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ID. R wieder auf Rekordjagd

Volkswagen will mit seinem E-Renner neue Bestmarke auf der berühmten Nordschleife aufstellen

Von Tim Westermann und Björn-Lars Blank

Rekorde statt Ruhestand: Volkswagen schickt seinen Elektro-Rennwagen ID. R erneut auf die Rennstrecke. Nach dem Triumph beim Pikes Peak-Bergrennen im Juni vergangenen Jahres, soll der Supersportler nun den E-Auto Rekord auf der berühmt-berüchtigten Nürburgring-Nordschleife knacken. 

ID. R Pikes Peak / Foto: Volkswagen Motorsport

„Der ID. R fährt nach seiner Pikes Peak-Rekordfahrt nicht ins Museum. Ganz im Gegenteil: Es geht auf der Rennstrecke weiter“, betonte Volkswagen Motorsportchef Sven Smeets, als der neuerliche Rekordversuch im Rahmen des GP Ice Race in Zell am See verkündet wurde. Dort war der ID. R prominent ausgestellt. Richtig in Aktion zeigt sich der E-Supersportler demnächst wieder in den wärmeren Monaten. Dazu Smeets: „Wir werden den Versuch im Sommer starten. Vorstellen wollen wir den Nordschleifen-ID. R im Mai.“ 

Bis zum Rekordantritt haben die Entwickler und Techniker alle Hände voll zu tun. Aktuell modifiziert das Motosport-Team den Elektro-Rennwagen für die Nordschleife. Denn die Rennstrecke in der Eifel hat eine komplett andere Charakteristik, als die Bergstraße zum Pikes Peak. Für den Ernstfall probt das Rekordversuch-Team bereits jetzt auf verschiedenen Rennstrecken. Dabei immer im Blick: Die Zeit von 6:45,90 Minuten. Das ist der aktuell bestehende E-Auto Rekord auf der Nordschleife, der 2017 vom Briten Peter Dumbreck im chinesischen Flitzer Nio EP9 aufgestellt wurde. 

Francois-Xavier Demaison ist Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport und erläutert, wie der Elektrorenner für die Nordschleife fit gemacht wird: „Der Nürburgring ist eine harte Herausforderung. Es herrschen andere Aerodynamikwerte als in den Rocky Mountains. Hier müssen wir das Fahrzeug neu abstimmen. Außerdem müssen die Bremsen adaptiert werden. Wir wollen unserem Fahrer Romain Dumas das beste Material an die Hand geben.“ Mit dem gegenwärtigen Zeitdruck dürften die Entwickler mittlerweile gut umgehen, lagen doch zwischen Ankündigung des Fahrzeugs und Rekordfahrt am Pikes Peak lediglich 250 Tage. 

ID. R-Pilot Romain Dumas / Foto: Volkswagen Motorsport

Der von Demaison angesprochene Romain Dumas ist jener Rennfahrer, der den ID. R bereits bei seiner Rekordfahrt beim kultigen Bergrennen im US-Bundesstaat Colorado pilotierte. Nun soll der Franzose wieder ins Lenkrad greifen und mit dem ID. R der chinesischen Konkurrenz den Rekord abluchsen. „Ich gehe da mit Respekt an die Sache. Das wird sicher keine Spazierfahrt. Aber klar ist auch: Das ist einer der besten Prototypen, die ich je gefahren bin“, gibt Dumas, der übrigens auch schon bei den 24 Stunden von Le Mans Siege einfuhr, Einblicke in seine Gedankenwelt. Die Strecke kennt er dabei bestens, gewann er doch schließlich auch das 24 Stunden-Rennen vom Nürburgring bereits vier Mal. 

Auf 20,832 Kilometern schlängelt sich die Nordschleife durch die Eifel. Fuchsröhre, Schwalbenschwanz, Schwedenkreuz – die „Achterbahn in der Eifel“ mitsamt ihren 75 Kurven hat viele prägnante Streckenabschnitte, die mit liebevollen Spitznamen versehen sind. Romantisch wird es auf der Rennstrecke aber keinesfalls, gilt die Nordschleife doch fahrerisch als einer der anspruchvollsten Kurse überhaupt. Oft wird die Strecke auch ehrfürchtig als die „grüne Hölle“ bezeichnet, ein Begriff, der vom ehemaligen Formel 1-Weltmeister Jackie Stewart geprägt wurde. Entsprechend viel Prestige ist im Spiel, wenn Volkswagen mit dem ID. R vor Ort antritt. Für Vortrieb sorgen zwei Elektomotoren, die zusammen 500kW (680 PS) leisten. So soll der 1100 Kilogramm wiegende Volkswagen genügend Tempo aufbauen, um die Marke von 6:45,90 Minuten zu unterbieten. 

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