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Kampf durch Sardiniens Staub und Schotter und die Rückkehr einer Legende

Karge Landschaften eines Urlaubsparadieses, 64 Besatzungen und mehr als 1.000 Kilometer – das ist der Stoff für die sechste Runde der FIA World Rally Championship auf Sardinien.

Von Fynn Göttsche

Nachdem die Austragung der Rally Italia Sardegna im Sommer der Pandemie zum Opfer fiel, wird diese nun im Herbst nachgeholt. Leider immer noch ohne Zuschauer an der Strecke. Den Fahrern mit ihren World Rallye Cars dürfte dieneue Terminierung womöglich besser gefallen. Denn die Strecke in der Provinz Sassari ist bekannt für ihre enormen Staubwolken und umherfliegenden Schotter, was nicht nur der Technik ganz schön zusetzt, sondern auch die Reifen fordert. Diese Gefahr dürfte bei den etwas milderen Temperaturen geringer sein und auch bessere Sicht ermöglichen. Falls der Herbst aber zu früh zuschlägt, könnte den Teams hinter der ein oder anderen Kurve eine regelrechte Schlammschlachtbevorstehen und ihnen so einiges abverlangen. Mit 64 Startern übertrifft die Rally Italia Sardegna damit sogar noch den bisherigen Spitzenwert der Saison, von der Rally Estonia mit60 Fahrzeugen. Unter den Teilnehmern finden sich 23 Nationen. Am stärksten vertreten ist Italien mit 25 Piloten, gefolgt von sechs Franzosen und den obligatorischen Finnen, von denen fünf Fahrer an den Start gehen und ohne die vermutlich kaum eine Rally auskommt. Der momentan Führende ist der Waliser Elfyn Evans (Toyota Gazoo Racing World Rally Team) mit 97 Punkten und hat somit 18 Punkte Vorsprung vor seinem französischen Teamkollegen Sébastien Ogier auf dem zweiten Platz. Eng auf den Fersen ist ihnen der Este und WM-Titelverteidiger Ott Tänak (Hyundai Shell Mobis World Rally Team), mit 70 Punkten, der bereits in der zurückliegenden Saison die sechsjährige Siegesserie von Sébastien Ogier in Italien beenden konnte. 

Besondere Aufmerksamkeit dürfte auch die Rückkehr des norwegischen Ex-Weltmeisters Petter Solberg erregen. Nach neun Saisons der WRC-Abstinenz, kehrt er mit Andreas Mikkelsen als Beifahrer zurück. Solberg fährt aktuell für das Sainteloc Junior Team und hatte nach seinem Weltmeistertitel von 2003 und einigen Jahren an der Weltspitze des Rallysports, neue Herausforderungen in den FIA World Rallycross Championships (WRX) gesucht.

Vom 08.-11. Oktober werden die Fahrer auf 16 Etappen, 238,84 Wertungskilometern und 960 km Verbindungsstrecke zeigen müssen, was sie und ihre Autos können. Ob das sardische Wetter mitspielt, bleibt abzuwarten. Los geht es am Freitag-Morgen um 5:45 Uhr in Tempio Pausania.

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