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Smarte Mobilität in der Autostadt

Ideen für smarte Mobilität der Zukunft entwickelten Studenten in der vergangenen Woche in der Autostadt. Diese hatte gemeinsam mit dem Fachmagazin „auto, motor und sport“ zum ersten Mobicampus Congress geladen. Die Studierenden hoben dabei effizienteren Verkehr in Großstädten, optimierte Anbindung von Dörfern und den Austausch der Generationen auf das Tableau.

Von Björn-Lars Blank

„Das ist keine Auftragsarbeit. Es gibt für sie keine Denkverbote“, schickte Professor Stephan Rammler von der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig gut 70 Studenten mit ermunternden Worten in die Workshops. Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt, freute sich als „Hausherr“ über den jungen Forschungseifer für die Mobilität von morgen: „Es ist wichtig für uns die Region mit einzubeziehen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse aus den Workshops.“ Die Resultate beeindruckten die Jury bestehend aus Birgit Priemer, Chefredakteurin beim Fachmagazin „auto, motor und sport“, sowie Clement und Professor Rammler.   

Zum Sieger kürten sie die Idee „Fast Intermodal Connect“. Die erdachte App soll alle Verkehrsplattformen vereinen und auf Basis von Livedatenanalyse und personalisierten Fahrplänen agieren. Deren Ziel ist es, den Verkehrsfluss und die Wartezeiten zu optimieren. Weitere Konzepte der Studentengruppen: Kostenloser und einheitlicher Personennahverkehr, um einkommensunabhängige Mobilität für Jedermann zu realisieren und eine Generationenberatung, um den Austausch von Jung und Alt zu verbessern. Die Idee „Always Emma“ legte ein Konzept zur Versorgung von Dörfern mit Gütern vor, um möglichst wenig Verkehrsfluss zu erzeugen: sozusagen ein Tante Emma-Laden „on demand“. Eine Fortsetzung des Mobicampus hat Autostadt-Geschäftsführer Clement bereits im Blick. Dass junge Menschen darlegen, wie sie die Autostadt in der Zukunft sehen, könne er sich sehr gut vorstellen. „Das korreliert dann hoffentlich mit unseren Ideen, sonst müssten wir eine Vollbremsung hinlegen“, zeigt sich Clement aufgeschlossen gegenüber den Ideen der jungen Generation. Er sieht die Autostadt als Sensor für die Stimmungen und Meinungen in der Bevölkerung zum Thema Mobilität. 

Mit einem Impulsvortrag eröffnete Professor Rammler die Veranstaltung. Der aus der Nähe Braunschweigs stammende Akademiker ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, zudem Professor für Transportation Design und Social Sciences an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste. Seine Botschaft: Das was die Autobranche groß gemacht hat, funktioniert so nicht mehr. Die „Menge in der Enge“ sei der zukünftige Normalzustand, mit Blick auf Ballungsgebiete und die stetig wachsende Erdbevölkerung. Daher sei in der Mobilität eine Ökonomie des Teilens logisch. Explizit die nachhaltige Mobilität ist nach den Worten des Professors nicht verhandelbar.

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