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Mobilitätslösung in Zeiten von Corona: Das erste Home-Office auf Rädern

Gut, wenn sich so manche berufliche Tätigkeit auch im Home-Office erledigen lässt. Aber was, wenn für ein konzentriertes Arbeiten am Computer der passende Rückzugsort fehlt? Die Hofheimer MessebauunternehmenArtlifehat eine Lösung parat.

Not macht erfinderisch. Nachdem für Stephan Haida, den Chef des Messebauers Artlife im Hofheimer Stadtteil Wallau, infolge der Corona-Krise sämtliche Aufträge weggebrochen waren, musste er für seine60 Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Und das, was es noch zu schaffen gab, sollte in Heimarbeit erfolgen. Dabei musste er feststellen, dass nicht jeder zu Hause die räumlichen Möglichkeiten für eine ungestörte, effektive und konzentrierte Arbeit besitzt. Warum also nicht ein Home-Office auf Rädern kreieren?

Der mobile Arbeitsplatz steht auf einem Alko-Fahrgestell mit Doppelachse
Der mobile Arbeitsplatz steht auf einem Alko-Fahrgestell mit Doppelachse

So entstand der „Xtra-Raum“, das „deutschlandweit erste mobile Home-Office“ (O-Ton Haida). Der mobile Arbeitsplatz steht auf einem Alko-Fahrgestell mit Doppelachse und braucht bei einem Gesamtgewicht von 2,0 bis 2,5 Tonnen schon ein kräftiges Zugfahrzeug, um zu seinem Bestimmungsort gezogen zu werden – auf das Grundstück eines Mitarbeiters oder wohin auch immer. Es muss lediglich für einen Stromanschluss gesorgt werden. Starkstrom ist nicht nötig. Es reicht ein haushaltsüblicher 220-Volt-Anschluss.

Zwei große Fenster sorgen für ein lichtes Ambiente
Zwei große Fenster sorgen für ein lichtes Ambiente

Das insgesamt gut drei Meter hohe, mobile Büro – Stehhöhe innen 2,50 Meter – bietetauf acht QuadratmeternNutzfläche einen ergonomischen Arbeitsplatz, der alle gängigen gesetzlichen Anforderungen an einen Heimarbeitsplatz erfüllt. Schreibtisch, Rollcontainer, Drehstuhl, Sideboard und ein Regal gehören ebenso zur Grundausstattung des modern gestylten XTra-Raums wie Klimaanlage/Heizung und ein WLAN-Router. Zwei große Fenster sorgen für ein lichtes Ambiente. Optional wird noch eine Photovoltaik-Stromversorgung angeboten, es können aber auch andere individuelle Wünsche erfüllt werden.

Zum Basispreis von 15.000 Euro kommen noch die Mehrwertsteuer und das Fahrgestell hinzu, so dass realistisch mit Preisen ab 20.000 Euro zur rechnen ist. Leasing und Miete sind allerdings auch möglich. Dabei könnte der XTra-Raum nach dem Transport zu seinem Stellplatz auch ohne Fahrgestell abgesetzt werden.

Der XTra-Raum könnte nach dem Transport zu seinem Stellplatz auch ohne Fahrgestell abgesetzt werden.
Der XTra-Raum könnte nach dem Transport zu seinem Stellplatz auch ohne Fahrgestell abgesetzt werden.

Der Prototyp ist noch im Blockhaus-Stil entstanden, mutet von außen eher wie eine Sauna als wie ein Arbeitsrefugium an. Der fertige, voll isolierte XTra-Raum mit hellgrauer Außenverkleidung lässt schon eher Tätigkeiten an einem Computer-Arbeitsplatz dahinter erahnen. 

Das insgesamt gut drei Meter hohe, mobile Büro – Stehhöhe innen 2,50 Meter – bietet auf acht Quadratmetern Nutzfläche einen ergonomischen Arbeitsplatz

Da die Werkshallen des Unternehmens aktuell verwaist sind, steigt Artlife jetzt in die Produktion des mobilen Büros ein. „Die erste Resonanz war vielversprechend“, sagt Stephan Haida. „Wir haben auch genug Kapazitäten, um kurzfristig selbst größere Stückzahlen zu bauen.“ Damit meint er etwa vier Exemplare pro Woche. Bei stärkerer Nachfrage könne man auch an externe Kooperationspartner Aufträge vergeben. 

Artlife-Chef Stephan Haida ist überzeugt, dass die Idee des mobilen Home-Office nicht nur in Corona-Zeiten erfolgsversprechend ist. „Ich denke, dass die Arbeitswelt nach Corona eine andere sein wird, und bin mir sicher, dasses auch dann noch eine Nachfrage nach mobilen Büros geben wird.“

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