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Seat: Elektrifizierender Besuch des Königs

Volkswagen und Seat vereinbaren umfassende Kooperationen mit der spanischen Regierung.

Von Alexander Voigt

Mit einem König feiert man gerne etwas länger. Seat erlebte den 70. Geburtstag der spanischen Marke des Volkswagen Konzerns bereits am 9. Mai 2020. Vor wenigen Tagen nahmen sich der spanische König Felipe VI. und der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez nun endlich die Zeit, den Hauptsitz der Seat S.A. in Martorell vor den Toren Barcellonas zu besuchen und damit die Jubiläumsfeierlichkeiten besonders glanzvoll zu beenden. Begleitet wurden die beiden obersten Repräsentanten Spaniens von Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Seat S.A., Wayne Griffiths, Vorstandsvorsitzender der Seat S.A. und CEO von Cupra, sowie der spanischen Industrieministerin Reyes Maroto und den Seat Aufsichtsratsmitgliedern Stefan Piëch und Mark Porsche.

Teresa Cunillera, Reyes Maroto, Dr. Herbert Diess, König Felipe VI., Pedro Sánchez, Wayne Griffiths, Mark Porsche and Stefan Piëch (v.l.). Foto: Seat.

Bei der Veranstaltung betonten Vertreter des Volkswagen Konzerns, der Seat S.A. und der spanischen Regierung die gemeinsame Vision der umfangreichen Transformation der Automobilindustrie. Beide Unternehmen sind bereit, gemeinsam am Wandel der industriellen Infrastruktur und des Ökosystems für Elektromobilität zu arbeiten und die wirtschaftliche Genesung des mediterranen Landes zu beschleunigen. Herbert Diess betonte: „Spanien kann sich zum Elektromobilitätszentrum Europas wandeln. Die Modernisierung von Industriestrukturen und die Schaffung zukunftssicherer Arbeitsplätze könnten eine starke Blaupause für die gesamte Region bilden.“ Bereits im vergangenen Jahr hat die Seat S.A. einen auf fünf Jahre angelegten Investitionsplan über fünf Milliarden Euro zum Ausbau der Elektromobilität angekündigt.

Reyes Maroto, Spaniens Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, Ministerpräsident Pedro Sánchez, Spaniens König Felipe VI., Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Aufsichtsratsvorsitzender der SEAT S.A., und Wayne Griffiths, Vorstandsvorsitzender der SEAT S.A. und CEO von CUPRA (v.l.). Foto: Seat.

Wayne Griffiths erinnerte an den Seat-Anteil der Mobilitätsgeschichte des Landes: „Vor 70 Jahren haben wir Spanien auf die Straße gebracht. Jetzt ist es unser Ziel, Spanien auf elektrisch angetriebene Räder zu stellen. Damit das Realität wird, haben sich alle Parteien darauf geeinigt, dass Spanien auf seinem gesamten Gebiet eine größere Ladeinfrastruktur entwickeln und sicherstellen sowie die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen durch Förderungen anregen wird.“

Foto: Seat.

Zur konkreten Entwicklung eines Ökosystems für Elektromobilität wurde jetzt ein Projekt ins Leben gerufen, das von Volkswagen und Seat geleitet wird. Es wird als Zugpferd für große und mittlere Unternehmen agieren und mit Schlüsselorganisationen unterschiedlicher Bereiche zusammenarbeiten, wie zum Beispiel Iberdrola im Energiesektor, Telefónica im Kommunikationsbereich und der CaixaBank im Finanzsektor. Auch das Technologiezentrum Asti und große Zulieferer aus dem Automobilsektor, wie etwa Gestamp oder Antolín, sind an Bord. Diese gemeinschaftliche, zukunftsorientierte Initiative hat das große Potenzial, insbesondere für junge Menschen Arbeitsplätze zu schaffen.

Als Heimat der zweitgrößten Automobilindustrie Europas hat Spanien eine erhöhte Verantwortung beim Erreichen der Ziele des europäischen Grünen Deals bis zum Jahre 2030. Darum ist es entscheidend, dass Spanien die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen anregt und eine öffentliche Ladeinfrastruktur entwickelt. Die gemeinsame Zukunftsvision umfasst folglich die lokale Herstellung von kleinen Elektrofahrzeugen im Werk Martorell sowie die lokale Produktion von Batteriezellen und -modulen. 

Abgerundet wurde der Besuch des Königs mit einem Rundgang durch das Seat Design Center. Werner Tietz, Seat Vorstand für Forschung und Entwicklung, stellte die neuesten Modelle vor, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen werden. König Felipe und Pedro Sánchez wurden zudem über den Investitionsplan informiert, den das Unternehmen bis zum Jahr 2025 entwickeln wird. Anschließend setzten sie ihren Besuch im Herzen des Industriekomplexes in Martorell fort, wo sie die „Produktionsstraße 2“ besuchten. Dort baut das Unternehmen die ersten Plug-in-Hybridfahrzeuge der Unternehmensgeschichte sowie den jüngst angelaufenen Cupra Formentor e-Hybrid, die bereits den Wandel hin zur Elektromobilität eingeleitet haben.

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