Motorsport

René Rast rast rastlos zur dritten Meisterschaft.

von Fynn Göttsche

Innerhalb von nur vier Jahren, ist der Audi-Werksfahrer René Rast bereits zur dritten Meisterschaft in der DTM gefahren. Das hat noch kein anderer geschafft und so zog er in dieser kurzen Zeit mit Rennlegende Klaus Ludwig gleich. Die beiden stehen nun auf Platz zwei hinter Bernd Schneider in der ewigen DTM-Rangliste. René Rast gewann insgesamt 24 Rennen in seinem Audi RS 5 DTM, holte 20 Poles und 14 schnellste Runden. Soll heißen: 1113 Punkte bei 77 Starts und damit 14 Punkte pro Rennen.

René Rast. Foto: Audi.

Das Gefühl, innerhalb von nur vier Jahren zu den besten DTM-Fahrern aller Zeiten zu gehören, ist noch nicht so ganz beim Rekordfahrer angekommen. Er kommentiert: „Das wird man wahrscheinlich erst richtig wahrnehmen, wenn man etwas älter ist und auf das zurückblickt, was man in der Vergangenheit so gemacht hat.“ Der Dank für diese Leistung gebührt aber besonders seinen Eltern und Schwestern. Da diese bereits früh mit zu den Rennen gereist sind. Sein Vater war immer mit dem Wohnmobil dabei. Ab 2005 übernahm Manager Dennis Rostek diese Aufgabe, der bis heute an der Seite von René Rast steht. Natürlich ist auch seine Frau Diana beteiligt, die immer an der Seite ihres Mannes ist, wenn es mal nicht so gut läuft. Sportlich hat das Team Rosberg zum Erfolg der letzten Jahre beigetragen. Mechaniker und Ingenieure haben vier Jahre lang, Tag und Nacht für die Erfolge gearbeitet. Letztlich hat zudem Audi Sport seinen Teil geleistet, dass René Rast seine Träume verwirklichen konnte, stellten sie ihm doch die Autos für die Rennen.  

Nach dem Titelgewinn ließ Rast es ruhig angehen. Zwar waren noch ein paar Sponsorentermine am Bilster Berg zu absolvieren, aber ansonsten widmete er sich seiner Familie und spannte ein paar Tage aus. Nach einem solch vollgepackten Jahr, blieb auch einiges liegen, dass er abzuarbeiten hatte. Während dieser Zeit prasselten auch geschätzt 1000 Glückwünsche beim Titelgewinner ein. Darunter Lukas Podolski, über dessen Gratulation sich Rast besonders freute. Das Siegerauto kommt nun bei Audi ins Museum. Damit Rast ein Andenken erhält, plant er das 2017er Modell seines Gesamtsieges mit V8-Motor und einen Vierzylinder-Turbo zu kaufen. Jeweils aus der Generation in der er Meister wurde.

René Rast, Audi Sport Team Rosberg. Foto: Audi.

Kurz vor dem Finale in Hockenheim wurde es übrigens noch einmal spannend. Nachdem Nico Müller das Samstagsrennen auf dem Hockenheimring für sich entschied, stieg der Druck auf Rast. Doch dieser blieb nach einem schnellen Qualifying trotzdem ruhig und holte sich so den Meistertitel. Mit diesem Rennen endet auch die kurzlebige Ära der Class-1 in der DTM. Dies geht auch an René Rast nicht spurlos vorbei, denn „es schmerzt schon sehr. Das waren tolle Rennautos – echte Prototypen, richtig schnell, in Spa von den Rundenzeiten her nicht weit weg von der Formel 2. Diese Autos nach nur zwei Jahren ins Museum zu geben, das ist schon hart. Aber wir müssen einfach happy und zufrieden sein, dass wir überhaupt solche Rennautos fahren durften.“

Zukünftig wird René Rast in der Formel E zu sehen sein. Ob er parallel noch in der DTM fahren kann, steht noch nicht fest, auch wenn er sich sicherlich freuen würde. „Die DTM ist immer mein Zuhause gewesen. Wenn ich noch zwei Titel einfahren könnte, wäre ich auf einer Stufe mit Bernd Schneider. Aber nicht nur deswegen würde ich das gerne weiter machen, sondern weil die DTM einfach zu mir gehört“, so Rast. Doch nicht nur die Formel E ist elektrisch. Auchin der DTM wird Strom gegeben. Die DTM Electric wurde in Hockenheim vorgestellt, die mit Leistungen von 1200 PS daherkommt. Rast ist daher sehr begeistert. „DTM Electric finde ich sehr cool – auch das ganze Konzept um die DTM herum: DTM, DTM Trophy, DTM Electric, DTM Esports und DTM Classic“, prophezeit er, dass die Zukunft elektrisch ist. Aber auch für die Fans, die zweifeln, hat er eine Nachricht: „Natürlich kann ich verstehen, dass viele Fans den elektrischen Rennserien kritisch gegenüberstehen. Es sind noch viele Petrol Heads dabei, die mit dem Motorsport aufgewachsen sind. Ich bin auch einer, der sagt, ich finde Sound geil. Aber man muss auch sehen, dass die Zeiten sich ändern.“ Rast nennt die Formel E als faszinierendes Beispiel, weil „die Rennen immer unvorhersehbar und spannender als jedes Formel-1-Rennen sind. Es passiert mehr, es gibt mehr Action. Auch für die Fahrer ist das sehr anspruchsvoll.“

René Rast. Foto: Audi.

Auf den gebürtigen Westfalen selbst wartet das erste Rennen der Formel E im Januar. Bis dahin ist es eine große Herausforderung, in dieses Thema reinzukommen. Da vieles für ihn Neuland ist und er außer Berlin noch keine der Strecken kennt. Aufgrund der jahrelang guten Zusammenarbeit mit Audi bleibt René Rast seinem Team treu und wird auch in der Formel E für Audi fahren. An Angeboten von anderen Herstellern mangelte es nicht. 

Für die Weihnachtszeit hat der dreifache DTM-Chanmpion keine großen Wünsche. Zeit mit der Familie verbringen, ausspannen und die Batterien aufladen. Materiell wünscht er sich nichts. Mit einer neuen Systemkamera erfüllte er sich nach seinem Titelgewinn bereits einen kleinen Wunsch, um seinem Hobby der Photographie, weiter nachgehen zu können. 

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