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Volkswagen Hybrid-Offensive 2020

Im Rahmen eines Digital Round Tables informiert Volkswagen über die Hybrid-Offensive 2020.

Von Alexander Voigt

Corona verändert Vieles: Seit Jahren sind die Volkswagen Kommunikationsabteilungen dafür bekannt, regelmäßige Workshops anzubieten. Dort wird die (Fach-)Presse umfassend über technische Entwicklungen wie zum Beispiel den Korrosionsschutz oder die umfangreich modernisierte Technik eines neuen Modells informiert. Dringend notwendig angesichts der immer komplexer werdenden Bedienbarkeit der neuesten digitalisierten und vernetzten Fahrzeuge. Aktuell finden diese Veranstaltungen virtuell statt. Für den ersten „Digital Round Table“ stand Kai Philipp, Leiter Projektsteuerung Elektrifizierte Antriebe, zur Verfügung.

Im Motorraum eines Hybridmodells wird es ein bisschen enger. Der Parallel-Hybrid ermöglicht eine hohe Systemleistung
Im Motorraum eines Hybridmodells wird es ein bisschen enger. Der Parallel-Hybrid ermöglicht eine hohe Systemleistung

Volkswagen treibt den Ausbau seiner Plug-in-Hybridflotte voran. Noch in diesem Jahr sollen sechs weitere Benzin-, als auch Elektrogetriebene Modelle auf den Markt rollen. Die positive Kundenresonanz auf den Passat GTE und Passat Variant GTE mit inzwischen rund 15 Prozent Einbaurate und einer Lieferzeit von bis zu sechs Monaten sowie die strengen CO2-Flottenziele der EU haben die Wolfsburger zu diesem Schritt ermutigt.

Den Touareg gibt es bereits als Hybrid.
Den Touareg gibt es bereits als Hybrid.

Neben den beiden Passat-Varianten, die mit 218 PS Systemleistung und 55 Kilometer Reichweite bereits auf dem Markt sind, hat VW im Februar mit dem Touareg R PHEV ein weiteres, besonders durchzugsstarkes Plug-in Hybrid-Modell vorgestellt. Bis Ende 2020 soll das Angebot mit dem Golf 8 in zwei Leistungsvarianten als e-Hybrid und GTE erweitert werden. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll der neue Arteon als Limousine und ShootingBreak mit Plug-in-Hybrid-Antrieb folgen. Die Tiguan-Version L 430 PHEV ist zurzeit nur in China erhältlich. In Europa ist das auch in Wolfsburg gefertigte Erfolgsmodell mit Stecker allerdings erst mit der neuen Generation vorgesehen, die aber auch noch 2020 vorgestellt wird.
Von Beginn an setzte VW bei der Elektrifizierung auf die Parallelhybrid-Technologie, bei der TSI-Verbrenner, E-Maschine und DSG-Getriebe hintereinander angeordnet laufen: „Diese Topologie ist besonders gut geeignet sowohl für Längs- wie Quermotorkonzepte“, sagt Kai Philipp, der bei VW die Projektsteuerung Elektrifizierte Antriebe leitet. Also wie geschaffen für die modularen MLB- und MQB-Plattformen der Wolfsburger.

Der VW Arteon als Hybrid-Modell an einer E-Ladestation
Der VW Arteon als Hybrid-Modell an einer E-Ladestation

„Der Parallel-Hybrid ermöglicht hohe Systemleistung und ein sportives und direktes Fahrverhalten“, so Philipp weiter, „kombiniert mit einem hohen Wirkungsgrad, insbesondere auch bei hohen Geschwindigkeiten.“ Daher hat VW die PHEV-Technik grundsätzlich auch „als Performance Hybridmodelle“ ausgelegt. Soll heißen: Die stärksten Modelle der jeweiligen Baureihe bekommen in Zukunft stets einen zusätzlichen Stromstoß. So wird der neue Golf GTE mit dem 245 PS (180 kW) starken Golf GTI auf Augenhöhe fahren. Während das neue Tourareg-Topmodell R PHEV schon jetzt mit 462 PS Systemleistung an der V8 TDI-Version mit 421 PS vorbeizieht.

Kai Philipp ist bei Volkswagen für elektrifizierte Antriebe zuständig
Kai Philipp ist bei Volkswagen für elektrifizierte Antriebe zuständig

Darüber hinaus lag der Schwerpunkt der Entwicklung der PHEV-Fahrzeuge, so Kai Philipp, „auf der Optimierung des elektrischen Fahrerlebnisses“, sprich: einer höheren Reichweite. Weil der Bauraum in einem Plug-in-Fahrzeug aber wegen des Zwei-Motoren-Konzepts begrenzt ist, kann die Steigerung der Reichweite nur durch eine höhere Energiedichte erreicht werden. Diese konnten die VW-Ingenieure in den vergangenen fünf Jahren um fast 50 Prozent steigern. „Wir kommen von 8,8 kWh in der ersten Golf-GTE-Generation ab 2014 und sind jetzt bei 13 kWh bei quasi identischem Batterie-Packaging angekommen.“ Dabei bleibt die Herausforderung der Integration des Plug-in Hybrid-Antriebs in das Fahrzeug bestehen. Einen Polo mit Plug-in-Hybrid wird es nach Philipps Ansicht nicht geben: „Die PHEV-Technik benötigt ein Mindestmaß an Bauraum. Daher ist der Golf die Untergrenze“.

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