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Wasserstoffantrieb: Hyundai und Ineos kündigen Zusammenarbeit an

Von Wolf Meinertshagen

Einer der weltweit größten Chemiekonzerne arbeitet künftig mit einem der großen Automobilhersteller zusammen: Ineos und Hyundai schlossen eine Partnerschaft für die Erforschung von Möglichkeiten in der Wasserstoffwirtschaft. Im Fokus der Zusammenarbeit stehen zunächst Projekte des öffentlichen und privaten Sektors, die sich auf die Entwicklung der Wasserstoff-Wertschöpfungskette in Europa konzentrieren.

Seit 2013 hat Hyundai mit dem Nexo bereits ein Modell mit serienmäßigem Wasserstoffantrieb im Portfolio und gehört zu den führenden Herstellern in diesem Bereich. Der Wasserstoff-Antrieb basiert auf einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff Elektrizität erzeugt, mit der ein Elektromotor das Fahrzeug bewegt. Statt Abgasen entsteht lediglich Wasserdampf. Anders als beim Batterie-elektrischen Antrieb fällt so die ökologische Belastung durch die Herstellung des Akkus weg. Diese entspricht oftmals bis zu 100.000 Kilometern Fahrleistung eines Verbrenners. Bei Hyundai ist man überzeugt, dass Wasserstoff eine echte Alternative zum Batterie-elektrischen-Antrieb sein kann. Bis 2030 planen die Koreaner ein Produktionsvolumen von 700.000 Fahrzeugen. 

Das größte Problem der Brennstoffzellen-Autos ist bisher noch das dünne Netz von Wasserstoff-Tankstellen. In Deutschland gibt es bisher nur ungefähr 80, in Italien gar nur zwei Orte, um Wasserstoff zu tanken. An diesem Punkt will die Zusammenarbeit von Ineos und Hyundai ansetzen. In den Fabriken von Ineos entstehen heute bereits jährlich 300.000 Tonnen Wasserstoff als Nebenprodukt der chemischen Industrie. Diese Menge reicht bereits für mehr als 30 Milliarden Kilometer Fahrleistung. Die Ineos-Tochter Inovyn ist die größte Betreibergesellschaft Europas für die Wasserstoff-Elektrolyse. Dank dieser Technik wird grüner Wasserstoff hergestellt und ermöglicht wichtige Schritte auf dem Weg zur kohlenstofffreien Zukunft.

Der Chemiekonzern Ineos ist kürzlich auch unter die Autobauer gegangen und befindet sich gerade in den finalen Zügen der Entwicklung seines Geländewagens Grenadier. Hyundai und Ineos prüfen zur Zeit die Möglichkeit, das Brennstoffzellen-System von Hyundai auch im Grenadier einzusetzen und so die Antriebsmöglichkeiten zu diversifizieren.

Der Ineos-Grenadier. Foto: Ineos.
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