Allgemein Fahrbericht

Fahrbericht: Das T-Roc Cabrio – frischer Wind von Volkswagen

Das Golf Cabrio ist schon lange Geschichte und auch der offene Beetle wird nicht mehr produziert. Doch anders als die wichtigsten Konkurrenten lässt VW seine Kunden nicht drinnen versauern, sondern setzt sie jetzt wieder an die frische Luft. Denn während sich Marken wie Opel, Ford oder Peugeot aus der Open-Air-Szene verabschiedet haben, melden sich die Niedersachsen mit dem kompakten T-Roc Cabrio unter dem freien Himmel zurück.

Von Hermann Hay und Tim Westermann

Im Gegensatz zur CUV (Cross-Utility-Veheicle) Limousine, die in Portugal gefertigt wird, läuft das neue T-Roc Cabriolet in Osnabrück vom Band. Warum? Die Spezialisten der ehemaligen Karmann-Werke verstehen sich seit mehr als 100 Jahren auf feinste Cabrio-Technik. Für einen Aufpreis von rund 4.000 Euro ersetzen sie das Blechdach durch eine stramme Stoffhaube, die sich binnen kaum zehn Sekunden elektrisch hinter die Rücksitze faltet.

Gefertigt wird das T-Roc Cabrio in Osnabrück
Gefertigt wird das T-Roc Cabrio in Osnabrück

Aber das ist nicht der einzige Unterschied. Auf dem Weg an die Sonne wird der T-Roc zu einem Zweitürer, im Fond rückt man so eng zusammen, dass es nur noch für zwei Plätze reicht, und der einstmals so große und variable Kofferraum schrumpft von 445 auf 280 Liter. Doch so ganz gibt VW die praktischen Tugenden nicht auf. Denn erstens können die verbliebenen zwei Gäste im Fond ohne große Verrenkungen einsteigen und überraschend bequem sitzen, zweitens lässt sich die Rückbank auch weiterhin umklappen und der T-Roc schluckt so auch mal ein Surfbrett oder ein paar Wasserski, und drittens ist der T-Roc eines der wenigen Cabrios mit der Option auf eine Anhänger-Kupplung. Nicht, dass jemand damit tatsächlich einen Wohnwagen, ein Boot oder ein Pferd schleppen würde – aber zumindest die Fahrräder kann man so trotzdem noch mitnehmen.

Auf der Rückbank des T-Roc Cabrio können zwei Mitfahrer bequem sitzen.
Auf der Rückbank des T-Roc Cabrio können zwei Mitfahrer bequem sitzen.

Zwei Motoren stehen zunächst zur Verfügung. Den Einstieg bildet der 1,0-Liter TSI Motor mit 115 PS. Die stärkere Version schöpft ihre Kraft aus einem 1,5-Liter TSI-Aggregat und leistet 150 PS. Das reicht aus, um dieses Cabriolet in 9,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Bei 205 km/h ist Schluss. Übrigens: Der größere Motor ist, neben manueller Schaltung, auch mit einem Siebengang-DSG-Getriebe zu haben. Bei unserer Rundfahrt rund um Wolfsburg zeigt dieser Volkswagen mit Stoffmütze was in ihm steckt. Damit es genug Platz hat, ist dieses T-Roc-Derivat länger als die Limousine und hat auch einen um vier Zentimeter größeren Radstand.

Unter zehn Sekunden auf Knopfdruck: Das Verdeck beim T-Roc Cabrio lässt sich bis zu Tempo 30 auch während der Fahrt öffnen und schließen
Unter zehn Sekunden auf Knopfdruck: Das Verdeck beim T-Roc Cabrio lässt sich bis zu Tempo 30 auch während der Fahrt öffnen und schließen

Nun aber den DSG-Schalter auf „D“ ziehen und Abfahrt. Neindorf, Reislingen, Heiligendorf. Die kurvenreichen Landstrassen eigenen sich hervorragend zum Cruisen. Auch die Asphaltabschnitte rund um die Brackstedter-Mühle machen mit diesem Frischluft-Fahrzeug Laune und lassen die leidige Corona-Thematik für einen Augenblick vergessen. Dafür dass der T-Roc mit seinem Fahrwerk, eben ganz CUV-typisch, etwas hochbeiniger auf der Strasse steht, läßt er sich durchaus sportlich bewegen.

Und das Cabrio erweist sich als überraschend alltags tauglich: Nicht nur, dass die Isolierung des Verdecks so gut ist, dass man sich um Wind und Wetter nicht kümmern muss, falls der Frühling etwas Verspätung hat, und es unter der Haube nicht nur hübsch kuschelig ist, sondern auch schön leise. Für ein Cabrio bietet der T-Roc obendrein einen überraschend guten Überblick. Und wenn denn doch einmal Regen aufgekommen wäre, müsste man nicht einmal Aussteigen beziehungsweise anhalten. Denn das Verdeck lässt sich bis zu Tempo 30 auch beim Fahren öffnen und schließen. Die Spezialisten in Osnabrück haben gute Arbeit geleistet. Schließlich blicken sie eben auf mehr als 100 Jahre Cabriolet-Technik zurück und haben schon andere Volkswagen wie den Käfer, diverse Golfgenerationen und den Beetle mit Faltdächern ausgestattet. Letzteren bis zum Sommer 2019.

Das T-Roc Cabriolet ist das einzige Modell „oben ohne“ von Volkswagen. Und wird sicherlich seinen Weg machen. Denn die Limousine – auf dem Markt seit Ende 2017 – wurde allein im vergangenen Jahr 328.069 Mal gebaut, und ist damit ein absoluter Erfolgstyp. Also: der Sommer soll kommen und Corona verschwinden.

VW T-Roc Cabrio – Technische Daten:

Viersitziges, zweitüriges SUV-Cabrio der Kompaktklasse, Länge: 4,27 Meter, Breite: 1,81 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,00 Meter), Höhe: 1,52 Meter, Radstand: 2,59 Meter, Kofferraumvolumen: 280 Liter

1,0 TSI: 1,0-Liter-Turbo-Benziner; 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 200 Nm bei 2.000 – 3.500 U/min, Frontantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe, 0-100 km/h: k.A. Vmax: 187 km/h, Normverbrauch: 5,4 Liter/100 Kilometer , CO2-Ausstoß: 123 g/km , Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse: k.A., Preis: 27.495 Euro

1,5 TSI: 1,5-Liter-Turbo-Benziner; 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.500 – 3.500 U/min, Frontantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe (Doppelkupplungs-Automatik, 0-100 km/h: k.A., Vmax: 205 km/h (205 km/h) , Normverbrauch: 5,5 Liter/100 Kilometer (5,6) , CO2-Ausstoß: 125 g/km (127), Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse: k.A., Preis: 30.075 Euro (32.025 Euro)

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