Driving Times SERIE

Kult und Ikonen: Sein Name ist Martin – Aston Martin.

Kult und Ikonen: Im zweiten Teil unserer Serie über Helden auf vier Rädern geht es heute um den legendären Aston DB5

Von Fynn Götsche

Kaum eine Filmreihe ist so britisch wie James Bond. Der namensgebende Geheimagent bekannt als 007 hatte seit „James Bond jagt Dr. No“ aus dem Jahr 1962 bereits 25 Einsätze im Dienste ihrer Majestät. Ursprünglich auf einer Romanreihe des Autoren Ian Flemming basierend, haben sich die Abenteuer des adretten Briten mit markigen Sprüchen und der Lizenz zum Töten zu zeitlosen Klassikern entwickelt. Die Filme handeln im Grunde davon, wie James Bond den Superschurken dieser Welt das Handwerk legt und nebenbei noch die Herzen sämtlicher seinen Weg kreuzenden Frauen erobert. Zwischendurch trinkt er seinen Wodka-Martini, natürlich geschüttelt – nicht gerührt, trägt meist Smoking und hat eine Pistole der Marke „Walther PPK“ zur Hand. Stets an seiner Seite im Kampf gegen alle bekannten und unbekannten Bedrohungen des Weltfriedens, sind die Erfindungen des Quartiermeisters des Geheimdienstes MI6 – genannt Q. Dank Q wird 007 stets mit den neuesten technischen Spielereien ausgestattet. Die wichtigsten Erfindungen sind dabei sowohl für Bond selbst als auch für den Zuschauer, die zahlreichen „Bondmobile“.

Ein echter Hingucker_ Der legendäre Aston Martin DB5
Ein echter Hingucker: Der legendäre Aston Martin DB5

Auch wenn James Bond im Laufe der Zeit dutzende Autos zur Verfügung standen – die meisten zerstörte er zum Verdruss von Q allerdings auf seinen Missionen – steht der Aston Martin DB5 wie kein anderes für eben jene „Bondmobile“. Seinen ersten Auftritt hatte der silberne Sportwagen, der ebenso britisch ist wie sein Fahrer, im dritten Bond-Film „Goldfinger“ aus dem Jahr 1964. In diesem steht der von Sean Connery verkörperte Agent dem, vom legendären Gert Fröbe gespielten Auric Goldfinger gegenüber. Im Laufe dieses Streifens wird Bond von Q, verkörpert von Desmond Llewelyn in insgesamt siebzehn Teilen der Reihe, mit dem Aston Martin DB5 ausgestattet. Den Meisten, die mit dem Genre des Agentenfilms bekannt sind, dürfte bereits klar sein, dass der Wagen keinesfalls nur eine Serienausstattung hatte. Q versorgte das Bondmobil mit Maschinengewehren hinter den Frontscheinwerfern, Schleudersitz und Radar, zudem noch mit Navigations- und Kommunikationssystemen, die damals noch ziemliche Zukunftsmusik waren. Schusssicher war der Wagen natürlich auch und hatte noch weitere Spielereien, die Bond im Kampf gegen die Superschurken zu Hilfe kamen.

Der Motor des britischen Luxussportwagens hatte in der Serienversion vier Liter Hubraum und 286 PS. Bei rund 1,5 Tonnen Gewicht waren Höchstgeschwindigkeiten von 229 Kilometer pro Stunde möglich. Aston Martin produzierte von 1963 bis 1965 gut 1.000 Einheiten des DB5. Da der DB5 – DB steht übrigens für den damaligen Eigentümer von Aston Martin, David Brown – sehr gut ankam, wurde er auch in „Feuerball“, dem vierten Bondfilm genutzt.

Der Motor des britischen Luxussportwagens hatte in der Serienversion vier Liter Hubraum und 286 PS

Es folgten dreißig Jahre, zwölf Filme und drei Bond-Darsteller, die ohne den DB5 auskommen mussten.  Doch in der Erinnerung blieb dieser Aston Martin immer DAS „Bondmobil“. So kam es, dass als Pierce Brosnan im Film „Goldeneye“ aus dem Jahr 1995 die Rolle des James Bond übernahm, auch der DB5 wieder zurückkehrte. Er sollte seinen Stammplatz im künftigen Ensemble der Bondfilme bekommen und hatte noch in vier weiteren Teilen der Reihe prominente Auftritte. Besonders deutlich wird dies im 23. Bondfilm „Skyfall“ aus dem Jahr 2012. In einer emotionalen Szene kehrt der, inzwischen von Daniel Craig verkörperte 007 mit dem DB5 und seiner Chefin M, letztmalig gespielt von Judi Dench, auf den Familiensitz seiner Kindheit in die schottischen Highlands zurück. Während Bond, alias Daniel Craig, mit seinen Gegenspielern in Schottland konfrontiert wird, schlägt der DB5 die Brücke zurück zur schottischen 007-Legende und ersten Bonddarsteller Sean Connery und dadurch zurück zu den Wurzeln der Filmreihe. Der demnächst erscheinende 25. Bondfilm „Keine Zeit zu sterben“ wird der achte sein, in dem der Aston Martin DB5 eine Rolle spielt. Damit ist dieser Klassiker in mehr Teilen der Reihe vertreten, als Roger Moore, welcher 007 zwar mit sieben Auftritten am häufigsten verkörperte, aber den DB5 in dieser Rolle nie fuhr.

Wenn es zur Frage kommt, welcher Bond-Darsteller denn nun der beste war, können die Fans der Reihe trefflich streiten. Jeder hat einen anderen Lieblings-Film, ein Lieblings-Bondgirl und natürlich einen Lieblings-Bond. Doch bei der Frage nach dem Lieblings-Bondmobil, sind sich alle einig. Der Aston Martin DB5 steht ohne Ausnahme wie kein anderer Wagen für James Bond, den Spion im Geheimdienst ihrer Majestät.

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