Allgemein Fahrbericht

Fahrbericht: Mercedes GLA – Die A-Klasse wird zum Lifestyle-SUV

Der alte GLA war eher eine hochgebockte A-Klasse. Die Neuauflage dagegen tritt als richtiges Lifestyle-SUV an.

Zwei Jahre nach dem Start der neuen A-Klasse legt Mercedes auch das artverwandte Klein-SUV GLA neu auf. Nach zwei Limousinen mit unterschiedlichem Radstand, dem Mini-Van B-Klasse, dem Siebensitzer-SUV GLB und dem schnittigen CLA nebst Shooting-Brake-Kombi markiert der GLA die achte und letzte Ausbaustufe der Stuttgarter Kompaktfamilie, die inzwischen zur größten im Mercedes-Angebot avanciert ist. Erhältlich ist der GLA ab sofort, die Preise starten bei 37.270 Euro. 

Der GLA markiert die achte Ausbaustufe der Stuttgarter Kompaktfamilie

Dafür bekommt man den GLA 200 mit einem zusammen mit Renault entwickelten Vierzylinder-Benziner, der 120 kW/163 PS mobilisiert – die vergleichbare A-Klasse kostet rund 6.500 Euro weniger. Darüber rangiert der 165 kW/224 PS starke GLA 250, an der Spitze steht das AMG-Modell GLA 35 mit 225 kW/306 PS bereit; die noch stärkere 45er-Ausbaustufe folgt später. Dieselseitig bietet Mercedes drei Triebwerke mit 85 kW/116 PS bis 140 kW/190 PS an. Die stärkeren Motoren sind optional oder serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet, außerdem fahren alle mit Doppelkupplungsgetriebe vor. 

Mit den optionalen adaptiven Dämpfern wird das Fahrwerk im Dynamik-Betrieb schön straff und die direkte Lenkung lässt den Hochbeiner flink um die Kurve zirkeln
Mit den optionalen adaptiven Dämpfern wird das Fahrwerk im Dynamik-Betrieb schön straff und die direkte Lenkung lässt den Hochbeiner flink um die Kurve zirkeln

Für die erste Ausfahrt haben wir im GLA 250 4Matic (ab 44.381 Euro) Platz genommen. Mit 350 Newtonmeter Drehmoment hat der Ottomotor keine Probleme, den 1,6 Tonnen schweren Benz zügig in Bewegung zu setzen; im scharfen Sportmodus hastet der GLA beim Gasgeben mitunter sogar ruppig los. Traktionsprobleme gibts dank Allrad selbst beim Kavalierstart keine. Die Hundertermarke reißt der 250er in 6,7 Sekunden, Schluss ist bei 240 km/h. Dem gegenüber steht ein Normverbrauch von rund sieben Litern. In der Praxis allerdings laufen selbst beim gemütlichen Sonntags-Ausflug übers Land deutlich über neun Liter je 100 Kilometer durch die Benzinleitung, und auf der Autobahn sind zweistellige Werte keine Seltenheit. Wen das nicht stört, der kann mit dem GLA 250 aber richtig Spaß haben: Mit den optionalen adaptiven Dämpfern wird das Fahrwerk im Dynamik-Betrieb schön straff und die direkte Lenkung lässt den Hochbeiner flink um die Kurve zirkeln. 

In der höchsten Ausbaustufe thronen zwei jeweils 10,25 Zoll große Displays auf dem Armaturenbrett und der GLA reagiert auf Eingaben per Touchpad, direkt mit dem Finger auf dem Bildschirm, über die Sensor-Flächen am Lenkrad oder Sprachbefehl
In der höchsten Ausbaustufe thronen zwei jeweils 10,25 Zoll große Displays auf dem Armaturenbrett und der GLA reagiert auf Eingaben per Touchpad, direkt mit dem Finger auf dem Bildschirm, über die Sensor-Flächen am Lenkrad oder Sprachbefehl

Auch im Gelände macht der GLA jetzt eine bessere Figur: Über 14 Zentimeter Bodenfreiheit und ordentliche Böschungswinkel erlauben zumindest kleinere Ausflüge in die Botanik. Dazu passt der deutlich geländegängigere Auftritt. War der Vorgänger eher eine etwas unförmige, aufgeplusterte A-Klasse, verdient der Neue das Prädikat SUV. Er orientiert sich optisch am großen Bruder GLC, wartet mit einer bulligeren Front auf und ist um mehr als zehn Zentimeter höher als bisher. In der Länge hat der jetzt 4,41 Meter lange Mercedes sogar einen Zentimeter abgegeben, der Radstand dagegen ist um drei Zentimeter gewachsen. 

Der Kofferraum ist mit 420 bis 1.420 Litern eher durchschnittlich
Der Kofferraum ist mit 420 bis 1.420 Litern eher durchschnittlich

Die Folge: Kürzere Überhänge, die sich abseits der Straße gut machen, und mehr Platz im Innenraum. Sogar im Fond können jetzt Erwachsene ganz ordentlich reisen. Der Kofferraum dagegen ist mit 420 bis 1.420 Litern eher durchschnittlich. Praktisch: Eine um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank bringt Variabilität. Schade nur, dass das bewegliche Möbel extra Geld kostet und nur bestellt werden kann, wenn man auch elektrisch einstellbare Vordersitze ordert.    

War der Vorgänger eher eine etwas unförmige, aufgeplusterte A-Klasse, verdient der Neue das Prädikat SUV
War der Vorgänger eher eine etwas unförmige, aufgeplusterte A-Klasse, verdient der Neue das Prädikat SUV

Extra ankreuzen muss man auch das Rund-um-Sorglos-Paket in Sachen Assistenzsysteme mit Abstands-Halter und Lenk-Unterstützung. Serie sind dagegen Spurhalter, Notbrems-Funktion und Tempolimit-Erkennung. Auch das MBUX-Bediensystem gehört zum Standard, mit digitalen Instrumenten und Infotainment-Bildschirm. In der höchsten Ausbaustufe thronen zwei jeweils 10,25 Zoll große Displays auf dem Armaturenbrett und der GLA reagiert auf Eingaben per Touchpad, direkt mit dem Finger auf dem Bildschirm, über die Sensor-Flächen am Lenkrad oder Sprachbefehl. Allerdings sind die Funktionen derart umfangreich, dass man ruhig ein wenig Einarbeitungszeit investieren sollte. Dann aber kann man sich auch von diversen Wellnessprogrammen verwöhnen oder sich das Tageshoroskop vorlesen lassen.  

Oder man fragt das System nach der nächsten Ladesäule: Wie die A-Klasse, wird nämlich auch der GLA bald als Plug-in-Modell erhältlich sein. Das SUV setzte auf den gleichen Antriebsstrang mit 160 kW/218 PS und bis zu 70 Kilometern Elektro-Reichweite. Dank Schnelllademöglichkeit soll auch im GLA 250e der Akku in weniger als einer halben Stunde wieder zu 80 Prozent voll sein. Außerdem plant Mercedes mit dem EQA auch ein weiteres, rein batterie-elektrisches Modell im GLA-Format. SP-X

Mercedes GLA– Technische Daten:

Viertüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV, Länge: 4,41 Meter, Breite: 1,83 Meter (Breite mit Außenspiegeln: k. A.), Höhe: 1,61 Meter, Radstand: 2,73 Meter,  Kofferraumvolumen: 420–1.420 Liter

GLA 200: 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner; 120 kW/163 PS, maximales Drehmoment:250 Nm bei 1.620–4.000 U/min, Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 0-100 km/h: 8,7 s, Vmax: 210 km/h, Verbrauch: 6–5,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 137–130 g/km, Abgasnorm: Euro 6d ISC-FCM, Effizienzklasse: B, Preis: ab 37.271 Euro

GLA 250 (4Matic): 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner; 165 kW/224 PS, maximales Drehmoment:350 Nm bei 1.800–4.000 U/min, Frontantrieb (Allradantrieb), Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, 0-100 km/h: 6,9 (6,7) s, Vmax: 240 km/h, Verbrauch: 6,7–6,5 (7,1–6,9) l/100 km, CO2-Ausstoß: 153–148 (163–158) g/km, Abgasnorm: Euro 6d ISC-FCM, Effizienzklasse: C, Preis: ab 42.168 (44.381) Euro

GLA 180 d: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo-Diesel; 85 kW/116 PS, maximales Drehmoment:280 Nm bei 1.200–2.600 U/min, Frontantrieb, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, 0-100 km/h: 10,8 s, Vmax: 190 km/h, Verbrauch: 4,8–4,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 126–120 g/km, Abgasnorm: Euro 6d ISC-FCM, Effizienzklasse: A, Preis: ab 37.295 Euro

GLA 200 d (4Matic): 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo-Diesel; 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment:320 Nm bei 1.400–3.200 U/min, Frontantrieb (Allradantrieb), Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, 0-100 km/h: 8,6 (8,9) s, Vmax: 208 (205) km/h, Verbrauch: 4,8–4,6 (5,2–4,9) l/100 km, CO2-Ausstoß: 126–121 (138–130) g/km, Abgasnorm: Euro 6d ISC-FCM, Effizienzklasse: A, Preis: ab 38.782 (40.956) Euro

GLA 220 d (4Matic): 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo-Diesel; 140 kW/190 PS, maximales Drehmoment:400 Nm bei 1.600–2.600 U/min, Frontantrieb (Allradantrieb), Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, 0-100 km/h: 7,4 (7,3) s, Vmax: 222 (219) km/h, Verbrauch: 4,9–4,7 (5,3–5,1) l/100 km, CO2-Ausstoß: 129–123 (140–133) g/km, Abgasnorm: Euro 6d ISC-FCM, Effizienzklasse: A (B), Preis: ab 41.912 (44.125) Euro

Mercedes GLA – Kurzcharakteristik:

Warum: SUV-Optik, geräumig, sportliches Fahrwerk

Warum nicht: durstige Benziner, komplexes Bediensystem

Was sonst: BMW X1, Audi Q3, Volvo XC40, Range Rover Evoque 

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