Aktuelles Fahrbericht

Cupra Formentor: Scharfes „Batmobil“ mit Coolness-Faktor

Volkswagens Konzern-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess nannte ihn jüngst das „Batmobil“. Hersteller Cupra spricht selbst von einem „Power CUV“. Gemeint ist das neue und erste eigenständige Modell von Seats Sportmarke Cupra – der Formentor. Als 310 PS starker Benziner startet das Crossover Utility Vehicle mit muskulöser Optik und viel Sportlichkeit in den Markt. Mit ihm verbindet Cupra ehrgeizige Ziele.

Von Björn-Lars Blank

Bei der Fahrpräsentation in München zeigt der Formentor, was unter seiner Haube steckt. Die ist ihrerseits stark geschwungen gestaltet und lässt den Wagen so auf Anhieb muskulös wirken. Durch die langgezogene Front ergibt sich so ein unverkennbarer Look, der aus der Fahrerperspektive gleichfalls kraftvoll wirkt. Unter dem Blechkleid sorgen 310 Pferdestärken und das 4Drive-Allradkonzept für Vortrieb. Damit gelingt der Sprint von null auf 100 Stundenkilometer in 4,9 Sekunden. Beim Blick auf die nackten Zahlen fällt das relativ hohe Fahrzeuggewicht auf. Beim Benziner stehen 1.644 Kilogramm zu Buche. Er ist eben ein SUV mit Coupé-Form.

Trotz Gewicht ist der Formentor durch das adaptive Fahrwerk und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern aber kein behäbiger Geselle, sondern wird dem Anspruch nach Sportlichkeit gerecht. Das zeigt sich auf einem Handlingkurs unweit des Münchener Flughafens, wo sich der Formentor regelrecht „vorgeknöpft“ werden kann. Kompromisslos sportlich: Das elektronische Stabilitätsprogramm kann per Knopfdruck auf der Mittelkonsole ausgestellt werden. So sind auch Drifts möglich, wie Cupra-Rennfahrer Matthias Ekström eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der Schwede, seines Zeichens zweifacher DTM-Champion, wirkte auch an der Abstimmung des Formentor mit.

Wer von dem straffen Cupra-Fahrmodus samt kernigem Sound eine Auszeit möchte, dem stehen komfortablere und leisere Modi zur Verfügung. Etwa, um sich im zäh fließenden Stadtverkehr eher dem Entertainment via zentralem zwölf Zoll Display zu widmen. Um wieder in den „scharfen“ Cupra-Modus zu gelangen, reicht ein langer Druck auf die entsprechende Taste am Lenkrad: Fortan legt der Formentor die Zurückhaltung ab und wird zum ausdrucksstarken Spaßgefährt. Apropos Lenkrad: Das Sportlenkrad liegt gut in der Hand und weckt Motorsport-Feeling.

Zum Marktstart gibt es den Formentor zunächst allein als Benziner mit Allradantrieb, zum Preis von rund 44.000 Euro in Deutschland. Für 2021 sind weitere Varianten als Plugin-Hybrid und auch ein Diesel angekündigt. Mit dem Namenszusatz VZ, für das spanische Wort Veloz (Geschwindigkeit), werden die leistungsstärksten Versionen versehen. Gebaut wird das CUV in Martorell in der Nähe Barcelonas. Als Basis dient der modulare Querbaukasten (MQB) von Volkswagen in einer Evolutionsstufe, die bei der Fahrzeuglänge ein Plus von fünf Zentimetern bringt.

Als einer der Ersten greift neuerdings Volkswagen Konzernchef Herbert Diess im neuen Crossover ins Lenkrad. Diess verlieh seinem neuen Dienstwagen den Spitznamen „Batmobil“ – in Anlehnung an das kultig-geschwungene Gefährt von Comic-Superheld Batman. Der Namenspate für die tatsächliche Modellbezeichnung ist indes das Kap Formentor aus Mallorca. Dort hätte Seats neuer Vorstandsvorsitzender Wayne Griffiths den CUV liebend gerne vorgestellt. Durch die gravierende Corona-Lage in Spanien ist davon jedoch abgesehen worden. Trotz Pandemie erhofft sich Griffiths durch den Formentor für 2021 eine Verdoppelung der Verkaufszahlen und einen Vorstoß im Umsatz-Gefilde von mehr als einer Milliarde Euro. Der Formentor ist ein reines Cupra-Modell, einen Seat Formentor wird es nicht geben. Das macht ihn für die knapp drei Jahre junge Performancemarke von Seat so besonders. Griffiths: „Der Formentor ist der bisher größte Schritt für Cupra.“

Übrigens: Die Spanier schärfen ihr Superhelden-Auto im kommenden Jahr nach. Eine Variante mit deutlich höherer Leistung ist in Planung. Ob das mit einem oder gar zwei Zylindern mehr als beim bisherigen V4-Motor der Fall sein wird, war den Verantwortlichen bisher aber nicht zu entlocken.

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