E-Mobilität

Elektrischer Gran Turismo soll Emotionen wecken

Björn-Lars Blank

Schon als er 2018 auf der Los Angeles Auto Show als Konzept-Studie vorgestellt wurde, zog der Audi e-tron GT die Blicke auf sich. Gegenwärtig wird die Serienproduktion der GT-Variante vom e-tron in den Böllinger Höfen bei Neckarsulm hochgefahren. „E-Mobilität mit höchster Emotion“, verspricht Audi-Vorstandsvorsitzender Markus Duesmann mit Blick auf den neuen Gran Turismo.

Foto: Audi.

Und so kommt neben dem e-tron GT quattro auch eine RS-Version mit rund 600 PS. Mit Boost-Funktion sind es für 2,5 Sekunden sogar satte 649 elektrische Pferdestärken, die der RS e-tron GT auf den Asphalt bringt. Sportlich-muskulös ist dieser elektrische Typ kreiert worden. Fest dabei im Blick die Aerodynamik. Mit einem Luftwiderstandswert von 0,24 ist dieser GT „windschnittig“. Der Unterboden ist geschlossen, Lufteinlässe und Aero-Felgen tragen ihren Teil zur Aerodynamik bei. Die Reichweitenfrage, üblicherweise gerne bei E-Autos gestellt, steht hier nicht im Vordergrund. Schließlich waren die Verbrenner-RS-Modelle bei entsprechender Fahrweise auch keine Distanzwunder. Fahrspaß und Emotionen sind es, die diesen „scharfen“ Gran Turismo charakterisieren sollen. Zumindest für den e-tron GT quattro prognostiziert Audi eine Reichweite von 488 Kilometern. Die Batterie hat eine Brutto-Kapazität von 93 Kilowattstunden. 

Foto: Audi.

Langstrecken-Version und RS-Modell nutzen jeweils einen elektrischen Allradantrieb, der weiterhin den klangvollen Namen „quattro“ trägt. Für Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren. Die vordere E-Maschine liefert 175 kW (238 PS) Leistung – und dies bei beiden Modellen. Der Heckmotor der RS-Variante ist stärker: 465 PS (335 kW) gegenüber den 435 PS (320 kW) bei der Langstrecken-Version. Der Spurt von null auf 100 Stundenkilometer wird mit Boost-Funktion in 4,1 respektive 3,3 Sekunden im RS-Modell absolviert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 245 (e-tron GT quattro) und 250 Stundenkilometern (RS e-tron GT). Beim Bremsen bis zu einer Kraft bis 0,3 g sorgen die E-Maschinen allein für die Verzögerung. Erst bei stärkeren Bremsmanövern packen die hydraulischen Bremsen an den Rädern zu. 

Foto: Audi.

Neue Wege beschreitet der e-tron GT nicht nur beim Antrieb, sondern auch im Innenraum:  Die Zeiten von Naturleder sind vorbei. So sind etwa die hochwertig anmutenden Sitze aus recycelten Plastikflaschen produziert worden. Im RS-Design Paket sind Bodenteppich und die Fußmatten aus wiederverwerteten Nylonfasern, wie etwa aus Fischernetzen, hergestellt. Wer nicht auf Leder verzichten mag, kann alternativ ein entsprechendes Paket bestellen. Das Cockpit ist im sogenannten „Monoposto“-Stil auf den Fahrer ausgerichtet. Monoposto bezeichnet eigentlich einen Rennwagen mit einem mittig platzierten Sitz. Durch die hiervon inspirierte Gestaltung des Interieurs kommt am Lenkrad des e-tron GT ein vergleichbares Flair auf. Auch, wenn der GT natürlich ein Viersitzer und kein Einsitzer ist. Fahrer- und Beifahrersitze sind in drei Varianten erhältlich. Die Sportsitze des RS e-tron GT sind mit Logos der Performance-Schmiede von Audi verziert. Für ein Extra an Emotion soll der Klang sorgen: Optional ist der sogenannte e-tron Sportsound erhältlich. Auf Basis der Fahrdaten spielen Steuergeräte über jeweils zwei Lautsprecher innen und außen dem Fahrmodus angepassten Sound ab.

Foto: Audi.

Die Plattform teilt sich Audis neuer GT mit dem Taycan von Porsche. Zum unmittelbar bevorstehenden Marktstart ist mit einem Preis ab knapp unter 100.000 Euro zu rechnen. Für die RS-Variante dürften es rund 138.000 Euro sein. 

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