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Fühlt den Rhythmus, hört die Musik, dieser Mini führt uns zum Sieg.

„Das übersteigt eure Vorstellungskraft, Jamaika hat `ne Bobmannschaft“. Naja nicht mehr wirklich, denn seit den Olympischen Winterspielen 1988 treten regelmäßig jamaikanischen Mannschaften bei den Bobsportarten an.

Von Fynn Göttsche

Seinerzeit sahen ein paar US-Amerikaner ein jamaikanisches Seifenkistenrennen und dachten sich, dass diese auch nur Bobs mit Rädern seien. Gepaart mit dem Wissen, dass einige der besten Läufer der Welt aus Jamaika kommen, begannen sie eine Bobmannschaft aufzubauen. Ihre erste Teilnahme bei den Olympischen Spielen wurde 1993 in dem Film „Cool Runnings“ verarbeitet und begründete den Kult um die Wintersportler von der tropischen Insel. Der lose auf den damaligen Geschehnissen basierende Disney-Streifen wurde einer der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres und begeistert bis heute. Diese besondere Rolle unter den Bob-Mannschaften lässt den Jamaikanern nicht nur die Sympathien der Wintersportwelt zufließen, sondern sorgt auch für besondere Herausforderungen im Training.

Da es auf Jamaika natürlich keine Eisbahnen, Schneepisten oder ähnliches gibt, müssen die Jamaikaner einen Teil des Trainings im Ausland absolvieren. Dann kam Corona. Reisen wurden storniert und Einrichtungen geschlossen. So wurde ein Großteil des Trainings in den Kraftraum verlegt. Das Jamaikanische Bob-Team hat es inzwischen bisnach Großbritannien geschafft. Hier bereiten sie sich auf die Weltmeisterschaften im Februar 2021 vor. Da sie besonders an ihren Startzeiten arbeiten wollen, griffen sie zu einer ungewöhnlichen Trainingseinlage. In der größten Skihalle Großbritanniens in Hemel Hempstead nordwestlich von London schoben sie nicht etwa einen Bob den Berg hinauf. Ein Mini Cooper Cabrio in Landesfarben sollte es sein, den die Athleten anstatt ihres üblichen Gefährts nutzten. Im Sommer diente er noch zum Transport des Teams, nun als Trainingsgerät. So schoben sie den Kleinwagen die Steigung über den britischen Kunstschnee der Skihalle hinauf. Shanwayne Stephens, der Pilot des Teams, betonte auch, wie wichtig es ist, dass sie sich wieder an die kalten Temperaturen von minus drei Grad gewöhnen. Als großes Ziel gibt er die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking an.

Falls es eng wird, sollte es den Jamaikanern nicht an schnellen Läufern mangeln. Usain Bolt hat doch Zeit, nachdem er seine Sprinterkarriere beendete und eine Laufbahn als Fußballer nicht so recht in Gang kam. Vielleicht wäre ja der Bobsport etwas für ihn.

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