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Volvo 60/90: Neue Mild-Hybride Sparen mit E-Schub

Volvo baut sein Angebot an Fahrzeugen mit Mild-Hybrid-Technik weiter aus. Zum neuen Modelljahr 2021 hält ab dem Frühsommer eine neue Generation der Drive-E Benzinmotoren mit elektrischer Unterstützung und weiteren technischen Neuerungen Einzug in die Modelle Volvo S60/V60/V60 Cross Country sowie Volvo S90/V90/V90 Cross Country.

Von Hermann Hay

Mit dem im Frühsommer startenden Modelljahr 2021 stellt Volvo das Benziner-Angebot für die 60er- und 90er-Modelle auf Aggregate mit Mild-Hybridtechnik um. Diese sollen mit Hilfe eines 48-Volt-Startergenerators in Sachen Kraftstoffverbrauch und Emissionen eine Ersparnis von bis zu 15 Prozent erreichen. Die Technik wandelt bei Verzögerungen Bewegungsenergie in elektrische Energie um, die dann beim Vortrieb wieder genutzt wird.

Die neuen elektrifizierten Benzinmotoren sind künftig wie alle Mild-Hybride im Volvo Programm am „B“ in der Motorenbezeichnung zu erkennen. Je nach Modell decken die aufgeladenen Benzin-Direkteinspritzer ein Leistungsspektrum von 120 kW (163 PS) im B3 bis 220 kW (300 PS) im B6 AWD ab. Die Kraftübertragung erfolgt jeweils über ein überarbeitetes Geartronic Achtstufen-Automatikgetriebe. 

Der neue Volvo XC60 T8 AWD in Osmium Grey metallic
Der neue Volvo XC60 T8 AWD in Osmium Grey metallic

Neben den neuen Antrieben hat Volvo einige kleinere optische Änderungen für S90 und V90 angekündigt. So wird es neue Nebelleuchten, ein modifiziertes LED-Motiv für die Rückleuchten sowie dynamische Blinklichter geben. Neu im Innenraum sind zwei USB-Ports für den Fond sowie vorne eine kabellose Lademöglichkeit für Smartphones.

48-Volt-System mit ISG und Brake-by-Wire

Das Mild-Hybrid-System umfasst einen integrierten riemengetriebenen Starter-Generator (ISG), eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie und ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung, das mit elektrischer Brake-by-Wire-Technik arbeitet. Beim Bremsen wandelt der ISG als Generator die bei der Verzögerung freigesetzte kinetische Energie in elektrische Energie um und lädt die 48-V-Batterie auf. Die gespeicherte Energie wird genutzt, um den Verbrennungsmotor etwa beim Anfahren und Beschleunigen zu unterstützen. In dieser Phase arbeitet der ISG als Elektromotor, der mit einer Leistung von 10 kW bis zu 40 Nm Drehmoment beisteuert. Ein Gleichspannungswandler produziert zudem Strom für das 12-Volt-Bordnetz.

Die Front des neuen Volvo S90 Recharge T8. Fotos: Volvo
Die Front des neuen Volvo S90 Recharge T8. Fotos: Volvo

Für mehr Komfort und Fahrkultur sorgt darüber hinaus die neue Generation der Achtstufen-Automatik, die nun mit Shift-by-Wire-Technik arbeitet. Dabei werden die Schaltimpulse nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch übertragen, was neben dem Schaltkomfort auch die Schaltgeschwindigkeit verbessert. Auch das Zusammenspiel mit der Start-Stopp-Automatik erfolgt harmonischer und sorgt so für noch sanftere und schnellere Neustarts des Motors etwa nach einem Ampelhalt.

Die Integration des Mild-Hybrid-Systems ist Teil einer umfangreichen Weiterentwicklung der Drive-E Benzinmotoren, mit der sich neben der Effizienz und Wirtschaftlichkeit auch Fahrbarkeit und Ansprechverhalten verbessern. Die technischen Neuerungen umfassen unter anderem eine Zylinderabschaltung, eine Hockdruck-Kraftstoffpumpe, einen elektrischen Kompressor für den stärksten Benzinmotor (B6 AWD) sowie strukturelle Verbesserungen, die das Gewicht der Motoren senken und die Steifigkeit weiter erhöhen.

Elektrischer Kompressor im B6 AWD

Das Mild-Hybrid-System erlaubt zwar kein rein elektrisches Fahren, trägt aber mit einer Zusatzleistung von 10 kW (14 PS) und 40 Nm spürbar zu mehr Leistung und Fahrbarkeit speziell beim Beschleunigen bei. Dies gilt insbesondere für den Top-Motor B6 AWD. Dieser verfügt über einen neuen elektrischen Kompressor, der den mechanischen Roots-Kompressor des bisherigen T6 AWD ersetzt. Gegenüber der bisherigen Kompressorvariante mit Riemenantrieb zeichnet sich der elektrische Kompressor durch ein direkteres Ansprechverhalten und eine geringere Geräuschentwicklung aus, sorgt für einen schnellen Drehmomentaufbau aus dem Stand und unterstützt den Turbolader insbesondere im unteren Drehzahlbereich. Er arbeitet unabhängig von der Motordrehzahl und ist damit deutlich flexibler als der bisherige mechanische Kompressor.

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