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Erstes Formel E-Rennen 2020 in Chile

Die Formel E startet in eine neue Dekade. Die chilenische Hauptstadt Santiago ist Schauplatz des ersten Rennens 2020. Dabei stehen auch die vier deutschen Hersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche wieder im Blickpunkt.

Von Björn-Lars Blank

Die 6. Saison der Formel E begann bereits im November 2019 mit zwei Rennen in Saudi-Arabien (Diriyah). Zwei Briten standen beim Saisonauftakt jeweils auf dem Podium ganz oben. In Rennen Nummer Eins jubelte Sam Bird von Envision Racing. Im zweiten Lauf war es BMW-Pilot Alex Sims, der die Konkurrenz hinter sich ließ. Nach ungewohnt langer Pause innerhalb einer Saison geht es nun am Samstag, 18. Januar (20:03 Uhr MEZ) weiter. Es wird wieder ein heißes Rennen erwartet – und zwar buchstäblich: 2019 lagen die Luft-Temperaturen bei 37 Grad Celcius.

Grafik: Porsche

Der E-Prix von Santiago de Chile aus 2019 im Rückblick:

Mit Audi, BMW, Mercedes und Porsche tummeln sich gleich vier deutsche Hersteller mit Werkseinsätzen in der Formel E. Amtierender Champion, sowohl in Fahrer als auch Teamwertung ist derweil DS Techeetah um den Spitzenfahrer Jean-Eric Verge (Frankreich). Audi-Pilot Daniel Abt fiebert der Fortsetzung der Saison 2019/2020 entgegen: „Ich bin heiß auf Santiago und froh, dass ich endlich wieder im Rennauto sitze.“ Im Vorjahr hatte der Kemptener beim E-Prix von Chile den dritten Platz erzielt und fuhr die schnellste Rennrunde. Mit seinem e-tron FE06 will Abt erneut in Chile angreifen.

Audi e-tron FE06 #66 (Audi Sport ABT Schaeffler), Daniel Abt

Das Team BMW i Andretti peilt derweil an, die starke Leistung vom Saisonstart in Saudi-Arabien zu wiederholen. Im ziemlich einzigartigen Streckenlayout in der chilenischen Hauptstadt dürften die Karten indes neu gemischt sein. Alex Sims sieht die lange Pause nicht als hinderlich an: „Die Pause nach Diriyah hat gut getan, und ich fühle mich vor diesem Rennen wieder frisch und bereit für die Herausforderung. Natürlich fahre ich nicht nach Santiago und gehe davon aus, dass ich automatisch wieder die Poleposition und den Sieg einfahren werde, aber ich bin ehrgeizig genug, um mir einen weiteren Sieg als Ziel zu setzen. Das BMW i Andretti Motorsport Team war in Saison fünf sowohl in Diriyah als auch in Santiago stark. Ich hoffe, das gelingt uns diesmal wieder.“ Sein Teamkollege ist der Deutsche Max Günther.

BMW i Andretti Motorsport, BMW iFE.20, Maximilian Günther, Alexander Sims.

Ein Deutscher und ein Schweizer sitzen jeweils hinter dem Lenkrad der beiden Porsche im Feld: André Lotterer und Neel Jani. Lotterer ist ein etablierter Name in der Formel E – und nicht nur da. Beim ersten Saisonrennen fuhr er den 99X Electric gleich auf einen Podiumplatz (2. Position). „Die Pause war sehr gut für uns, da wir Zeit hatten, eine Menge Daten zu analysieren. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir uns in Chile nochmals steigern werden. Ob wir ein ähnlich gutes Rennen wie in Saudi-Arabien haben werden, ist schwer vorherzusehen. Wir müssen ohne Zwischenfälle durch die Qualifikation kommen, dann haben wir gute Chancen auf Punkte. Das Potenzial ist auf jeden Fall da“, so Lotterer.

Der Porsche 99X Electric in Aktion

Ebenfalls ein glänzendes Formel E-Debüt als Werksteam, nachdem in der Vorsaison HWA Racelab an den Start ging, legte die zweite Stuttgarter Marke im Feld hin. Mercedes fuhr in beiden bisherigen Rennen Podestplätze ein. Nach den gewiss so nicht so erwarteten Erfolgen in Diriyah reiste das Mercedes-Benz EQ Team als Führender in der Teamwertung nach Chile. Die Fahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) und Nyck de Vries (Niederlande) belegen in der Fahrerwertung die Plätze zwei und neun. Teamchef Ian James meint, dass „Unser Debüt in der Formel E dem Team einen enormen Motivationsschub verschafft hat. Sowohl Nyck als auch Stoffel haben eine außergewöhnlich gute Leistung gezeigt und die gesamte Mannschaft hat bewiesen, wozu sie in der Lage ist. Abgesehen von den beiden Podestplatzierungen haben wir bei unserer Performance ein gewisses Level an Konstanz gezeigt. Gleichzeitig konnte man erkennen, was die Formel E auszeichnet: die Rennen sind unvorhersehbar und das Qualifying-Format stellt eine eigene, ganz besondere Herausforderung dar.”

Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01

Chassis und Batterie (52 Kilowattstunden) haben alle Formel E-Autos gemeinsam. Der Antriebsstrang ist hingegen jeweils eine Eigenentwicklung der Teams. Envision Racing greift dabei auf den Audi e-tron FE06 zurück, das Team Venturi auf den elektrischen Silberpfeil von Mercedes.

Über Rekuperation müssen die Piloten Energie einspeisen, um die Renndistanz zu bewältigen. Dies geschieht mit Absicht: Neben Schnelligkeit kommt es in der Formel E nämlich insbesondere auch auf Effizienz an. Im Training und Qualifying stehen den Fahrern 250 kW Antriebsleistung zur Verfügung. Im Rennen ist die Leistung auf 200 kW festgelegt. Durch einen Attack Mode dürfen kurzzeitig 35 kW Extra-Power aktiviert werden, was auf den engen Stadtkursen für mehr Überholmanöver sorgen soll.

Der Attack Mode erklärt:

Der E-Prix von Santiago de Chile wird Samstag live von der ARD und Eurosport übertragen. Die ARD zeigt das Rennen am Samstag im Webstream. Im TV sendet Eurosport 1 den Lauf, zudem auch über Webstream und via Streaminganbieter DAZN. Eurosport zeigt im Stream auch die Qualifikation (ab 19:05 Uhr). Die Trainingssessions (Start 11:55 Uhr) können Fans im YouTube-Kanal der Formel E verfolgen: https://www.youtube.com/user/FIAFormulaE/

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