16.370 Euro an. 2013 waren es noch 13.760. Dies ist vor allem auf den Ausbau der margenstarken SUV und CUV-Modelle im Portfolio zurückzuführen. Hinzu kommt der Erfolg der jungen Performancemarke Cupra, die im abgelaufenen Geschäftsjahr 27.400 Einheiten verkaufte und damit elf Prozent des Umsatzes von Seat ausmachte. Seitdem die Marke 2018 gestartet wurde, konnte die Tochter 70.000 Autos in den Markt bringen. Besonders das CUV Formentor, das erste reine Cupra-Modell begünstigte die positive Entwicklung. 

Der Cupra Born. Foto: Cupra.

Trotz des Nettoverlustes betont Finanzvorstand Carsten Isensee: „Seat ist ein gesundes Unternehmen. Das Jahr 2020 war eine schwierige Phase auf einer langen Reise“. Schon 2021 will das Unternehmen aus Martorell wieder in die schwarzen Zahlen zurückkommen. Denn Seat ist gut aufgestellt, wie CEO Wayne Griffiths betont. Die Spanier waren vor der Krise eine der wenigen Marken mit Wachstum. Trotz der Pandemie war 2020 laut CFO Isensee „das Jahr mit der großartigsten Produktpalette“ und laut Griffiths ist der aktuelle Leon, der „beste Seat Leon aller Zeiten“. Die Zuversicht ist da. In den kommenden Jahren will Seat verstärkt auf die Elektromobilität setzen. Bis 2025 sollen fünf Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert werden. Seat will zukünftig im Stammsitz in Martorell jährlich 500.000 Elektroautos für den gesamten Volkswagen Konzern fertigen. 

Der Ausblick auf ein neues Stadtauto von Seat. Foto: Seat.

Die Elektrisierungskampagne bringt auch neue Modelle. Der erste reine Stromer von Cupra, der „Born“ wird Ende des Jahres kommen. Carsten Isensee ist überzeugt: „ der Born ist der Beweis, dass Elektrifizierung und Performance perfekt zusammen passen. Ihm folgt im Jahr 2024 der Elektro-CUV Cupra Tavascan, der auf dem Modularen-Elektro-Baukasten (MEB) von Volkswagen basiert. Die Muttermarke Seat gab bekannt, ab 2025 ein bisher namenloses elektrisches Stadtauto bauen zu wollen. Auch bei den Hybrid-Modellen will Seat weitere Fortschritte machen und zunehmend Modelle (teil-) elektrisieren.

Am Horizont sichtbar ist zudem bereits die Expansion der Marke nach Australien und damit den pazifischen Raum im Jahr 2022. Daneben wird das Standbein Cupra stärker betont, dessen Anteil an den Absätzen sich im Jahr 2021 von fünf auf zehn Prozent verdoppeln soll. Die beiden Marken sind dabei nebeneinander stark definiert. Der Seat-Kunde ist im Schnitt zehn Jahre jünger als im Gesamtmarkt, weshalb CEO Griffiths die Marke als „Eroberungsmarke für junge Leute bezeichnet“. Cupra steht daneben als „unkonventionelle Herausforderungsmarke“, die zwar nicht von jedem gemocht, aber von vielen geliebt werde.

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