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Was wäre wenn? Bugatti geht an neue Grenzen doch die Superlative gehen aus.

Schnelle Autos haben einen schnellen Namen. Sportwagen. Wem das nicht reicht, für den gibt es seit den 1980er Jahren, die Supersportwagen. Doch auch die sind ausgelutscht, also folgten vor 15 Jahren die Hyper-Sportwagen. Das französische Städtchen Molsheim gibt in dieser Rubrik den Ton an. Denn dort sitzt Bugatti. Hersteller völlig lebensferner Raketen auf Rädern, die sie seit dem Veyron als Hypersportwagen bezeichnen.

Von Fynn Göttsche

Doch auch dieses Superlativ ist nun aufgebraucht. Mit der neuen Designstudie Bugatti Bolide präsentieren die Elsässer wieder einmal geradezu aberwitzige Kennzahlen. Während die Welt noch ehrfürchtig zu V8-Motoren aufschaut, knallt Bugatti einen Acht-Liter-W16 Motor unter die Carbonfasterhaut des blauen Boliden. Dieses Aggregat produziert die bestimmt dringend notwendigen 1850 PS für den Vortrieb des 1240 Kilogramm schweren Einsitzers. Das ist kein Hypersportwagen mehr, das ist laut Bugatti ein „extremer Hypersportwagen“. Zum Vergleich: die neueste Generation A7 des Leopard 2 Panzers, die nur etwa 50-Mal schwerer ist, als der Bugatti, kommt mit 1500 PS aus. 

Als Maximalgeschwindigkeit sollen beim Bugatti deutlich mehr als 500 Kilometer in der Stunde drin sein. Da der Standardsprint auf 100 km/h schon fast nicht mehr interessiert, gibt Bugatti selbstbewusst die simulierten Zahlen für alle Hunderterschritte an. Zwei auf hundert, zwanzig auf fünfhundert sagen wir mal zusammenfassend. Aber seien wir mal ehrlich, so wirklich relevant ist das auch nicht, denn die Menschen, die fahrerisch in der Lage wären, dieses Auto an seine Grenzen zu bringen – und es zu überleben – sind ziemlich rar gesät. Doch beim Bolide geht es nicht wirklich um realen Fahrspaß eines Kunden. Es geht für die Konstrukteure um das pure Wissen, dessen was technisch möglich ist. Sie wollen ihre eigenen Grenzen und die Grenzen der Physik erweitern. Ein nobles Ziel, denn auch wenn den Bolide wohl nur wenige Menschen fahren werden, so sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die aus seiner Konstruktion erwachsen, förderlich für die gesamte Branche. 

Für den Kunden kommt es ganz im Gegensatz dazu, darauf an, dass das er das teuerste, schnellste oder stärkste Fahrzeug in seiner Garage stehen hat. Ein vielleicht weniger nobler Beweggrund als der des Ingenieurs. Doch wenn der Kunde nicht bereit wäre, sein enormes Vermögen für so ein Modell auf den Kopf zu hauen, würde es vermutlich nie gebaut und die Erkenntnisse dessen, was möglich ist, wohl kaum erlangt. Folglich dürfen wir im Sinne der Wissenschaft und der Automobilindustrie den Scheichs und Oligarchen dieser Welt danken, dass sie sich diese „extremen Hypersportwagen“ in ihre gigantischen Garagen stellen werden. Wir einfachen Leute träumen derweil davon, mal in einem dieser Raketen auf Rädern mitzufahren und erfreuen uns an den Bildern.

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