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Kein Schnee auf dem Col de Turini – Hyundai siegt spektakulär auf der Rallye Monte Carlo 2020

Sechs Gesamtsiege in Serie – das ist die Bilanz von Sébastien Ogier (Toyota) auf der legendären Rallye Monte Carlo. Doch 2020 verhinderte Thierry Neuville (Hyundai) gemeinsam mit Co-Pilot Nicolas Gilsoul Triumph Nummer sieben für den Franzosen, der am Ende mit nur 12,6 Sekunden auf Rang zwei landete. Elfyn Evans, ebenfalls mit einem Toyota Yaris unterwegs, sicherte sich Platz drei.

Von Tim Westermann

Die Rallye Monte Carlo. Sie ist Mythos bei Fahrern und Fans. Auf abgelegenen Pisten, serpentinenreichen Bergstrassen und in verwunschenen Tälern der französischen Seealpen wurden in den zurückliegenden acht Jahrzehnten Helden geboren, Legenden geschaffen und Dramen geschrieben. Aaltonen, Waldegard, Munari, Röhrl oder Vatanen, Auriol, Mäkinen und Loeb. Sie alle fuhren und siegten auf der Monte. Sébastien Loeb alleine sieben Mal. Nun war es Thierry Neuville der nach einem spektakulären Rallye-Verlauf den Sieg auf der 87. „Monte“ für sich verbuchen konnte.  

Sébastien Loeb und Daniel Elena im Hyundai i20 Coupe WRC
Sébastien Loeb und Daniel Elena im Hyundai i20 Coupe WRC

Jeder noch so kleine Fehler wird bestraft

Lange war nicht absehbar wer am Ende der Rallye Monte Carlo 2020 die Nase vorn haben würde. Die Führung auf insgesamt 16 Wertungsprüfungen (WP) wechselte stetig. Mal war es Sébastien Ogier, dann Elfyn Evans oder Thierry Neuville. Spannung pur. Fahrer und Fahrzeuge am Limit, spektakuläre Drifts. So wollen es die Fans haben. Jeder noch so kleine Fehler hätte Konsequenzen. Wie bei Ott Tänak, der nach einer schnellen Linkskurve von der Straße abkam und sich in einem brutalen Crash gleich mehrfach überschlug. Glücklicherweise bleiben er und sein Co-Pilot Martin Järveoja dabei unverletzt, während ihr World Rallye Car nur noch ein Fall für die Schrottpresse war. 

Enge Serpentinen bestimmen die Wertungsprüfungen auf der Rallye Monte Carlo
Enge Serpentinen bestimmen die Wertungsprüfungen auf der Rallye Monte Carlo

Hauchdünner Vorsprung am Finaltag

Thierry Neuville, Elfyn Evans und Sébastien Ogier jedenfalls blieben nahezu ohne Fehler, so dass es vor dem Finaltag lediglich 6,4 Sekunden waren, die das Spitzentrio voneinander trennten. Und dort wartete mit dem Col de Turini der wohl bekannteste Streckenabschnitt der „Monte“. Üblicherweise liegt dort Schnee, während die Piste eine rutschige Eisdecke ist. Zu Röhrls Zeiten in den wilden 1980er-Jahren schaufelten Fans absichtlich noch Schnee auf die Straße, damit die PS-strotzenden Boliden der Gruppe-B-Ära auch richtig ins Quertreiben kamen. Doch bei der Rallye Monte Carlo 2020 gab es keinen Schnee. So war es wohl auch diesem Umstand geschuldet, dass letztlich der ausgereifte Hyundai i20 das ausschlaggebende Element war, der dem Belgier Neuville zum Sieg verhalf.  

Nicolas Gilsoul und Thierry Neuville feiern den mit ihrem Team auf dem Podium
Nicolas Gilsoul und Thierry Neuville feiern den mit ihrem Team auf dem Podium

„Diesen Sieg habe ich schon lange gejagt. An diesem Wochenende haben wir unsere Leistung abgeliefert. Das ist ein toller Start in die Saison“, resümierte Neuville nach der Rallye. Und Sébastien Ogier gab zu Protokoll, dass seine Mannschaft und er „mit diesem Start in die Saison zufrieden sein können. Ein Podium mit einem neuen Team ist sehr gut“, und fügte mit Blick auf den kommenden Lauf in Schweden an: „Ich muss noch herausfinden, wie ich das volle Potenzial aus diesem Auto heraushole, aber es hat Spaß gemacht.“ 

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