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Bentley Flying Spur V8 – der Fond bleibt leer, der Oligarch fährt selbst

Bentley ist ein Inbegriff für eine Luxuslimousine. Eng verbunden mit der Vorstellung eines Chauffeurs mit Hut und Handschuhen, in feinem Zwirn auf dem Fahrersitz und den wohlbetuchten Passagieren im Fond. Doch dieses Bild scheint sich zu wandeln, wie Kundenbefragungen von Bentley nahelegen. Der Chauffeur wird zunehmend obsolet und der Besitzer fährt lieber selbst. Diesen Umstand ließ Bentley in die Entwicklung des Flying Spur V8 einfließen, der den Fahrer stärker in den Fokus nimmt.

Von Fynn Göttsche

Kernstück dieser Entwicklung ist der namensgebende V8-Motor, der statt des W12-Aggregats der Standardversion verbaut wurde. Die acht Zylinder bringen es auf vier Liter Hubraum, die zusammen 550 PS leisten und gleichzeitig 770 Nm Drehmoment erzeugen. Innerhalb von 4,1 Sekunden soll dieser Brite aus dem Stand die 100 km/h-Marke erreichen und sogar noch bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von Tempo 318 weiterbeschleunigen können. Durch den kleineren Motor spart Bentleys jüngster Spross direkt 100 Kilogramm Gewicht ein. Zwar wiegt der Bentley immernoch mehr als zwei Tonnen, doch ist er dynamischer und temperamentvoller. Der charakteristische Klang eines V8 trägt zum Gesamtpaket des optimierten Fahrgefühls bei. Durch den kleineren Motor spart die Luxuslimousine aber auch einiges an Sprit und verringert die Emissionen. Die zusätzliche Funktion, dass vier Zylinder bei weniger als 3.000 Umdrehungen abgeschaltet werden können, verringert den Kraftstoffverbrauch zusätzlich um 16 Prozent. Das alles geschieht im Zehntel eines Wimpernschlags ohne dass die Insassen davon Kenntnis nehmen. Im Ergebnis sind das längere Reichweiten und weniger Tankstops. 

Den Fond lassen die Konstrukteure natürlich nicht außer Acht, denn vierzig Prozent der Fahrer nehmen mindestens einmal in der Woche Passagiere auf der Rückbank mit. Für die Mitfahrer in der zweiten Reihe stehen dafür Modelle mit vier oder fünf Sitzen zur Verfügung. Im Fall des Viersitzers zieht sich die Mittelkonsole durch das gesamte Fahrzeug. Bentley betont die Optimierung des darin enthaltenen Kühlfachs, in das entweder zwei Champagnerflaschen oder sechs Softdrink-Dosen passen. Jenachdem ob die Tochter oder die Geliebte von der Schule abgeholt wird. Sowohl plus als auch minus sechs Grad Kühlung sind möglich. Für alle Eventualitäten ist vorgesorgt. Hinzu kommen natürlich auch die benötigten Getränkehalter. Zusätzlich zur Getränkeversorgung ist die weitere Ausstattung des luxuriösen Briten natürlich auch standesgemäß. Hochwertige Stoffe, edle Hölzer und modernste Technik finden sowohl Fahrer als auch Passagiere im Flying Spur V8. Mittels kabelloser Touch-Fernbedienung lassen sich Klimaanlage, Sonnenblenden oder Beleuchtung ebenso steuern wie das Entertainmentsystem. 

Sowohl zum Entspannen wie auch zum Arbeiten bietet der Bentley Flying Spur V8 alles was sich seine reichen Besitzer wünschen. Egal ob sie auf dem Fahrersitz oder der Rückbank platznehmen. Wie bei den meisten Luxuslimousinen üblich, sind die Käufer besonders in China, Russland und den USA zu erwarten. Hinzu kommt, dass das neuste Modell des immerhin britischen Hoflieferanten Bentley in Großbritannien garnicht erst verkauft wird. In Europa kommen nur die Russen in den Genuss des Flying Spur V8 und die dürften ihre Freude haben.

Die Preise beginnen bei etwas weniger als 200.000 Euro und liegen damit nur geringfügig niedriger, als beim zwölf-Zylinder-zählenden Schwestermodell. Aber seien wir ehrlich, auf den Preis werden die potentiellen Kunden nicht wirklich achten.

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