Klassiker

30 Jahre Gelände-Golf: Einst Rarität, heute begehrter Exot

Auch 30 Jahre nachdem der erste Volkswagen Golf Country gefertigt wurde, sorgt der „Geländegänger“ für Aufsehen. Beim Golf Country-Treffen in der Wolfsburger Autostadt wurde der höhergelegte Klassiker am vergangenen Wochenende gefeiert.

Von Björn-Lars Blank

Rund 40 Golf Country-Besitzer aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich fanden sich mit ihren Fahrzeugen an der Autostadt, der Themenwelt und Kommunikationsplattform des Volkswagen Konzerns in Wolfsburg ein. Was macht den Reiz des Exoten aus? „Es ist einfach ein individuelles Auto und etwas Besonderes. Er hat einen hohen Wiedererkennungswert, ist aber dennoch selten“, so Benny Heyder aus Wernigerode, der zusammen mit Lisa Bienert das große Country-Treffen initiierte. Treffen der Fangemeinde des geländefähigen Golf gibt es regelmäßig. Im Jahr des 30-jährigen Jubiläums sollte es indes eine Nummer größer sein.

Apropos selten: 7.735-mal wurde der „Country“ auf Basis der zweiten Golf-Generation gefertigt. Genauer gesagt diente der allradgetriebene Syncro-Golf als Basis, welche zwischen 1990 und 1991 unter Ägide des damaligen Mischkonzerns Steyr-Daimler-Puch im österreichischen Graz zum Geländewagen umgebaut wurde. Seiner Zeit war der Golf Country damals wohl etwas zu sehr voraus, blieb er im Straßenverkehr doch ein seltener Anblick. Die große SUV-Welle setzte erst Jahre später ein, dann aber gewaltig. So erfreut sich heute der T-Roc als SUV auf Golf-Basis großer Beliebtheit und führt gegenwärtig die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt Bundesamtes in diesem Segment an.

Fotos: Autostadt

Sein Urahn Golf Country gilt mittlerweile als begehrter Klassiker. Stolz auf sein Exemplar in der Farbe Royalblau Metallic ist Andreas Jakob. Mit Blick in den Motorraum seines Klassikers mit Baujahr 1991 und einer Laufleistung von 242.000 Kilometern, erklärt Jakob: „Der Motor ist beim Country Golf grundsätzlich tiefer eingelassen – für den Schwerpunkt“. Lange hatte der Enthusiast aus der Nähe von Mönchengladbach nach einem Modell geschaut, ehe er schließlich ein Modell von einem Bekannten ergatterte. Den Klassiker nutzt er als Allrounder und freut sich über viel positiven Zuspruch von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern: „Das Auto erregt Aufsehen“. Neben Fachgesprächen stand für die Teilnehmer am Golf Country-Treffen auch ein Besuch des Festivals „Sommer im Park“ in der Autostadt auf dem Programm. Auf einer Showfahrt auf dem Geländeparcours direkt am Mittellandkanal zeigte der Golf Country aus der Sammlung der Autostadt zudem seine Offroad-Fähigkeiten. Krönendes Highlight für alle Teilnehmer: Im Autokorso ging es durch das Volkswagen Werk.

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