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Tarraco im Saharacamp und auf Alpenpisten

Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Performance eines Geländewagens soll Seats jüngstes SUV, der Tarraco, bieten. Um genau das zu zeigen, schickte Seat das in Wolfsburg produzierte Modell erst in winterliche Alpenlandschaften, ehe es sich im Sahara-Sand und auf felsigen Ausläufern des Atlas-Gebirges bewähren musste.

Seats „Wolfsburger“ stellt sich Off-Road Challenge auf Sand und Schnee

Von Björn-Lars Blank und Alexander Voigt

Traditionell eröffnet Seat Deutschland den jährlichen Termin-Reigen der spanischen Marke des Volkswagen Konzerns mit einer Snow Experience. Ende Januar ging es mit der neuen Krone der Produktpalette bis auf das Rittner Horn nördlich von Bozen. Kontakt zum Südtiroler Schnee hatte der Tarraco erst ab einer Höhe von rund 1.500 Metern. Dann zeigte er jedoch sein Können: Tief verschneite Waldwege, präparierte Ski-Pisten und die vereiste Tundra der Bergkuppe meisterte der 4,74 Meter lange Spanier aus Wolfsburg problemlos. Der erste Seat „Made in Germany“ hinterließ sowohl bei den Fahrern als auch bei den überraschten Wintersportlern, die sich an diesem Tag ihre Piste mit dem Tarraco teilen mussten, einen bleibenden Eindruck. Das hört Seat Deutschland gerne. Damit steigt die Zuversicht, auch 2019 Rekordzahlen erzielen zu können. Geschäftsführer Bernhard Bauer präsentierte am Abend in Brixen die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes für 2018: 121.733 in Deutschland neuzugelassene Seat bedeuten eine Steigerung von 12,5 Prozent gegenüber 2017. Damit kommen die Spanier auf einen Marktanteil von 3,5 Prozent und erhöhen mit dem Tarraco ihre Marktabdeckung auf 70 Prozent.

Szenenwechsel: Von der Eis- in die Sandwüste. In der marokkanischen Sahara sollte das spanische SUV mit Wolfsburger Herkunft seine Off-Road-Qualitäten ebenfalls zeigen. Dazu hatte Seat erstmals zu einem Wüstencamp eingeladen. Pressevertreter aus mehreren Ländern und Kontinenten nahmen an dieser Premierenveranstaltung unweit der algerischen Grenze teil. Die Testfahrten führten über steiniges Terrain und sandigen Untergrund: Abschnitte der berühmten Rallye Paris-Dakar wurden befahren, deren Routen 2006 und 2007 die Gegend um die marokkanische Stadt Er Rachidia durchkreuzten. Gefahren wurde in der 190 PS (Benziner) Variante mit DSG-Getriebe. Auf den Sanddünen der Sahara wurde auf manuelle Schaltung umgestellt, um die benötigten Drehmomente zu erreichen, die man auf diesem sehr speziellen Terrain benötigt. „Der Tarraco ist ein echter Allrounder und in der Lage nahezu alle Fahrbedingungen zu meistern, auf der Straße aber auch abseits davon. 

Auf jedem Untergrund behält der Tarraco seine Dynamik“, schickte Dr. Matthias Rabe, Seats Vorstand für Forschung und Entwicklung, die Tarracos ruhigen Gewissens in die Wüste. Die Grundlage der Geländetauglichkeit ist das Allradsystem, das bei Seat die Bezeichnung „4Drive“ trägt und auf der fünften Generation von Allradkonzepten aus dem Volkswagen Konzern basiert. Off-Road Modus samt des Unterprogramms Hill Descent Mode (HDM, Fahrassistent für das Bergabfahren) werden vom Allradantrieb und dem DCC (Dynamic Chassis Control) umgesetzt. Laut Stefan Ilijevic aus der Technischen Entwicklung Seats verspricht das „4Drive“ „eine bessere Rückmeldung und mehr Agilität“. 

Dass sich Seat mit dem Tarraco in Nordafrika präsentiert, ist kein Zufall. Der spanische Autohersteller sieht die Region nach eigenen Angaben als einen der Schlüssel zur Globalisierung der Marke an und ist in den Maghreb-Staaten mit Produktionsstätten vertreten. Im algerischen Relizane produziert Seat seit 2018 die Modelle Leon, Arona und Ateca, seit 2017 bereits den Ibiza. Der Tarraco wiederrum wird in Deutschland gefertigt. Das Volkswagen Stammwerk in Wolfsburg lässt das große SUV vom Band laufen. Ab dem 23. Februar steht er mit einem Basispreis von 29.980,- EUR bei den deutschen Seat-Händlern. Am Rande des Wüstencamps wurde auch bekannt, dass Seat und die eigene Sportmarke Cupra auf dem Genfer Autosalon drei elektrifizierte Konzeptautos vorstellen werden. Zwei Seat und ein Cupra werden es sein, ob voll elektrisch oder als Hybrid mit E-Antrieb wird noch nicht verraten. Allerdings hatte der Vorstandsvorsitzende Luca de Meo eine bereits im Rahmen der Bilanzpressekonferenz im vergangenen März eine Elektro-Offensive in Aussicht gestellt. 

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