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Kommt der ID.3 „oben ohne“? – Volkswagen könnte die Karmann Tradition elektrifizieren.

Von Alexander Voigt und Tim Westermann

Den Geruch des Waldes in der Nase. Das Zwitschern der Vögel übertrifft spielend die Abrollgeräusche. Kein Stahldach zwischen Mensch und Natur; kein Verbrennungsmotor trübt die Sinne. Sorgt Volkswagen demnächst für ein Mobilitätserlebnis, das es so seit den Anfängen der Wilhelm Karmann GmbH als Karosseriebauer für Kutschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland kaum mehr gegeben hat? Die Kombination eines leisen, emissionsfreien Antriebes mit dem „Oben-ohne“-Erlebnis eines modernen Cabrios?

Klassische Volkswagen Cabriolets. Foto: Volkswagen.

Ende Februar wagte sich eine wöchentlich erscheinende Automobilzeitung weit vor und ließ einen Graphiker einen offenen ID.3 entwerfen. Am Wochenende trat Volkswagen mehr oder weniger offiziell gleichzeitig auf die Bremse und das Gaspedal: Allen voran Volkswagen Markenchef Ralf Brandstätter bestätigte durch eine Nachricht auf der Online-Businessplattform LinkedIn zwar entsprechende Gedankenspiele aus Wolfsburg, beschreibt aber die entsprechenden Skizzen des Volkswagen Designs lediglich als „verlockende Idee“. So oder so: VW ist an dem Thema dran und fragt über die Sozialen Netzwerke sogar ausdrücklich nach persönlichen Meinungen und Eindrücken.

Ein offener ID.3 oder generell ein Cabrio auf MEB-Basis wäre auf jeden Fall eine perfekte Symbiose aus dem elektrischen Antrieb für das entspannte Fahren mit bis zu 160 Stundenkilometer unter freiem Himmel. Hinzu kommt die Bodensteifigkeit des MEB, die sowohl für ein Cabrio, als auch für die Batterie im Fahrzeugboden zwingend nötig ist. Deren Gewicht wiederum steigert noch den tiefen Schwerpunkt des Fahrzeuges, so dass es noch weniger als bei allen bisherigen Cabrios zu einem Überschlag kommen wird, den man insbesondere bei Fahrzeugen mit einer „Stoffmütze“ natürlich unbedingt vermeiden sollte.

Über die entsprechende Produktionsstätte verfügen die Wolfsburger bereits seit der Beauftragung der Osnabrücker Karmann GmbH für die Realisierung der „Oben-ohne“-Versionen des Käfer, des Karmann Ghia und von zahlreichen Golf Cabrio Generationen. Spätestens mit der Gründung der Volkswagen Osnabrück GmbH im Dezember 2009 und der Übernahme der wichtigsten Produktionsmittel sicherte sich der Volkswagen Konzern endgültig die legendäre Kompetenz der „Karmänner“ im Bereich der Cabriolet- und Kleinserienfertigung.

Der ID-Buggy. Inzwischen wieder vom Tisch. Foto: Volkswagen.

Den Mut zu einem offenen E-Flitzer bewies Volkswagen bereits 2019. Auf dem letzten Genfer Automobil-Salon vor der Corona-Pandemie begeisterte die Studie des ID.Buggy die Fachwelt. Die Realisierung einer Serienproduktion des Spaßmobils ist mittlerweile vom Tisch. Da kommen die neuen Gedankenspiele rund um ein ID.3 Cabrio gerade recht. Das sehen auch die LinkedIn-Follower Ralf Brandstätters ähnlich; der Tenor ist eindeutig: Von „Gute Idee!“ über „Genial!“ bis hin zu einfach „Bauen!“ lauten die einhelligen Reaktionen. Denn eines dürfte klar sein: Das Cabrio auf Basis des ID.3 wird bestimmt kein „Erdbeerkörbchen“ 3.0.

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