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Tiguan-Bruder erhält Facelift mit „Hola-Effekt“

Seat Ateca fährt mit schärferen Linien und Sprachassistent vor.

Von Tim Westermann

Nur wenige Dinge sind so schwer zu erschaffen wie einen Bestseller. Mit dem unter anderem in Wolfsburg gebauten Tiguan ist der Marke Volkswagen ein solcher Kunstgriff gelungen. Das kompakte SUV eroberte nach seiner Markteinführung im Jahr 2007 seine Kundschaft im Sturm und mauserte sich zum erfolgreichsten SUV Europas. Weltweit läuft alle 35 Sekunden ein Tiguan von den Volkswagen-Produktionslinien. Nicht zuletzt aus dieser Erkenntnis setzte die spanische Konzerntochter Seat im Jahr 2016 ebenfalls auf die Kompakt-SUV-Karte und schuf mit dem im tschechischen Kvasiny gefertigten Ateca einen ähnlich erfolgreichen jüngeren Konzernbruder des Tiguan. Nun bekam er seine Produktaufwertung mit vielen Neuerungen. „Hola, hola Ateca!“ – zu deutsch: „Hallo, hallo Ateca!“. Mit diesem Aufruf aktiviert man den neuen Sprachassistenten im kompakten Iberer. Äußerst praktisch, muss man bei vielen Funktionen nicht einmal mehr die Hände vom Lenkrad nehmen.

Fotos: SEAT

Es ist ein sorgsamer Feinschliff, den die Spanier ihrem Margenbringer verpasst haben. Auffällig ist auf den ersten Blick – wie beim Léon – der geschwungene Schriftzug am Heck. Auch die hintere Leuchtsignatur wurde von ihrer Linienführung etwas verschärft. In der Front erkennt man nun noch klarer die aktuelle Designlinie der spanischen Marke. Die Frontscheinwerfer schlagen noch deutlicher eine optische Brücke zum in Wolfsburg gebauten größeren Seat Tarraco. Mit dem gewachsenen Kühlergrill inklusive der zusätzlichen Ecken ist der aufgewertete Ateca optisch noch klarer als Mitglied der Seat-Familie zu erkennen.

Im Interieur wirkt das gesamte Ambiente wertig und versprüht einen Hauch von Noblesse. Ein Grund dafür sind unter anderem fein gestickte Ziernähte an den Sitzbahnen und das große Raumgefühl. Technologie-Fans dürfen sich über die Auswahl von drei verschiedenen Infotainment-Bildschirmen freuen. Die Displaygrößen reichen von 8,25 über 9,2 bis hin zu 10,25 Zoll. Das Armaturenbrett-Design wurde leicht angepasst und auch neue Farben und Materialien werten diesen Spanier auf. Bei den Motoren stehen ausschließlich saubere Benzin- und Diesel-Aggregate zur Verfügung. Dabei wurde der 1,6-Liter-Diesel durch einen Zwei-Liter-Motor ersetzt – wahlweise mit 115 oder 150 PS. Bei den Otto-Motoren reichen die Leistungen von 115 bis 190 PS. Und wer es äußerlich ein bisschen sportlicher mag, dem bietet Seat wieder das FR-Paket mit abgedunkelten Exterieur-Elementen an.

Übrigens: Für den chinesischen Markt wird das Modell im Werk in Chengdu von FAW-Volkswagen produziert und geht unter dem Namen VS5 auf Kundenjagd. Es repräsentiert das Einsteiger-SUV unter der neu geschaffenen Marke Jetta. Natürlich wird es auch wieder eine ganz scharfe Variante geben. Der Cupra Ateca ist mit einer Leistung von 300 PS die Speerspitze der Baureihe. Damit schlägt er wiederum eine Brücke zum neuen Tiguan R, der seinerseits der sportlichste seiner Modell-Generation ist. Die Verkaufszahlen zeigen den Erfolg. Von 2016 bis 2019 sind rund 74.000 Einheiten des Ateca in Deutschland verkauft worden. Gut für die Marke, ist dieser kompakte Typ doch ein echter Margenbringer, der Seat noch stärker in die profitable Spur bringt.

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