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Gebrauchtwagen-Check: Kia Picanto (Typ TA) -Stadtfloh mit Garantie

Gebrauchte Kleinstwagen werden gern von Fahranfängern gekauft. Der Kia Picanto ist ein guter Kandidat, allerdings sollte man auf das Vorhandensein wichtiger Sicherheitsmerkmale achten.

Picanto heißt bei Kia der Kleinstwagen im Portfolio. Zwischen 2011 und 2017 wurde die zweite Generation (Typ TA) des Stadtflohs produziert. Mit ihr gelang Kia der Sprung vom eher niedlichen zu einem hippen Begleiter. Statt mausgrau präsentierte sich der Kleine frech und je nach Ausstattung ziemlich erwachsen. 

Die Materialauswahl geht in Ordnung, Verarbeitung und Anmutung stimmen
Die Materialauswahl geht in Ordnung, Verarbeitung und Anmutung stimmen

Karosserie und Innenraum: Der Picanto wird als Drei- oder Fünftürer angeboten. Im Vergleich zur ersten Generation hat er um 6 Zentimeter in der Länge zugelegt und kommt auf 3,60 Meter. Mit einem Wendekreis von 9,80 Metern ist er wendig und ideal für den Großstadtdschungel, so sticht er beim Rangieren und der Parkplatzsuche. Selbst enge, nach DIN-Norm-gezeichnete Parkbuchten stellen kein Problem dar. Das Platzangebot ist im City-Flitzer angesichts der Kürze gut. Fahrer und Beifahrer müssen sich über ihre Arm- und Beinfreiheit keine Gedanken machen, selbst lang gewachsene Menschen bangen nicht um ihre Frisur. Nehmen die Vorderleute Rücksicht, sitzen im Fond auch zwei Erwachsene zumindest auf kurzen Strecken halbwegs kommod. Allerdings dürften die meisten Nutzer den Fond als Erweiterung des Kofferraums sehen. Das Gepäckteil fällt mit 200 Litern klassentypisch klein aus. Klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst das Volumen auf 870 Liter. Die noch in der ersten Generation zugunsten von mehr Kniefreiheit oder mehr Stauvolumen verschiebbare Rückbank wird beim Typ TA nicht mehr angeboten. Die Materialauswahl geht in Ordnung, Verarbeitung und Anmutung stimmen. 

Klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst das Kofferraumvolumen auf 870 Liter
Klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst das Kofferraumvolumen auf 870 Liter

Motoren und Antrieb: Interessenten haben die Wahl zwischen zwei Benzinern. Der 1,0-Liter-Dreizylinder leistet 51 kW/69 PS und reicht, wenn man die Stadtgrenzen nicht allzu oft mit den Weiten einer Autobahn tauscht und auch geduldig den Standardspurt zu absolvieren bereit ist. 14,4 Sekunden und viel Schaltarbeit benötigt man, den Kleinen auf Tempo 100 zu puschen. Etwas schneller, in 11,4 Sekunden, gelingt dies mit dem 63 kW/85 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder. Beim Verbrauch liegen beide Benziner etwa gleich: 4,4bis 4,7 Liter fließen durchschnittlich durch die Leitungen. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 153 beziehungsweise 171 km/h angegeben. Den Dreizylinder gibt es auch als LPG-Versionmit 60 kW/82 PS (nur 2011 gebaut) und 49 kW/67 PS (seit 2013) gibt. Die Kraftübertragung erfolgt bei allen Varianten über ein manuelles Fünfgang-Getriebe, für den Vierzylinder steht eine Viergang-Automatik zur Wahl.

Ausstattung und Sicherheit: Der Picanto startete zu Preisen ab knapp 9.000 Euro. Die Basisausstattung (Attract) eignet sich aber nur für hartgesottene Verzichtsbereite: keine Klimaanlage, kein Radio, keine Zentralverriegelung. Wer Annehmlichkeiten mag, muss zu den höheren Ausstattungslinien „Vision“ und „Spirit“ oder zu einem Sondermodell greifen. Und aufgepasst: ESP gibt bis zur gesetzlichen Verpflichtung des Schleuderverhinderers im Jahr 2014 serienmäßig nur im Topkomfortniveau Spirit. Die Basislinie verzichtete ganz darauf, in „Vision“ konnte es gegen Aufpreis dazugebucht werden. Immerhin sorgen sechs Airbags serienmäßig für Sicherheit. Kia-typisch gehört bei allen Fahrzeugen die siebenjährige Garantie mit Kilometerbegrenzung zum Serienstandard, die sich auch auf den neuen Besitzer überträgt. Zumindest Käufer der Modelle aus den Jahrgängen ab 2014 profitieren noch von dieser großzügigen Garantiegewährung. 

Qualität:Im Vergleich zur ersten Generation hat der Picanto große Qualitätssprünge gemacht. Der TÜV bescheinigt der zweiten Generation im Großen und Ganzen ordentliche Noten. Picanto-Fahrer müssen bei der Hauptuntersuchung jedoch mit einigen Problemen rechnen. Der TÜV bemängelt überdurchschnittlich oft Mängel an der Bremsanlage. Besonders betroffen sind Fuß- und Feststellbremse. Auch bei der Lichtüberprüfung erweist sich der Kleine nicht immer als der Hellste. Ältere Jahrgänge der zweiten Picanto-Generation scheitern gerne an der Abgasuntersuchung. 

Fazit:Das Angebot in den Online-Gebrauchtwagenbörsen ist groß. Los geht es ab rund 1.500 Euro für die älteren Jahrgänge. Legt man aber Wert auf ABS und ESP wird man ab 2.500 Euro fündig. Eine Klimaanlage wie weitere Komfortfeatures sind dann meistens auch an Bord. 

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