Driving Times SERIE

Kult und Ikonen – K.I.T.T. – einst Zukunftsmusik heute erstaunlich real – der 1982er Pontiac Firebird Trans Am

Manche sind Kult und viele werden zu Ikonen – Automobile und Filmproduktionen stehen oftmals in einer Symbiose zueinander. Driving Times hat sich deshalb 36 automobile Klassiker herausgesucht, die nicht zuletzt durch ihre Auftritte in Kinohits, Blockbustern und TV-Serien enorme Bekanntheit oder gar Kultstatus erlangt haben. Heute im Programm K.I.T.T. aus Knight Rider.

Von Fynn Göttsche

Er kommt – Knight Rider – Ein Auto, ein Computer, ein Mann.
Knight Rider – Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.

Der kurze Text des Intros beschreibt bereits alle wichtigten Punkte der TV-Serie Knight Rider. Der ehemalige Polizist Michael Knight, gespielt von David Hasselhoff und sein Auto „Knight Industries Model Two Thousand“, kurz K.I.T.T., dargestellt von einem 1982er Pontiac Firebird Trans Am, bekämpfen in 90 Folgen diverse Bösewichte. Äußerlich mag K.I.T.T. nur wenig vom Serienmodell unterscheiden, doch im Innern des Wagens strömte die Magie, die diese Serie so besonders machte.

Das Intro der Kultserie

Kern des schwarzen Firebirds war ein Computer, der nicht nur mit dem Fahrer über Sprachsteuerung kommunizierte und unzählige Sonderfunktionen auslöste, sondern auch einen eigenen Willen hatte. Diese Besonderheit ließ Fahrer und Gefährt oftmals wie ein altes Ehepaar diskutieren, was immens zum Charme der Serie beitrug. Und auch äußerlich glich sich Hasselhoff mit seiner charakteristischen schwarzen Lederjacke dem schwarzen Äußeren des Firebirds an – wie es auch bei alten Ehepaaren hin und wieder üblich ist. 

Michael Knight und sein treues Gefährt. Bild: Universal Television

Der 1982er Pontiac Firebird Trans Am ist der erste Vertreter der dritten von vier Generationen der von 1967 bis 2002 produzierten Baureihe. Nach dem Erfolg des 1977er Modells durch den Film „ein ausgekochtes Schlitzohr“ mit Burt Reynolds, wurde die neue Generation bewusst durch die von 1982 bis 1986 laufende Fernsehserie beworben. Die markantesten Elemente der neuen Generation waren Klappscheinwerfer und eine leicht asymetrische Lufthutze auf der Motorhaube. Äußerlich unterscheidet sich K.I.T.T. vor Allem durch die leicht geänderte Schnauze vom Serienmodell. Sie wurde verlängert und die so verdeckten Scheinwerfer verlegt. Wichtigstes Charakteristikum war das in der Front angebrachte rote Lauflicht. Dieses „Scanner“ genannte Element verband den Computer im Innern mit der Außenwelt und ließ K.I.T.T. seine diversen Fähigkeiten ausspielen. Selbstverständlich konnte K.I.T.T. auch völlig autonom fahren. Damals lag so etwas irgendwo zwischen Zukunftsmusik und Hexenwerk – heute ist das bereits real. Ähnlich verhält es sich mit der Vernetzung und Kommunikation mit anderen Autos oder der Umgebung. So wird in der Serie etwa schnell klar, dass eine Panne anderer Fahrzeuge nur vorgetäuscht, oder ein Fluss zu tief zu durchfahren ist. Auch das enthaltene Navigationssystem war damals so revolutionär wie es heute selbstverständlich ist. Das Abhören von Polizeifunk und Telefonen war ebenso möglich wie die Beeinflussung aller elektrischen Geräte in K.I.T.T.s Nähe. Schusssicher war das Chassis natürlich auch. Angeblich sollte es sich wie Babyhaut anfühlen. Hinzu kommen weitere Spielereien wie Schleudersitz, Seilwinde, Flammenwerfer oder ein lautloser Verfolgungsmodus. War K.I.T.T. womöglich der erste Hybrid? Zumindest fuhr er mit allem was flüssig war und brannte. Den Überblick über diese Funktionen hatte Michael Knight über ein Cockpit, welches dem eines Flugzeugs glich. Zahlreiche blinkende und piepende Anzeigen, Knöpfe und Bildschirme trugen zum Raumschiffgefühl bei, in dessen Zentrum kein Lenkrad sondern ein Steuerhorn stand. 

Schlafzimmerblick bei Fahrer und Fahrzeug. Bild: Universal Television

Selbstredend wäre K.I.T.T. nicht mit dem Serienmäßigen 5-Liter-V8-Motor des 1982er Firebird Trans Am ausgekommen. Schließlich konnte er, insbesondere im „Super Pursuit Mode“ rund 500 km/h schnell fahren. Dafür reichten die für Trans-Am-Verhältnisse schmalen 165 PS natürlich nicht aus. Kaum eine Folge Knight Rider kam zudem ohne den Turbo Boost aus, wodurch David Hasselhoff und der Firebird auf Knopfdruck, dank Raketenantrieb durch die Luft und meist auch diverse Requisiten und Kulissen flog. 

Der Mythos von K.I.T.T. wirkte wie eine dunkle Vorahnung auf die heute bestimmenden Themen der Automobilwelt. Vernetzt, autonom, elektrisch. Durch Sprache gesteuert und vor Allem auf die Sicherheit seiner Insassen bedacht. Wenn gleich der Turboboost unwahrscheinlich bleiben wird, ist erstaunlich viel K.I.T.T.in der Realität angekommen.

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