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Klare Kante, scharfe Linie: Der neue Seat Leon steht in den Startlöchern

Er ist der spanische Bruder des Golf. Aber im Gegensatz zum Wolfsburger-Urgestein, das gegenwärtig in der achten Generation auf den Straßen rollt, kommt der neue Seat Léon nun in seiner vierten Modell-Auflage auf den Markt. Vollgestopft mit modernster Technik aus dem Konzernregal.

Von Tim Westermann

Schon beim ersten Rundblick im Cockpit stellt sich sofort ein Gefühl ein: Ungewohnt. Nahezu keine haptischen Schalter. Stattdessen fallen rechts neben dem Lenkrad ein rund zehn Zoll großes Display und ein filigran wirkender, daumengroßer Schalthebel für das DSG-Getriebe ins Auge. Nahezu sämtliche Funktionen des Fahrzeugs werden über eben jenes Display per Touchfunktion gesteuert. Der obligatorische Drekknopf für das Abblendlicht links neben dem Lenkrad wurde ebenfalls durch ein Touchpad ersetzt. Auch die früheren Drehregler für die Innenraumtemperatur fehlen. Stattdessen wird das Klima im neuen Léon wie beim Smartphone mit Wisch- beziehungsweise Tippfunktion geregelt. Abgerundet wird die neueste Genration vom digitalen Active-Info-Display, welches das analoge Armaturenbrett mit Tacho- und Drehzahlnadel ersetzt. Sämtliche Füllstände und wichtigen Informationen für den Fahrer werden nun vollelektronisch projiziert. Wilkommen in der Zukunft.

Gewöhnungsbedürftig: Die Bedieneinheiten des neuen Seat Leon

Das Platzangebot ist üppig bemessen. Dank neun Zentimeter mehr Länge im Gegensatz zum Vorgänger haben auch die Passagiere im Fonds mehr als genug Beinfreiheit und auch großgewachsene Menschen haben ausreichend Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst 380 Liter.

Beim Exterieurdesign hielt sich Seat klar an seine Philosophie: Klare Kante und scharfe Linie. Chefdesigner Allejandro Mesonero verpasste dem neuen Léon eine markant, sportlich wirkende Frontpartie mit einem Kühlergrill, der an jenen des in Wolfsburg gebauten Tarraco erinnert. Beim Heck sticht sofort die auffällige Kofferraumkante hervor. Die über das gesamte Heck verlaufende LED-Leiste – Seat nennt sie „Infinity-Lichtstreifen“ – gibt dem Léon besonders bei Dunkelheit ein gewisses etwas, was an die Rückleuchten von Autoscootern aus den guten alten Zeiten auf der Kirmes erinnert.

Fahrbericht: Der Seat Leon der vierten Generation

Und wie fährt er sich? Ähnlich wie ein Golf. Das wundert wenig, sind die beiden ja Vertreter der Kompaktklasse. Souverän, ruhig und im Modus „Sport“ spanisch temperamentvoll mit straffem Fahrwerk. Die FR-Version leistet 150 PS und treibt den Iberer in 8,4 Sekunden auf Tempo 100. Der Verbrauch ist mit 4,9 Litern angegeben. Ob der neue Léon an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen wird? Schliesslich war die dritte Generation der „Gamechanger“ für die spanische Konzerntochter, der Seat wieder zurück auf die finanzielle Erfolgsspur gebracht hat. Das Potenzial hat der Bruder des Golf auf jeden Fall, kommt er doch der Definition des „rollenden Smartphones“ mit all seinen technischen Finessen schon sehr nahe.

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