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Absagewelle: Coronavirus bremst Motorsport aus

Weltweit werden Großveranstaltungen durch das Coronavirus abgesagt. Auch der Motorsport wird davon ausgebremst: Die Formel E-Saison ist gestoppt, der Formel 1-Auftakt geplatzt. Der Tourenwagenweltcup WTCR streicht seinen Saisonauftakt in Ungarn aus dem Kalender.

Von Björn-Lars Blank

Für vorerst zwei Monate pausiert die Formel E-Saison. Frühestens im Mai sei eine Wiederaufnahme des Wettbewerbs möglich, wie die Organisation der Formel E mitteilte. Voraussetzung dazu sei eine deutliche Verbesserung der Situation rund um das Coronavirus.

„Jetzt ist die Zeit um verantwortungsbewusst zu handeln“, sagte Alejandro Agag, Gründer und Vorsitzender der Formel E. Agag weiter: „Motorsport spielt eine große Rolle in unser aller Leben und ist wichtig, aber noch wichtiger ist die Gesundheit und Sicherheit von unseren Mitarbeitern, Fans und deren Familien sowie die Bürger der Städte, in denen wir Rennen fahren.“ Der nächste Formel E-Lauf hätte im April in Paris stattfinden sollen. Der E-Prix in Rom war schon zuvor aufgrund der Lage in Italien abgesagt worden.

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Ausgebremst: Vorerst keine Formel E-Rennen mehr bedingt durch die weltweite Coronavirus-Lage. Foto: Formel E

Geplatzt ist auch das erste Formel 1 Rennen der Saison. Der große Preis von Australien wird an diesem Sonntag nicht stattfinden. Die zögerliche Entscheidungsfindung hatte vor allem Weltmeister Lewis Hamilton scharf kritisiert. „Ich bin schockiert, dass wir hier sind. Die ganze Welt reagiert, doch die Formel 1 macht einfach weiter“, brandmarkte Hamilton schon im Pressegespräch vorab. Da sah es noch danach aus, als würde die Formel 1 den Saisonauftakt durchziehen. Nach einem bestätigen Corona-Fall im McLaren-Team folgte die Kehrtwende. Erst zog McLaren aus eigenen Stücken zurück, später am Donnerstag entschied sich der Weltverband FIA gemeinsam mit dem lokalen Organisationsteam den Australien GP abzusagen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die weitere Formel 1-Saison entwickelt – und ob überhaupt.

Der Langstreckenklassiker „1000 Meilen von Sebring“ ist in den USA seitens der Veranstalterserie WEC (FIA World Endurance Championship) abgesagt. Der Hintergrund hierfür ist das amerikanische Einreiseverbot für Europäer aus dem sogenannten „Schengen-Raum“. Hiervon waren zahlreiche Teams und Fahrer betroffen, so dass die WEC von sich aus auf eine Durchführung der 1000 Meilen verzichtete.

AUTO - WTCR HUNGARY 2019
Kein Weltcup am Hungaroring: Die WTCR-Rennen in Ungarn werden aus dem Kalender gestrichen. Foto: WTCR

Für April war der Auftakt des Tourenwagen-Weltcups WTCR geplant. Das Rennen am Hungaroring (Ungarn) findet nun aber nicht vom 24. bis zum 26. April statt. Die ungarische Regierung hat bis auf Weiteres öffentliche Versammlungen mit mehr als 500 Personen untersagt. In Absprache mit der FIA streicht die WTCR das Ungarn-Rennen komplett. Dennoch soll an einer Saison mit 20 Rennen festgehalten werden. Statt der zwei Rennen am Hungaroring, sollen nun im Zuge des Rennwochenendes in Spanien (Aragon, 3. bis 5. Juli) vier Rennen gefahren werden.

Nach aktuellem Stand nicht abgesagt, sind die für dieses Wochenende angesetzten Läufe der FIA World Rally Championship in Mexiko und der Auftakt der Indycar-Saison in den USA. Die Rallye Guanajuato läuft bereits. Das Indycar-Rennen auf dem Stadtkurs in St. Petersburg (Florida) wird am Sonntag (20:30 Uhr MEZ) vor leeren Zuschauertribünen ausgetragen.