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Volkswagen hält am Start des ID.3 im Sommer 2020 fest

Corona und Software-Problemen zum Trotz: Volkswagen hält am Start des ID.3 im Sommer 2020 fest.

Von Alexander Voigt

Wie gespannt außerhalb von Wolfsburg auf den genauen Start-Termin des ID.3 gewartet wird, wurde im Rahmen eines „Digital Round Table“ mit Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing Baureihe e-Mobility der Marke Volkswagen, mehr als deutlich. Zahlreiche Vertreter der Fachpresse versuchten mehrfach, den virtuell anwesenden Managern den konkreten Termin des offiziellen Marktstarts beziehungsweise der Übergabe der „First Edition“ an die ersten Vorbesteller aus dem Jahr 2019 verbal herauszukitzeln. Keine Chance!

Silke Bagschick, Leiterin Vertrieb und Marketing der Baureihe e-Mobility
Silke Bagschick, Leiterin Vertrieb und Marketing der Baureihe e-Mobility

Präsentiert wurden neben euphorischen, persönlichen Eindrücken – Bagschik nutzt zurzeit ebenso einen frisch gebauten ID.3 wie ihr Chef Jürgen Stackmann und zahlreiche andere Manager des Volkswagen Vertriebes zu alltäglichen Probefahrten – vor allem aktuelle Zahlen und Prognosen zu den Kosten der Anschaffung und des Betriebes eines Fahrzeuges der ID.-Familie. Im Ergebnis, so Silke Bagschik, sei der ID.3 nicht teurer, sondern eher günstiger als ein Verbrenner. Dabei spielen die geringeren Wartungskosten, die Steuererleichterungen und die staatlichen Förderprogramme ebenso eine Rolle wie die niedrigen Energiekosten.

Der Verkauf des Volkswagen ID.3 soll wie geplant im Sommer starten
Der Verkauf des Volkswagen ID.3 soll wie geplant im Sommer starten

Konkret senkt der staatliche Umweltbonus in Höhe von aktuell 6.570,- Euro den Anschaffungspreis der ID.3 Basisversion mit der rein elektrischen Reichweite von 330 Kilometer auf 23.430,- Euro. Das sind immerhin rund 3.000 bis 5.000,- Euro weniger als bei bei einem vergleichbaren 1,5 Liter-TSI oder einem 2,0 Liter-TDI Golf 8 Life. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten. Dort spricht Volkswagen von monatlichen Einsparungen von 70,- Euro gegenüber einem vergleichbaren Verbrennerfahrzeug. Wesentlich erzielt durch den Verbrauch, bei der Kfz-Steuer und den geringeren Wartungskosten. Natürlich wurde dabei ein Vor-Corona-Benzinpreis von 1,46 Euro je Liter zugrunde gelegt. Bagschik geht allerdings davon aus, dass sich die Benzinpreise an der Tankstelle kurz nach der Corona-Krise wieder „normalisieren“ werden. So gesehen hat der Marktstart des ID.3 im Spätsommer sogar eine gute Seite.

Dank Umweltbonus gibt es das Basismodell schon für unter 24 000 Euro
Dank Umweltbonus gibt es das Basismodell schon für unter 24 000 Euro

Und selbst bei den Restwerten gebrauchter Stromer spricht Volkswagen vom ID.3 als „eine sichere Wertanlange“. Die Vorteile bei den laufenden Kosten sowie der hohe technologische Standard würden zu einer steigenden Nachfrage nach E-Fahrzeugen führen. Hinzu käme die Sicherheit durch die Batteriegarantie über acht Jahre beziehungsweise 160.00 Kilometer. Und auch dazu präsentierten die Wolfsburger eine interessante Rechnung: Mit einer ergänzenden Anschlussgarantie dürften die ID.-Modelle zehn bis zwölf Jahre gefahren werden. Der Restwert sinke dann – dem eines Golf entsprechend – auf 2.000 bis 4.000,- Euro. Es wird also vor allem wirtschaftlich keinen Sinn ergeben, nach einer so langen Nutzungsdauer eine neue Batterie einzusetzen. Eine große Anzahl von Privat- und Flottenkunden wird den ID 3 trotzdem leasen. Dazu verriet Silke Bagschik, die Leasingraten sein fertig kalkuliert und würden auf dem Niveau des aktuellen Golf liegen.

Damit werden selbst der Anschaffungspreis und die monatlichen Betriebskosten ein starkes „Pro“ für die E-Mobilität. Die rationalen Argumente dagegen werden weniger. Ausschließlich batteriegetriebenes Fahren wird also immer mehr eine Frage der persönlichen Einstellung. Und die scheint sich zu wandeln: Bis Ende März wurden innerhalb weniger Monate allein 20.000 e-Up bestellt und das Pre-Booking des ID.3 nähert sich der 40.000er Marke.

Abschließend gab es selbstverständlich noch drängende Fragen nach dem Preis des zweiten Volkswagen auf MEB-Basis – des ID.4. Der wird jedoch erst zur Weltpremiere des ersten rein elektrisch angetriebenen Volkswagen SUV in wenigen Wochen verraten.

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