Aktuelles Fahrbericht

Vernetzter Kurvenräuber

Dass frontgetriebene Fahrzeuge sehr wohl jede Menge Fahrspaß bereiten können, stellt der Golf GTI von Volkswagen seit den 70er Jahren unter Beweis. Die achte Generation des Gran Turismo-Golf steht jetzt in den Startlöchern. Die nominelle Leistung ist gegenüber dem direkten Vorgänger-Modell nicht höher, dennoch zeigt sich der „Neue“ besonders in Kurven agiler. Mitte August soll es soweit sein und der sportliche Wolfsburger kann bestellt werden.

Von Björn-Lars Blank

Peine statt Porto: Fand die Fahrpräsentation vom neuen Golf noch in der „Vor-Corona“ Zeit in Portugal statt, stellt sich der neue GTI in hiesigen Gefilden zwischen Wolfsburg und Hannover vor. Vor dem Start sticht das neue Cockpit in das Auge: Ein neues Merkmal ist das hohe Maß an Konnektivität. Die neue Bedienwelt der Golf-Familie hält auch im sportlichen Ableger Einzug. Im Innenraum warten Sitze im traditionellen Karo-Muster auf die Fahrer. Zum Karo gesellt sich bereits seit einiger Zeit die Wabe als Erkennungsmerkmal des GTI. Ein Wabenmuster ziert die Dekorleiste im Cockpit. Auch in der digitalen und individuell konfigurierbaren Tacho-Anzeige findet sich das Wabenmuster wieder. So soll die Moderne mit der stolzen GTI-Tradition verknüpft werden.

Fotos: Volkswagen

Reinsetzen, Anschnallen und einfach los fahren geht zwar nach wie vor. Doch spätestens beim Anpassen von Fahrassistenten und Radiosendern gilt das, was wohl alle Smartphone-Nutzen kennen, wenn sie einen Modellwechsel hinter sich haben. Etwas Eingewöhnungszeit muss sein, bis die mannigfaltigen Funktionen zielgenau gefunden werden. Die gute Nachricht für GTI-Fahrer: Diese Eingewöhnung ist bei den üblichen Funktionen maximal eine Frage von einigen Minuten, in der Tiefe des Menüs sind es wenige Stunden. So kann sich rasch auf die Fahrdynamik des Flitzers mit DSG-Getriebe konzentriert werden.

Nun ist nicht jeder ein Rennfahrer, der die Teststreckenwerte des Volkswagen-eigenen Handlingkurses in Ehra-Lessien duplizieren kann. Zumal die Straßenverkehrsordnung auch für journalistische Testzwecke gilt. Indes: Das Vertrauen in den GTI der achten Generation ist in jedem Fall auf Anhieb hoch. Stabil und präzise ist das Handling auch bei höheren Geschwindigkeiten. In schnellen Kurvenkombinationen kommt so jede Menge Fahrspaß auf. Das Plus an Agilität gegenüber dem Vorgänger, des GTI „Performance“ der siebten Golf-Generation, geht auf das neue Fahrwerk zurück. „Die großen Fortschritte verdanken wir unter anderem dem neuen Fahrdynamikmanager, der im Golf GTI sein volles Potenzial ausspielt. Das System koordiniert zentral und übergeordnet alle elektromechanischen Fahrwerkfunktionen,“ erläutert Karsten Schebsdat, der Leiter bei Volkswagen in Sachen Fahrdynamik, Lenk- und Regelsysteme. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESC lässt sich auf Wunsch ganz abschalten. Das muss aber gar nicht sein, denn schon die Variante ESC Sport ermöglicht sportliches Fahren, ohne ganz auf elektronische Absicherung im Grenzbereich verzichten zu müssen. Im Alltag dürfte indes bei den Meisten das ESC voll aktiviert sein.

Fotos: Volkswagen

Für Vortrieb sorgt der weiter entwickelte Motor EA 888, nun auf der Stufe „evo 4“. Hier handelt es sich um einen Turbobenziner mit zwei Litern Hubraum und 245 Pferdestärken. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei (abgeriegelten) 250 Stundenkilometern. Gegenüber dem Vorgänger-Modell neu sind Katalysator sowie Otto-Partikel-Filter. Der jüngste Sprössling der GTI-Familie erreicht die Emissionsklasse EU 6d (AP). Der Blick auf das Finanzielle: Der Kaufpreis des kommenden Handschalters (Sechs-Gang) startet in Deutschland bei rund 35.000 Euro. Beim zum Marktstart erhältlichen Sieben-Gang DSG-Getriebe sind es knapp 2.000 Euro mehr.

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