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Alpina heiß! – Bringt PS ins Spiel

von Fynn Göttsche

Im Ostallgäu liegt das Städtchen Buchloe mit seinen 13.000 Einwohnern. Ein Medizinnobelpreisträger ist hier aufgewachsen und Horst Seehofer ist seit Beginn des Jahres Ehrenbürger. Nicht viel ist hier los und ansonsten geht es auch recht beschaulich zu. Wäre da nicht Burkard Bovensiepen. Der 84-Jährige Buchloer gründete in den 1960ern hier im Alpenvorland die Firma „Alpina“ und leitet sie bis heute. Wer bei Alpina nun an Farbe denkt liegt falsch, denn es geht um Autos. Schnelle Autos. Laute Autos. 

Bajuwarische PS-Edelschmiede

Die Alpina Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG veredelt Automobile. Nicht irgendwelche Automobile, sondern exklusiv die Modelle von BMW aus dem 70 Kilometer entfernten München. Alpina geht bei der Leistung seiner Modelle sogar noch weiter, als es die BMW-Tochter BMW-M tut. Höchstleistung ist das Geschäft der Buchloer. Der Alpina B7 Turbo war etwa Ende der 1970er zeitweilig die schnellste Serienlimousine der Welt. Nicht nur am Motor dreht Alpina dabei nach. Fahrwerk, Bremsen und Innenausstattung werden optimiert. So stark, dass Alpina nicht mehr als Veredler, sondern als eigener Automobilhersteller gilt. Auch wenn die Montage bei BMW stattfindet, werden die Komponenten von Alpina geliefert und letztendlich im eigenen Werk auf die Auslieferung vorbereitet. Äußerlich sind diese Modelle eher zurückhaltend. Understatement hat Tradition und die Performance ist für den Laien nicht sofort sichtbar. Für Eingeweihte, sind die Buchloer Boliden trotzdem sofort als Alpina-Modelle zu erkennen. Die Felgen der Hochleistungskisten haben jeweils zwanzig Speichen. Front- und Heckspoiler sind modifiziert und tragen einen Alpina-Schriftzug. Wer im Heckspiegel Alpina liest sollte also schnell rechts rüber. 

Preise für Performance

Es verwundert nicht, dass die Buchloer in diesem Jahr die Kategorie Performance beim German Car of the Year für sich entschieden. Das Modell „BMW Alpina B3“ überzeugte die Jury aus 18 Automobiljournalisten. Es setzte sich unter anderem gegen starke Konkurrenzmodelle wie den Ferrari Roma oder den Porsche 911 Turbo S durch. Die Jury lobte besonders die Symbiose aus Sportlichkeit und Reisekomfort. Das Siegermodell kommt mit einem 3-Liter-Reihensechszylinder-Motor daher, der 340 kW / 462 PS leistet. Die Kraft entfaltet der auf dem 3er-BMW basierende Bolide mit 700 Newtonmeter Drehmoment. Nach 3,8 Sekunden ist der Standardsprint bereits absolviert und nicht einmal zehn Sekunden später fährt das Auto doppelt so schnell. An ihrer Leistungsgrenze kitzelt die Limousine sogar 303 Kilometer pro Stunde aus sich heraus. Preislich liegt der B3 bei 81.250 Euro.

Der Alpina B3. Foto: Alpina

Kommt jetzt der V8-Dampfhammer?

Alpina lieferte kürzlich die ersten Bilder des neusten Modells, dessen Erlkönig Ende September auf dem Nürburgring getestet wurde. Zeitgleich wurden jetzt mehr Informationen für die nicht mehr all zu ferne Zukunft angekündigt. Das auf optisch dem BMW M8 Grand Coupé basierende Luxusmodell kommt – so vermutet die Automobilwelt – mit 4,4-Liter-V8-Twinturbo-Motor daher. Dieser leistet 621 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. Wie für Alpina üblich, ist auch dieses Schlachtschiff optisch eher zurückhaltend. Der neue Frontspoiler versteckt sich zwar noch unter Folie, doch die zwanzig Speichen der Räder rufen bereits den Namen, der bisher verdeckt ist. 

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