Allgemein Reisen

Die Wohnwagen-Neuheiten des Modelljahres 2021: Knaus und Weinsberg als Innovationstreiber

Die Wohnwagen-Hersteller konnten sich bei den Neuzulassungen in Deutschland gerade über das beste Juli-Ergebnis der Geschichte freuen. Nach dem Absatzeinbruch im Frühjahr hofft die Branche einen nachhaltigen Corona-Effekt und präsentiert im Caravan-Bereich viel Neues zum Modelljahr 2021.

Mit einem derartigen Ansturm, wie ihn gerade in diesen Pandemie-Zeiten die Reisemobile erleben, können die Wohnwagen nicht mithalten. Trotzdem blicken auch die Caravan-Hersteller optimistisch in die Zukunft. Nach drei Jahren eines bis zu zehnprozentigen Wachstums per annum haben Corona-bedingte Produktionsausfälle die Halbjahresbilanz 2020 zwar ins Minus gedreht, doch mit dem besten Juli-Ergebnis aller Zeiten (5169 Einheiten, plus 61,7 Prozent zum Vorjahr) hat der Nachholeffekt die Talfahrt fast schon wieder nivelliert. Und mit einer Menge Neuheiten zum Modelljahr 2021 will sich die Branche für den erwarteten, nachhaltigen Zulauf wappnen.

Mit dem überarbeiteten Deseo-Wohnwagen startet Knaus in die automatisierte Caravan-Fertigung
Mit dem überarbeiteten Deseo-Wohnwagen startet Knaus in die automatisierte Caravan-Fertigung

Als regelrechter Innovationstreiber entwickelt sich dabei die Knaus-Tabbert-Gruppe. Mit dem überarbeiteten Deseo-Wohnwagen startet Knaus in die automatisierte Caravan-Fertigung, und mit dem neuen Cara-Cito der Tochtermarke Weinsberg präsentieren die Bajuwaren den ersten serienmäßigen Wohnanhänger, der ohne Gas auskommt.  

Bei den Weinsberg-Händlern steht der konsequent elektrisch ausgelegte Cara-Cito, der die bisherige Cara-One-Baureihe ersetzt und entpuppt sich zu Preisen ab knapp unter 11.000 Euro sogar noch als günstiges Einsteiger-Modell. Gekocht wird auf einem 230-Volt-Ceran-Kochfeld mit zwei Platten. Der 60-Liter-Kompressor-Kühlschrank läuft auf 12 oder 230 Volt. Und sowohl Heizung als auch die Klimaanlage funktionieren nur, wenn der Knaus-Wohnwagen extern an einer Stromquelle angestöpselt ist.

Der Cara-Cito der Tochtermarke Weinsberg präsentiert sich als erster serienmäßiger Wohnanhänger, der ohne Gas auskommt
Der Cara-Cito der Tochtermarke Weinsberg präsentiert sich als erster serienmäßiger Wohnanhänger, der ohne Gas auskommt

Im Gegensatz zu dem äußerlich eher minimalistischen Design weiß der Cara-Cito im Innern mit heller Holzoptik, grifflosen Fronten und indirekter Ambiente-Beleuchtung an den Dachschränken zu gefallen. Die fünf Grundrisse decken das ganze Programm mit Einzel- und Doppelbett-Layouts ab, inklusive einer Familien-Variante mit Etagenbetten. Der Cara-Cito richtet sich an eine junge, preisbewusste Zielgruppe, die vielleicht auch Berührungsängste mit Gas hat oder einfach keine schweren Gasflaschen mehr schleppen will. Für Traditionalisten wird gegen Aufpreis allerdings auch eine Variante mit Zwei-Flammen-Gaskocher und Truma-S-Gasheizung angeboten.

Mit dem Knaus Deseo 400 TR zu Preisen ab 22.900 Euro hat man einen außergewöhnlichen Caravan von ganz anderem Kaliber am Haken. Und zwar nicht nur, weil der sechs Meter lange Doppelachser mit der riesigen Heckklappe als Transport-Caravan ausgelegt ist, in dem man wohnen, aber auch ein Motorrad oder andere sperrige Sportgeräte im Innenraum mitnehmen kann. „Fibre Frame“ heißt hier das Schlagwort. Ein hochfester Glasfaserrahmen sorgt für einen verwindungssteifen, selbsttragenden Aufbau, bei dem der Möbelbau keine Stabilisierungsfunktion mehr hat. Das ermöglicht kompromisslosen Leichtbau, eine hohe Zuladekapazität, einfaches Beladen über eine Rampe und erhöht zudem noch die Crashsicherheit.  

Im Innenraum präsentiert sich der Aero mit hellem Holzdekor, weißen Frontflächen und Polstern in schickem Grau mit Jubiläums-Stickereien
Im Innenraum präsentiert sich der Aero mit hellem Holzdekor, weißen Frontflächen und Polstern in schickem Grau mit Jubiläums-Stickereien

Ansonsten darf man nicht allzu viel Revolutionäres bei den Wohnwagen-Neuheiten erwarten. Der schwedische Hersteller Kabe, der speziell für wintertaugliche, sehr gut ausgestattete – und damit auch teure – Anhänger steht, bietet für seine Royal-Baureihe einen Herd mit vier Kochstellen an oder im Modell Imperial eine Zwei-Zonen-Heizung, mit der sich die Temperatur in Bug und Heck unabhängig  voneinander regeln lässt. Im Wesentlichen liegt der Fokus bei den Neuerungen aber meist auf neuem Außendesign, helleren Innenräumen, frischeren Möbeldekoren, aufwändigeren Lichtkonzepten und Detailverbesserungen. Feststellbar ist allerdings auch ein Trend zu großzügigeren Sanitärräumen über die gesamte Wagenbreite im Heck.

Beispielsweise bei dem speziell für Europa entworfenen Airstream-Modell International 25 iB. Auf 6,80 Länge bietet die neueste Variante des kultigen US-Luxuswohnwagens zwischen dem Wohnraum und dem opulenten Heckbad ein „Inselbett“ an, das nichts anderes ist als ein quer eingebautes, mit dem Kopfteil an der rechten Seite angeschlagenes Queensbett. Alle Installationen entsprechen europäischen Standards. Der Preis ist exorbitant hoch: ab rund 102.000 Euro.

Während sich die Hobby-Werke als europäischer Marktführer diesmal mit neu gestylten Outfits und einer serienmäßigen Antischlingerkupplung für die meisten der 59 Grundrisse in sechs Baureihen begnügen und für die Modelle Excellent und Prestige drei neue Varianten mit zum Caravan-Salon (4. bis 13. September) nach Düsseldorf bringen, legt Konzernschwester Fendt ihre Top-Baureihe neu auf.  

Im Diamant sind Echtlederpolster und die Truma-Dachklimaanlage jetzt serienmäßig an Bord. Eine Panoramadachhaube sorgt für einen hellen Innenraum und ein elektrische Fußbodentemperierung für ein angenehmes Klima. Dazu gibt es drei neue Grundrisse mit Einzel- und Doppelbetten auf 6,65 bis 7,46 Meter Gesamtlänge. Die Preisskala beginnt bei rund 35.000 Euro.

Innen und außen komplett überarbeitet wurde auch die Da-Vinci-Baureihe von Tabbert. Von den insgesamt acht Grundrissen sind drei neu: der 390 QD als kleinster Da-Vinci mit Querbett im Bug, der 500 KD mit Stockbetten für insgesamt bis zu fünf Personen und der 560 HTD mit dem trendigen Heckwaschraum, französischem Bett und Rundsitzgruppe im Bug. Die Da-Vinci-Preisliste beginnt bei 20.071 Euro.

Ein Comeback feiert bei Dethleffs die Aero-Baureihe. Zum 90-jährigen Firmenjubiläum lassen die Allgäuer einen altbekannten Namen im neuen Gewand wiederaufleben. Im Innenraum präsentiert sich der Aero mit hellem Holzdekor, weißen Frontflächen und Polstern in schickem Grau mit Jubiläums-Stickereien.

In allen fünf Grundrissen befinden sich die Hauptschlafplätze, egal ob als Einzel- oder Doppelkojen im Bug. Als Familien-Variante empfiehlt sich der 500 QSK mit zusätzlichen Stockbetten im Heck. In allen 6,34 bis 7,51 Meter langen Ausführungen gehört ein 90-Jahre-Jubiläumspaket mit einem Preisvorteil von 3.200 Euro zum Serienumfang. Darin enthalten sind unter anderem Alu-Felgen und ein Fenster in der Aufbautür mit Fliegengitter. Kostenpunkt: ab 18.500 Euro.

Eriba erweitert die im vergangenen Jahr eingeführte Neuauflage des Nova um einen neunten Grundriss. Er bietet auf acht Meter Länge, ähnlich wie der Airstream, ein über die gesamte Breite reichendes Heckbad mit Dusche und WC sowie ein davor quer platziertes Doppelbett. Frisch- (55 Liter) und Abwassertank (22 Liter) sind allerdings nicht gerade üppig dimensioniert. Dafür gibt’s gegen Aufpreis auch einen Vier-Flammen-Kocher und einen Flachbild-TV mit bis zu 32 Zoll. Preise ab 37.000 Euro.

Ein deutlich günstigeres Angebot ist der LMC Style 493K, der mit einer 65-Jahres-Jubiläumsedition in einer All-inklusiv-Ausstattung ab 20.000 Euro zu haben ist. In dem 7,16 Meter langen Familien-Caravan können bis zu sechs Personen schlafen. Vier Schlafplätze sind mit einem Doppelbett vorn und Stockbetten im Heck fest installiert. Mit der umgebauten Sitzgruppe entstehen zwei weitere Kojen.

%d Bloggern gefällt das: